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Eigenschaften

  • einjährige oder mehrjährige Blütenstauden
  • große Arten- und Sortenvielfalt
  • wachsen in der Sonne oder halbschattig
  • Blüten an langen Stielen
  • schnabel-artige Früchte
  • schnabelartige Früchte

Storchschnäbel

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Storchschnäbel (bot. Geranium) sind krautige, seltener verholzende Pflanzen. Sie sind überwiegend mehrjährig. Storchschnäbel sind Bedecktsamer und gehören zur Ordnung der Rosiden innerhalb der Basisordnung Kerneudikotyledonen. Unter den Rosiden gehören sie zu den Eurosiden II. Eurosiden II sind in drei Gruppen oder Ordnungen unterteilt. Eine Ordnung enthält die Storchschnabelartigen (Geraniales). Hier ist die Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaseae) verankert. Sie umfasst mehrere Gattungen.

Die Gattung der Storchschnäbel (Geranium) weist die umfangreichste Anzahl auf. Die Gattung enthält zwischen 380 bis 430 Arten. Sie gliedern sich in zwei Untergattungen mit einer zusätzlichen Unterstruktur in Sektionen. Die Untergattung Geranium enthält vierzehn Sektionen. Darunter ist die Sektion Geranium. Die neue botanische Systematik basiert auf der Veröffentlichung aus dem Jahre 2009 durch die Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Geranien bilden Laubblätter die aus Blattstiel und Blattspreite bestehen. Meistens sind sie dunkelgrün. Manche zeigen mehrere Grüntöne oder tief dunkle Farben. Die Blattstiele der unteren Blätter erreichen eine Länge von über zwanzig Zentimetern und mehr. Obere Blätter sind manchmal unter einem Millimeter lang. Die Blattform ist nicht einheitlich. Einige zeigen fast runde Blattspreiten. Meistens sind sie fünfteilig. Wie bei einer Hand sind die Lappen tief eingekerbt. Manchmal sind die Blattspreiten bis zur Blattachse geteilt. Die Spitze eines jeden Blattes ist gelappt. Botaniker nennen diese Form tief fiederspaltig. Angeordnet sind die Blätter gegen- oder wechselständig am Stängel. Immer sind Nebenblätter vorhanden. Die kleinen Laubblätter am Stielansatz sind bis zu neun Millimeter lang.

Blüte

Die Blüten stehen meistens allein oder zu zweit. Sie haben einen langen Stiel. Es sind fünfteilige, zwittrige Blüten und sie besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die Blütenteile sind um eine zentrale Achse angeordnet (radiärsymmetrisch). Vorhanden sind fünf freie, bis zwei Zentimeter lange Kronblätter. Sie sind oft mit deutlichen, farbigen Adern durchzogen. Die Enden sind abgerundet. Die zehn Staubblätter sind fruchtbar und in zwei Kreisen angeordnet. Es gibt fünf Kelchblätter. Sie sind grün, frei (nicht miteinander verwachsen) und bis zu elf Zentimeter lang. Die Kelchblätter schließen die Blütenknospe ein. Nach der Befruchtung der Blüte vergrößern sich die Kelchblätter zum Schutz der Frucht.

Geranienblüten haben ein breites Farbenspektrum. Es reicht von weiß über rosa, rot bis blau und blauviolett. Die Blütenformen der Geranien zerfallen in zwei Gruppen. Einige Arten besitzen Scheibenblumen. Die Kronblätter sind weit geöffnet. Die Insekten erreichen den Nektar im Blütenkelch leicht. Bestäuber sind Schwebfliegen, Bienen und Tagfalter. Der in Mitteleuropa weit verbreitete Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum L.) hat Scheibenblüten. Die in Deutschland heimische Art Ruprechtskraut, stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum L.) genannt, hat Trichterblüten. Die miteinander verwachsenen Enden der Kronblätter bilden einen Trichter. An dessen Ende befindet sich der Nektar. Langrüsselige Bienen und Schmetterlinge bedienen sich an dieser Nahrungsquelle. Hauptblütezeit sind die Monate zwischen Mai und August.

Frucht

Fünf Fruchtblätter bilden einen oberständigen Fruchtknoten, der zu einer lang gestielten Frucht wächst. Sie ähnelt abstrakt einem Storch oder Kranich. Daher rührt der Pflanzenname Storchschnabel. Die Fruchtknoten sind Spaltfrüchte mit zwei Samenanlagen von denen sich eine entwickelt. Wenn die Frucht reif ist, spaltet sie sich in fünf Fruchtfächer. Botanisch gehören Geranien zu den Austrocknungsstreuern (Ballochorie). Mit zunehmender Reife trocknet das Fruchtgewebe aus und die Frucht öffnet sich. Die Frucht schleudert den frei liegenden Samen katapultartig bis zu sechs Meter weit weg. Die Samen bohren sich durch hygroskopische Bewegungen in die Erde (Herpochorie).

