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Eigenschaften

  • einjährige oder ausdauernde Kräuter oder Stauden
  • Blätter wechselständig, keine Nebenblätter
  • Blüten in einfachen Trauben oder Doppeltrauben, manchmal auch in Trugdolden
  • Früchte sind Schoten oder Schötchen
  • scharfer Geruch oder Geschmack aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside

Kreuzblütler

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Die Familie der Kreuzblütler (bot. Brassicaceae) gehört zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Die Brassicaceae sind eine große und vielfältige Pflanzenfamilie, die rund 350 Gattungen mit weit über 3000 Arten umfasst. Neue Erkenntnisse durch molekulare Phylogenie-Analysen zur Klärung der evolutionären Verwandtschaftsverhältnisse legen eine Gliederung der Brassicaceae in 24 Triben, das sind die Rangstufen zwischen Unterfamilie und Gattung, nahe.

Da zu der artenreichen Familie der Kreuzblütengewächse viele Kulturpflanzen zählen, ist sie von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr Name leitet sich von der typischerweise kreuzförmigen Anordnung der vier Kronblätter der Blüten ab. Charakteristisch für die Kreuzblütler ist ihr scharfer Geruch oder Geschmack, der von schwefelhaltigen Senfölglykosiden herrührt. In Mitteleuropa kommen diese chemischen Verbindungen ausschließlich in Kreuzblütengewächsen vor.

Blatt

Die Blätter der Kreuzblütengewächse sind immer wechselständig, meist leicht bis stark behaart, oft dichtgedrängt stehend. Es gibt keine Nebenblätter. Die Haarform der Blattbehaarung kann sich von Art zu Art stark unterscheiden und gilt als wichtiges Bestimmungsmerkmal. Der Blattrand ist ganzrandig, fiederteilig, gefingert, fiederspaltig oder tief eingeschnitten.

Blüte

Die Blüten der Brassicaceae sind radiärsymmetrisch (strahlig) und meist in Trauben vereint. Dabei handelt es sich um einfache Trauben, Doppeltrauben oder seltener um Trugdolden. Sie sind immer vorblattlos und setzten in den meisten Fällen an einem stark reduzierten Tragblatt an.
Vier grüne Kelchblätter und vier farbige Kronblätter bilden die Blütenhülle. Die sechs Staubblätter sind in zwei Kreisen angeordnet. Die vier Staubblätter des inneren Kreises haben längere Staubfäden, während die Staubfäden der zwei Staubblätter des äußeren Kreises kurz sind. Das bedeutet, dass die Blüten der Kreuzblütengewächse disymmetrisch sind, da sie nur zwei Symmetrieebenen haben, eine in der Medianebene und eine in der Transversalebene.
Der Fruchtknoten ist aus zwei Fruchtblättern verwachsen. Er ist oberständig und durch eine falsche Scheidewand in zwei Fächer geteilt. An der Verwachsungsnaht liegen die Samenanlagen. Die Bestäubung geschieht vielfach durch Insekten, selten durch den Wind.

Frucht

Bei den Früchten der Kreuzblütler handelt es sich im eigentlichen Sinne um Kapselfrüchte. Diese sich zweiklappig öffnenden Kapseln werden als valvate Kapseln betitelt. Allerdings hat sich die allgemeine Bezeichnung 'Schote' durchgesetzt.

Unabhängig von ihrer Größe werden Schoten, die weniger als dreimal so lang wie breit sind, als Schötchen bezeichnet. Üblicherweise öffnen sich die Schoten bei Fruchtreife von oben nach unten. Zum Schluss fallen die Klappen ganz ab, nur der Rahmen bleibt stehen. Dieser Rahmen wird als Replum bezeichnet und ist mit einer durchsichtigen Scheidewand ausgefüllt. An seinem Rand sitzen die Samen, die einzeln verstreut werden. In den Samen befindet sich ein ölhaltiger Keimling und kein oder wenig Nährgewebe.

