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Eigenschaften

  • robuster, anspruchsloser Bodendecker
  • schattiger bis halbschattiger Standort
  • filigrane farbige Blüten
  • mehrjährig und winterhart
  • dekorative Laubblätter

Elfenblumen

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Die Elfenblumen (bot. Epimedium) stellen eine Pflanzengattung dar, die zur Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) innerhalb der Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales) gehört. Die Gattung umfasst rund 60 Arten, die in Europa, Afrika und Asien vorkommen.

Die Arten der Gattung Elfenblumen gelten in heimischen Gärten als Juwel. Besonders als Bodendecker für schattige Plätze im Garten erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Trotz ihres hohen Zierwertes durch ihre dekorativen Blätter und Blüten, tragen sie die wenig schmeichelhaften Trivialnamen Sockenblume oder Ziegenkraut. Elfenblumen besitzen filigrane Triebe, schön gezeichnetes Laub und farbige Blüten, wodurch sie viel Dynamik in sonst dunkle und schattige Gartenecken bringen. Die feingliedrige und elegante Form ihrer Blüten sind namensgebend für die Elfenblumen in der deutschen Übersetzung. Wegen ihrer Schönheit und der robusten Eigenschaften kürte der Bund deutscher Staudengärtner die Elfenblumen zur Staude des Jahres 2014.

Blatt

Die Laubblätter der Elfenblumen wachsen grundständig oder am Stängel verteilt. Sie bestehen aus Blattspreite (Lamina) und Blattstiel. Je nach Art ist die Lamina gefiedert oder einfach. Die Fiederblätter sind eiförmig bis lanzettlich oder kreisförmig. Die ungefiederten Blattspreiten weisen an ihrer Basis eine Herzform auf. Sie laufen spitz zu und ihr Blattrand ist stachelig oder gesägt. Die Blattstiele der Stängelblätter sind kürzer als die der grundständigen Blätter. Sowohl die Stiele der Fiederblätter als auch die Blattstiele variieren in ihrer Farbe zwischen hellgrün und grün-weiß. Die seitlichen Fiederblätter zeigen eine Asymmetrie: Die Fiederblätter, die unten und außen wachsen, überragen die innenstehenden Fiederblätter in ihrer Länge.

Blüte

Die Blütenstandsschäfte der Epimedium tragen ein bis vier gegenständige, seltener wechselständige Blätter oder sind unbelaubt. Die Blütenstandsachsen sind kahl. Die Blüten sind zwittrig und stehen in einfachen, endständigen Blütenständen oder in zusammengesetzten, rispigen traubigen Blütenständen. Die zierlichen Elfenblumen-Blüten sind vierzählig und zygomorph. Sie besitzen acht Blütenhüllblätter. Die vier inneren sind kronblattartig, die vier äußeren wachsen kelchblattartig. Die inneren Blütenhüllblätter sind abgeflacht, beutelförmig oder sie sind nach außen hin verlängert zu einem Sporn oder Nektarbeutel.

Der Sporn der Elfenblumen ist je nach Art länger oder kürzer als die äußeren Blütenhüllblätter. Elfenblumen besitzen vier Staubblätter, die in einem inneren Kreis stehen. Ihre Staubfäden sind kahl und ihre Staubbeutel weisen eine Öffnung mittels zweier längsförmiger Klappen auf. Diese rollen sich beim Öffnen noch oben ein. Epimedium Arten weisen ein einzelnes Fruchtblatt auf und entwickeln einen oberständigen Fruchtknoten, der zwischen sechs und 15 Samenanlagen enthält. Der Griffel der Elfenblumen ist in seiner Form schlank und läuft in einer wenig geweiteten Narbe zu. In der Farbe variieren die Blüten zwischen weiß, gelb, rosa, rot, violett und schokoladenbraun. Einige Sorten sind zweifarbig. Die neueren Züchtungen weisen größere Blüten auf als die älteren Arten und Sorten.

Frucht

Elfenblumen bilden trockene Kapselfrüchte. Bei Reife platzen die außengelegenen Mittelrippen der Fruchtblätter einzeln auf und die samentragenden Fächer (Loculamente) öffnen sich. Die Früchte der Elfenblumen sind damit lokulizide Kapseln. Sie enthalten mehrere Samen, die einen deutlich fleischigen Arillus (Samenmantel) besitzen.

