Heckenpflanzen

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Heckenpflanzen: Vorteile, Unterschiede und Verwendung

Wer seinen Rasen, seine wilde Wiese oder den Familiengarten mit einer Hecke als lebendigen Zaun umfrieden oder unterteilen möchte, betreibt aktiven Umwelt-, Klima- und Artenschutz. Dieser Aspekt hat während der letzten Jahre an Bedeutung gewonnen, denn in der Nähe der Städte, aber auch in ländlichen Regionen finden wild lebende Kleintiere und Insekten immer weniger Raum und Nahrung. Der Bestand an heimischen Singvögeln und Schmetterlingen ist daher bereits stark zurückgegangen. Grundsätzlich verbessert jede Hecke das Kleinklima. Auch Kunsthecken, Monokulturen oder ausländische Nadelgehölze, die von Tieren weniger gut genutzt werden können als naturbelassene und blühende Mischhecken aus unterschiedlichen Laubgehölzen und Heckensträuchern, reinigen Luft und Wasser und verhindern Bodenerosion durch ihr Wurzelwerk.

Hecken für kleine und große Gärten

Hierzulande typische Heckenpflanzen sind Weißdorn, Taxus, Hainbuche, Thuja (Lebensbaum), Liguster, Hecken- oder Kornelkirsche, Wild- und Heckenrose, Flieder, Eibe und Berberitze. Sie lassen sich auf vielerlei Art unterscheiden: In Laub- und Nadelgehölze, heimische und ausländische oder sommergrüne und immergrüne Arten. Ein wichtiges Merkmal sind auch ihre Blüten: Manche Heckenpflanzen blühen ganz unauffällig, andere entwickeln zarte oder prachtvolle Blüten und ein teils kräftiges Aroma, das während der Blütezeit Menschen und Tiere über die Gartengrenzen hinaus bezaubern und anlocken kann. Wer wenig Platz hat, fährt am besten mit Zwergsträuchern, die nicht höher als anderthalb Meter werden und daher nicht regelmäßig oder zu stark zurückgeschnitten werden müssen. Ein Klassiker unter den kleinwüchsigen und anspruchslosen Heckenpflanzen ist Buchsbaum, der sich auch sehr schön zum Begrenzen von Beeten eignet. Hoch wachsende, sich breit verzweigende Kleinbäume und Sträucher, etwa Haselnussarten, brauchen auch für ihre Wurzeln viel Raum und eignen sich weniger zum gepflegten Formgehölz oder zur Vorgartenbegrenzung.

Immergrün und sommergrün

Immergrüne, undurchdringliche und blickdichte Laubhecken können mit Heckenpflanzen wie Buchsbaum, Liguster, Mahonie, Stechpalme oder Kirschlorbeer verwirklicht werden. Auch stachelige Wild- und Heckenrosenarten bilden natürliche Grenzen, die nicht ohne Werkzeug überwunden werden können: Wären nicht die hundert Jahre der Verwünschung gerade vorbei gewesen, hätte der Prinz im Märchen ein Buschmesser oder einen Bagger gebraucht, um zu Dornröschen vorzudringen und ihr den erlösenden Kuss zu geben. Hain- und Rotbuchenhecken, ein Paradies für Spatzen, Meisen und andere gefiederte Gartensänger, werfen ihr Laub erst im Frühjahr ab und behalten bis dahin die braunen, verwelkten Blätter des vergangenen Jahres.

Blut- und Purpurbuche, Korkenzieherhasel, Maiblumensträucher sowie die schnellwachsenden Arten Liguster, Weide und Feldahorn werfen als sommergrüne Heckenpflanzen ihr Laub im Herbst ab. Viele entfachen vorher ein wahres Feuerwerk prächtiger Herbstfarben; bei Frost und Schnee verwandeln sie sich in ein winterliches Stillleben aus dichtem Ast- und Zweigwerk, Reif und Eiskristallen. Wer das Laub liegenlässt, braucht im Folgejahr weniger zu düngen und bietet Igeln, Mäusen und Eichhörnchen Gelegenheit zum warmen Überwintern oder Anlegen von Nahrungsverstecken. Thuja, Eibe und andere immergrüne Koniferen sind beliebt als dicht wachsender, natürlicher Sichtschutz, können jedoch Igeln, Singvögeln oder Schmetterlingen weit weniger Schutz und Nahrung bieten als Laubhecken, Duft- und Blütenhecken.

Die Hecke als Lebensraum

Beim Anlegen von Mischhecken können Blühzeiten und Arten perfekt aufeinander abgestimmt werden, um das Auge, die Nase und die heimische Tierwelt zu erfreuen. Blütenhecken sind ein Paradies für nützliche und schöne Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, vor allem, wenn Früh- und Spätblüher so kombiniert werden, dass eine besonders lange oder sogar ganzjährige Blühzeit erreicht wird. Perfekt für die Schmetterlingshecke geeignet sind Rosen, Geißblatt, Felsenmispel, Liguster oder der Schmetterlingsflieder, der auch unter dem Namen "Schmetterlingsstrauch" angeboten wird. Amphibien wie der vom Aussterben bedrohte Feuersalamander fühlen sich besonders wohl in Hecken, deren "Untergeschoss" locker aufeinanderliegende Feldsteine oder niedrige Trockenmauern aufweist. Dornen schützen Vogelnester vor gierigen Katzen und anderen Angreifern, verletzen jedoch ebenso leicht die ungeschützte Hand des Gärtners, spielende Kinder oder unachtsame Spaziergänger. Steht ausreichend Platz zur Verfügung, können Dornenpflanzen in die Mitte der Blütenhecke gesetzt und die Außen- und Innenränder dornenfrei gehalten werden.

