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Beerenobst

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Viele Namen aber jeder weiß, was gemeint ist



Über den Begriff der Beere, seine korrekte Definition und botanische Abgrenzung, ist schon vieles gesagt worden. Das meiste davon ist für den Hobbygärtner, der gern Beeren aus dem Garten isst, unwichtig und ohne Praxisbezug. Für eine gepflegte, lustige Fachsimpelei unter Freunden ist natürlich auch dieses Wissen brauchbar, es kann auch beim Erkennen von Allergien helfen. Zum Pflichtprogramm gehört es jedoch nur für Botaniker, Züchter und andere Experten.

Klassische Fragen zum Begriff Beerenobst



Für die größte Begriffsverwirrung sorgt die Erdbeere, die zugleich den meisten Menschen als erstes einfällt, wenn von Beeren die Rede ist. Hieß es nicht irgendwann einmal, die Erdbeere sei eigentlich eine Nuss? Und wenn sie zum Obst gehört, warum wächst sie dann auf dem Boden und bildet auch nach Jahren keine holzigen Teile aus? Erdbeeren beispielsweise gehören botanisch zu den Sammelnussfrüchten. Wer eine reife Erdbeere aufschneidet und genau betrachtet, kann sehen, dass jedes der winzigen Nüsschen auf der glänzenden Oberfläche eine Verbindung zu dem Ort hat, an dem sie ursprünglich angelegt wurde.

Himbeeren und Brombeeren sind sogenannte Sammelsteinfrüchte, bestehend aus vielen kleinen Steinfrüchten, die sich zur "Beere" zusammenschließen. Heidelbeeren sind eine Heidekrautgattung. Die Johannisbeere ist eine "echte" Beere, wie auch - botanisch gesehen, der Kürbis.Zum Obst werden Beeren allein wegen ihrer Mehrjährigkeit und des Geschmacks gezählt. Tomaten und Gurken, botanisch gesehen ebenfalls Beeren, sind einjährig und werden daher zum besseren Verständnis dem Gemüse zugerechnet.

Ein Mundvoll Wonne: Erdbeeren



Das Schönste an Erdbeeren: Sie wachsen wie Unkraut, vermehren sich wie Unkraut, schmecken aber königlich und sind auch noch gesund. Manche Sorten blühen und tragen über Monate hinweg gleichzeitig, andere bilden eine große Ernte aus oder mehrere nacheinander. Winzige Stecklinge tragen schon im ersten Jahr viele Früchte. Zur Vermehrung bilden Erdbeerpflanzen lange Triebe aus, an denen immer neue Pflänzchen entstehen und sich festwurzeln, während der Trieb weiterwandert.

Aus jeder fallengelassenen, am Boden verfaulten oder vergessenen Beere kann zudem eine neue Pflanze wachsen. So können sich Erdbeeren als liebliche Landplage im gesamten Garten ausbreiten, lassen sich aber ganz einfach wieder entfernen oder verpflanzen. Der englische Name Strawberry verrät, was Erdbeeren brauchen: Wird die Erde zwischen den Pflanzen gut mit Stroh bedeckt, liegen die Früchte trocken und sind besser vor Schmutz und dem raschen verfaulen geschützt. Schnecken lieben Erdbeeren und lassen sich auch vom Stroh nicht abhalten; wer viele davon hat, sollte sie abends absammeln oder Bierfallen aufstellen.

Süße, kleine Verführer: Himbeeren und Brombeeren



Auch die Himbeere ist mittlerweile in einer riesigen Sortenvielfalt zu haben, sogar mit gelben Früchten. Es gibt früh- und spättragende, süße und säuerliche Sorten mit unterschiedlicher Fruchtgröße und Wuchshöhe. Wichtig ist nur, die Schnittzeiten und -intervalle der entsprechenden Sorte zu beachten: Bei manchen müssen die verholzten Triebe nach dem ersten Tragen komplett zurückgeschnitten werden, bei anderen trägt erst das Holz reiche Frucht, und der Schnitt ist alle zwei Jahre erforderlich.