Wuchs

Bei den Kreuzblütengewächsen handelt es sich überwiegend um einjährige oder ausdauernde Kräuter oder Stauden. Wenige Arten wachsen als Halbsträucher, Heliophila scandens kann als Liane sogar klettern. Alle in Mitteleuropa beheimateten Brassicaceae-Arten haben einen krautigen Wuchs.

Verbreitung

Die große Familie der Kreuzblütler ist weltweit verbreitet. Die meisten Arten sind jedoch in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre anzutreffen. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Mittelmeergebiet und in Südwest- sowie in Zentralasien. In tropischen Zonen sind Brassicaceae selten und eher in Gebirgslagen zu finden.

Nutzung

Kreuzblütengewächse haben eine große Bedeutung für den Menschen, zählen doch wichtige Gemüse-, Futter-, Gründüngungs-, Öl- und Gewürzpflanzen zur Pflanzenfamilie. Viele Arten werden seit dem Altertum angebaut. Bereits vor 8.000 Jahren kultivierten die Bewohner Nordeuropas den sogenannten Urkohl. Alle heute bekannten Gemüsekohlarten (Brassica oleracea) gehören dieser Art an. Den großen Formenreichtum und die unzähligen Varianten haben die Menschen durch systematische Selektion gezüchtet. Bei Landwirten und Gärtnern nicht sehr beliebt, finden sich auch viele Unkräuter wie die Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana), das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta) und das Hirtentäschel (Capsella) in den Reihen der Kreuzblütler.

Die wichtigsten Nutzungsbereiche der Brassicaceae-Familie im Überblick:

  • Ölgewinnung: Raps (Brassica napus) hat enorme Bedeutung in der Ölproduktion. Rapsöl ist ein wichtiges Speiseöl, wird aber auch als Futtermittel, als Biokraftstoff und zur Herstellung von Farben, Kunststoffen, Tensiden, Weichmachern und Schmierstoffen verwendet.
  • Lebensmittel: Gemüsekohl (Brassica oleracea) mit seinen vielfältigen Zuchtformen spielt in der menschlichen Ernährung eine große Rolle. Allen Gemüsekohlarten gemeinsam ist ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Die enthaltenen Senfölglykoside werden im Körper zu Senfölen metabolisiert. Senföle zeichnen sich durch ihre antibakteriellen, antioxidativen, cholesterinsenkenden und chemoprotektiven Eigenschaften aus. In der modernen Medizin gilt mittlerweile als unumstritten, dass Senföle den Körper vor Krebs schützen können. Als weitere Vertreter der Familie kommen Rucola (Eruca vesicaria subsp. sativa), Kresse (Lepidium sativum) und Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) als Salat auf den Teller. Auch Rettich (Raphanus sativus L.) und Radieschen gehören zu den Kreuzblütengewächsen.
  • Futterpflanzen: Im Bereich der Viehzucht eignen sich Futterraps (Brassica napus L.) und Winterrübsen (Brassica rapa L.) als Zwischen- und Übergangsfutter.
  • Gründüngung: Landwirte nutzen Kreuzblütler wie Weißen Senf (Sinapis alba), Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) und Raps (Brassica napus) zur Bodenverbesserung auf den Feldern.
  • Gewürze: Schwarzer Senf (Brassica nigra), Weißer Senf (Sinapis alba) und Meerrettich (Armoracia rusticana) sind beliebte Gewürzpflanzen.
  • Zierpflanzen: Einige Vertreter der Brassicaceae sind dekorative Gartenpflanzen. Das Blaukissen (Aubrieta) beispielsweise, dem seine Familienzugehörigkeit für Laien auf den ersten Blick nicht anzusehen ist. Levkoje (Matthiola), Mondviole (Lunaria rediviva), Goldlack (Erysimum cheiri), Nachtviole (Hesperis matronalis) und andere Kreuzblütengewächse zieren Gärten und Parks.

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