Essbare und giftige Heckenpflanzen

Holunder, Sanddorn, Lavendel, Schlehen und Weißdorn nützen nicht nur Schmetterlingen und deren Raupen, sondern als Gewürz- und Heilpflanzen auch dem Menschen. Dasselbe trifft auf leckere Himbeeren und Brombeeren zu, die sich sehr schön in eine Schmetterlingshecke integrieren lassen, jedoch andere Pflanzen, Zäune oder Schnüre als Kletterhilfe und Stütze benötigen. Salweide und Haselstrauch sind ebenfalls menschenfreundlich und wachsen besonders schnell. Süßen Duft verströmen Nelkenpfeffer, Schneespiere, Jasmin, Seidelbast und der Strauch der Zaubernuss; trotzdem sollten die Pflanzenteile von Kindern nicht gegessen werden. Auch Heckenkirschen, Faulbaum, Thuja, Eibe und Pfaffenhütchen sind für den Menschen giftig.

Blütenpracht zu jeder Saison

Zu den Frühblühern mit besonders prächtigen Blüten gehören Maiblume, Forsythie, Goldregen, Flieder, Zierquitte, Blutjohannisbeere, Geißblatt, Holunder, Magnolie sowie die immergrünen Arten von Mahonie, Rhododendron und Azalee. Vielfach blühen sie bis weit in den Sommer, wenn auch die Sommer- und Herbstblüher, unter ihnen Knöterich, Rosen, Bartblume, Jasmin, Hortensie und Schmetterlingsflieder, bereits ihre Blüten geöffnet haben. Schmuck- und Wintermahonie, duftender Seidelbast, Zaubernuss, Palmkätzchen (Salweide), Schneeheide, Schneeforsythie und Duftschneeball blühen auch im Winter.

Damit die Heckenpflanzen in jedem neuen Jahr viele gesunde Blütentriebe entwickeln können, müssen die artgerechten Pflanz- und Schnittzeiten eingehalten werden. Zu früher oder zu später Rückschnitt kann die Pflanze aus dem Rhythmus bringen, ihr Wachstum beeinträchtigen und sie anfälliger gegen Frost, Hitze oder Schädlinge machen. Es empfiehlt sich, schon bei der Zusammenstellung von Pflanzplänen und Wunschlisten für die Gartenhecke den Arbeitsaufwand und zeitlichen Rahmen zu bedenken, der zur Pflege, Beschneidung und Ausdünnung der einzelnen Laub- oder Nadelgehölze veranschlagt werden muss.

Glanz, Aroma und wintergrün: Koniferenhecken

Neben der bereits erwähnten Eibe und Thuja, dem immergrünen Lebensbaum, eignen sich auch Schein- und Leylandzypresse, Fichte, Rottanne, Bergkiefer und Wacholder als Pflanzen für blickdichte Gartenhecken. Bei Thuja sind sowohl die abendländischen Arten 'Brabant' und 'Smaragd' als auch der schneller wachsende amerikanische Lebensbaum beliebt. Die kleinwüchsige Bergkiefer ist an nährstoffarme Gebirgsböden gewöhnt und braucht sehr lange zum Wachsen, während Leylandzypresse, Fichte und Rottanne sich schnell zu undurchdringlichen, lebenden Zäunen entwickeln. Bei Wacholder eignen sich nicht alle Sorten als Heckenpflanzen: Manche sind allenfalls als Bodendecker zu verwenden, können jedoch so dazu dienen, die niedrigen Gefilde älterer Nadelhecken aufzufüllen.

Tipps für die Auswahl

Wichtige Auswahlkriterien neben individuellen Wünschen und der Art des Bodens sind die Platzverhältnisse im Garten und die Lage des Grundstücks. In dicht besiedelten oder urbanen Gebieten dürfen Heckenpflanzen nicht so hoch wachsen, dass sie das Ortsbild dominieren oder Nachbargrundstücke beschatten. Gesetzlich vorgeschriebene Pflanzabstände müssen eingehalten werden. Pflanzen in Mischhecken sollten sich vertragen und nicht bekämpfen. Für üppige Blüten- und Naturhecken müssen in der Breite mindestens 5 Meter veranschlagt werden, niedrige Schnitthecken benötigen weniger Raum.

Durch Abstimmung der Blühzeiten entfaltet eine Duft- oder Schmetterlingshecke ihre Pracht rund ums Jahr. Dornen und Stacheln schützen in Gegenden mit freilaufenden Raubieren (Katzen, Hunde, Füchse, Marder) die Nist- und Brutplätze in der Hecke. Ein Pflanzplan, bei dessen Erstellung der Gärtner gern hilft, erleichtert die richtige Auswahl und Kombination. Familien mit kleinen Kindern legen vielfach Wert auf die Verwendung ungiftiger Heckenpflanzen. Wer Heuschnupfen hat oder viele Allergiker kennt, sollte bei der Auswahl der Heckenpflanzen auch darauf Rücksicht nehmen und die entsprechenden Arten vermeiden.