Die saftig-schwarze Brombeere in ihrer Urform braucht regelmäßige Aufmerksamkeit des Gärtners: Wird sie nicht laufend kontrolliert und zurückgeschnitten, entwickelt sie Tendenzen zur Übernahme des Gartens. Sie wächst mit hoher Geschwindigkeit, klettert auf Bäume, wandert unter dem Rasen und bildet höchst widerstandsfähige Pfahlwurzeln und harte, gefährliche Dornen aus. Im Naturgarten sind Brombeerhecken ein undurchdringliches Hindernis und ein guter Sichtschutz, die Ranken lassen sich nach Lust und Laune führen und verflechten. Von Zeit zu Zeit müssen sie bodennah abgeschnitten werden, damit die Hecke im Innern nicht verkahlt. Dornenfreie Züchtungen machen dem Gärtner die Pflege und Ernte einfacher.

Wald- und Heidebewohner zu Gast: Heidelbeeren



Echte Heidelbeeren mit bläulich-rotem Furchtfleisch gedeihen nicht in jedem Garten. Sie brauchen besondere Bodenbedingungen, damit sich ihre Wurzeln und natürlichen Wurzelpilze wohlfühlen, zudem leben mit verschiedenen Waldbäumen in Symbiose. Trotzdem gedeiht auch die echte Waldheidelbeere in vielen Gärten, wenn sie die entsprechenden "Bodenfreunde" dort vorfindet. Sie liebt es schattig und feucht, braucht Erde mit genau dem richtigen Kalkgehalt, der eventuell noch mit speziellem Dünger, Sand oder Hornspänen angereichert und aufgelockert wird. Der Strauch darf nicht zu tief eingepflanzt werden, obwohl er später sehr tief wurzelt. Anspruchsloser als Waldheidelbeeren sind Blaubeerenkreuzungen mit weißem Fruchtfleisch, deren Geschmack sich leicht von dem der Heidelbeere unterscheidet.

Sauer macht lustig: Johannisbeeren und Stachelbeeren



Rote und weiße Johannisbeeren sind durchsichtig, wenn sie reif sind, und unterscheiden sich im Geschmack nur geringfügig voneinander. Die schwarze Johannisbeere mit ihrem sehr intensiven Geschmack wird nicht transparent und fühlt sich im Mund fast cremig an. Schwarze Johannisbeeren enthalten viel Vitamin C und Eisen. Nicht jeder mag sie direkt vom Strauch, aber sie lassen sich hervorragend zu Säften verarbeiten oder Einkochen. Auch bei Johannisbeeren hängen Schnitt und Ernteertrag eng zusammen. Je nach Sorte müssen die Triebe nach ein- oder mehrmaligem Tragen in der richtigen Weise geschnitten werden.

Stachelbeeren sind intensiv säuerlich, haben eine harte Schale und viele Kerne. Daher werden sie vor dem Frischverzehr meist geschält oder gleich zu Kompott verkocht oder im gebackenen Kuchen serviert. Die traditionsreiche Stachelbeere war ein wenig aus der Mode gekommen, doch aktuell erlebt sie ein Comeback in den hiesigen Beerengärten und bereichert die Sommernachmittage vieler Beerenfreunde.

Fazit: Beerenobst ist für jeden Garten geeignet



In jedem Garten kann Beerenobst gedeihen. Erdbeeren werden umso kleiner, je lehmiger ihr Boden ist. Sie fühlen sich in der vollen Sonne am wohlsten, müssen an heißen Tagen aber gegossen werden, da sie flach wurzeln und daher leicht austrocknen. Auch Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren können kaum genug Wärme und Licht bekommen und lieben sonnige Standorte. Viele Sorten können am Spalier gezogen werden, Johannisbeeren lassen sich teilweise zu kleinen Bäumchen ausbilden, und nichts wächst schneller zur Dornröschenhecke als wilden Brombeeren.

Echte Heidelbeeren und die weniger anspruchsvollen Blaubeeren lieben schattige Plätzchen, nasse Füße und die Gesellschaft von Bäumen, Stauden und anderen Sträuchern. Da die meisten Beerensträucher klein bleiben, dabei aber sehr alt werden können, sind die Ränder von Garten und Beet ideale Standorte. Hier erfordert das Beerenobst keine besondere Vorsicht oder komplizierte Manöver beim Rasenmähen.

Zur gesunden und vitaminreichen Ernährung leisten Beeren einen wichtigen Beitrag. Wer Beerenobst weiterverarbeiten möchte, stößt über das Internet und auch in Büchern auf zahlreiche köstliche Rezepte die zum Ausprobieren einladen. Ob für Kuchen, Gebäcke, frische Obst-Smoothies, Marmelade, Gelees oder auch Säfte, Beeren sind vielseitig einsetzbar.