Wuchs

Epimedium Arten gelten als Stauden, aber da ihre Wurzeln und ihre Stängelbasis verholzen, haben sie vielmehr den Charakter eines Halbstrauches. Elfenblumen sind ausdauernde Pflanzen mit krautigem Wuchs. Sie bilden Rhizome als Überdauerungsorgane, die kurz sind oder horizontal kriechend und verzweigt. Die Stängel der Staude weisen an ihrer Basis Schuppen auf und sind kahl. Sie stehen rasenförmig oder einzeln. Elfenblumen sind wintergrün oder sommergrün und erreichen eine Wuchshöhe von 30 Zentimetern.

Standort

Generell bevorzugen Elfenblumen einen geschützten und schattigen bis halbschattigen Standort mit einen humosen, feuchtem Untergrund. Elfenblumen bestehen in ihrer Abstammung aus zwei Gruppen (siehe Verbreitung) und haben entsprechend ihrer ursprünglichen Herkunft leicht unterschiedliche Ansprüche.
Die westlichen, aus Vorderasien und Nordafrika stammenden Varianten, wie die Elfenblume Frohnleiten (Epimedium perralchicum) oder die Schwarzmeer Elfenblume (Epimedium pinnatum) gelten als robust. Besonders für unsere heimischen Gärten sind sie gut geeignet. Die Arten dieser Herkunft sind wintergrün und kommen mit Trockenheit und Hitze gut zurecht, wenn sie einen schattigen Standort haben. Sie vermehren sich schnell, bilden einen dichten Flor und überwuchern rasch andere Pflanzen.
Weniger wüchsig hingegen zeigen sich die aus Ostasien stammenden Arten wie die Großblumige Elfenblume (Epimedium grandiflorum) oder die Blütentanz Elfenblume (Epimedium pubescens). Sie bilden schwache Ausläufer und bevorzugen kalkarme, frische Böden an einem Standort, wo sie wenig Wurzelkonkurrenz erwartet, da sie weniger durchsetzungsstark sind. Auf Staunässe reagieren sie empfindlich.

Verbreitung

Die Gattung der Elfenblumen zeigt ihr natürliches Vorkommen auf der Nordhalbkugel in Europa, Afrika und Asien. Die zwei Hauptverbreitungsgebiete sind zum einen das Areal vom Mittelmeerraum bis zum Schwarzmeerraum und zum anderen das gemäßigte Asien. Die größte Artenvielfalt zeigt sich im südöstlichen China.

Nutzung

Elfenblumen gedeihen in heimischen Gärten als Zierpflanzen. Die sommergrünen Arten eignen sich in kleinen Gruppen unter Bäumen in Kombination mit Farnen und Schattengräsern oder Wald-Anemonen. Die wintergrünen Arten finden Verwendung als klassischer Bodendecker in Schattenbeeten und Parkanlagen in Kombination mit konkurrenzstarken Stauden und Gehölzen. Von den beiden Arten Epimedium grandiflorum und Epimedium sagittatum sind die jungen vegetativen Pflanzenteile gegart essbar. In der traditionellen chinesischen Medizin finden Elfenblumen Verwendung als Heilpflanzen gegen Bluthochdruck und Rheumatismus.

Pflege/Schnitt

Wintergrüne Epimedium Arten benötigen einen Schnitt am Ende des Winters, um Raum für frischen Austrieb zu bekommen. Im Sommer schützen eine Schicht Kompost, Laub oder Mulch die Pflanzen vor dem Austrocknen. Bei längeren Trockenperioden brauchen die ostasiatischen Arten regelmäßig Wasser. Im Frühjahr freuen sich beide Varietäten über eine Gabe von Kompost. Starke Fröste vertragen Elfenblumen trotz ihrer Winterhärte nicht. Es empfiehlt sich, die Pflanzen im Winter mit Laub oder Reisig abzudecken, um ihnen Schutz vor Austrocknung und Frost zu gewähren.

Krankheiten/Schädlinge

Elfenblumen gelten als robust gegen Krankheiten. Zu feuchte, windstille Plätze, an denen das Laub nach einem Regenguss langsam abtrocknet, bergen die Gefahr von Blattfleckenpilzen. Pilze wie Phytophtora und Phytium befallen bei Staunässe die Wurzeln, was das Absterben einzelner Triebe zur Folge hat.
Als tierischer Schädling befällt der Dickmaulrüssler die Elfenblumen gelegentlich. Der Befall des nachtaktiven Käfers macht sich durch den für ihn charakteristischen Buchtenfraß an den Blatträndern bemerkbar. Die Larven des Dickmaulrüsslers fressen die Wurzeln der Stauden an. Elfenblumen sind wenig anfällig für Schäden durch Schneckenfraß.

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