Wuchs

Geranien sind mehrjährig, einjährig, einige verholzen und bilden Halbsträucher oder Sträucher. Die Triebe stehen aufrecht, neigen sich, sind bogig, liegen oder kriechen. Manche haben grundständige Blätter oder eine Bodenrosette aus lang- oder kurz gestielten Laubblättern. Geranien erreichen Höhen von fünfzehn Zentimetern und bis zu über einen Meter. Manche Arten bilden eine Pfahlwurzel, viele andere bilden Rhizome zur Überdauerung und Verbreitung. Sie wachsen buschig oder bilden Horste. Manche Arten sind immergrün, andere werfen ihre Blätter zum Winter ab. Einige Arten haben eine auffallende Herbstfärbung. Geranien verströmen durch ätherische Öle einen mehr oder weniger intensiv aromatischen Duft.

Standort

Storchschnäbel sind tolerant gegenüber ihrem Standort. Manche Arten lieben trockene Refugien. Viele Arten lieben kalkhaltige Böden. Bei ausreichend feuchtem Boden tolerieren die Arten Geranium trockene und durch Schadstoffe belastete Luft. Sie bewurzeln Hänge, Böschungen oder unbewirtschaftete Ackerflächen. Sie wachsen an Straßenrändern, an Bahndämmen, auf Schuttplätzen oder in kühl-feuchten Waldbereichen.

Verbreitung

Storchschnäbel kommen in Ebenen, in Mittelgebirgen und auf frischen Bergwiesen vor. Die Pflanzen haben ideale Standorte in mäßigem und feuchtem Klima. In wärmeren Regionen gibt es mehr einjährige Arten. Von den über vierhundert Arten sind sechzehn in Mitteleuropa heimisch. Die Gattung Geranium ist auf allen Kontinenten, einschließlich Arktis und Antarktis, zu Hause. Einige Arten sind weit verbreitet. Beispielsweise ist der Wiesen-Storchschnabel von Europa bis Sibirien heimisch. Manche Arten haben sich durch Menschen als Neophyt in neuen Ländern etabliert.

Nutzung

Die Storchschnäbel sind einigen Jahrhunderten bekannt und als Garten- oder Heilpflanzen in Kultur. Eine überragende Bedeutung haben Storchschnäbel als Zierpflanze. Aus der natürlichen Artenvielfalt sind auffallend gefärbte Züchtungen entstanden. Sie sind Blüten- und Blattschmuckstauden. Manche Sorten zeigen zweifarbige Blätter oder sie sind schokoladebraun.

Kriechende Arten bedecken schnell eine große Fläche. Durch ihre kompakte und dichte Wurzelmasse verdrängen einige Arten sogar Wurzelunkräuter wie Giersch. In naturnahen Gärten bereichern niedrige und hohe Arten mit wechselnden Blütezeiten locker bepflanzte Areale und ergänzen Gräser. Viele Sorten mit großen, pastell- oder starkfarbigen Blüten verschönern Staudenbeete. Niedrige oder bogig überhängende Sorten gestalten weiche Säume entlang der Gartenwege. Die Pflanzen sind stadtfest und ein attraktiver Bodendecker in den Grünstreifen. Sie ersetzen pflegeaufwändigen Rasen. Unterschiedlich blühende Arten und Sorten sind allein oder gemeinsam ein Hingucker in Pflanztrögen. Die Auswahl ist riesig.

Pflege/Schnitt

Der Standort ist nach der ausgewählten Art oder Sorte auszusuchen. Für frisch gesetzte Pflanzen und in trockenen Perioden ist das Gießen wichtig. Staunässe und ausgetrockneten Boden vertragen die Pflanzen nicht. Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte fördert oft einen zweiten Blütenflor. Mulch um die Pflanzen verbessert den Boden. Zum Vegetationsstart im Frühjahr erhält Geranium Kompost, Gesteinsmehl oder Gartenkalk.

Krankheiten/Schädlinge

Die Arten sind nicht anfällig für Krankheiten. Frühe (alte) Züchtungen sind manchmal von Fäulnisbakterien befallen. Der Duft von Geranium hält Kaninchen, Nacktschnecken und Hunde auf Abstand.

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