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Eigenschaften

  • immergrüne, leicht verzweigte Kleinsträucher
  • Wuchshöhe 30 bis 50 Zentimeter
  • gleichfarbige Kelch- und Kronblätter
  • wertvolle Bienenweide
  • genügsam und gut winterhart

Heidekraut

Gattung Calluna ab €1.80 kaufen
     
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Die als Heidekraut bekannte Gattung Besenheide (bot. Calluna) gehört der Familie der Heidekrautgewächse (bot. Ericaceae) an. Diese Familie gehört zu den Heidekrautartigen (bot. Ericales). Als einzige Art (bot. Calluna vulgaris) dieser Gattung ist sie monotypisch.

Der Name Calluna lässt sich vom griechischen Wort 'kalynein' (schön machen, reinigen) ableiten. Ihr deutscher Name geht auf das früher häufige Verwenden der Zweige zum Herstellen von Besen zurück. Von der ebenfalls im Herbst im Gartenhandel angebotenen Gattung der Heidekräuter (Erica) unterscheidet sich die Besenheide bei näherem Hinsehen. Die charakteristische Blattform sowie deren gegenständige Anordnung machen den Unterschied. Die schöne Calluna ist die Pflanzenart, die in Europa oftmals ganze Landschaften prägt.

Blatt

Das immergrüne Laub der Besenheide ist schuppenförmig. Oft liegen die Blätter gegenständig am Spross an, sodass sie sich überdeckenden Dachziegeln ähneln. Sie sind einen bis vier Millimeter lang, dunkelgrün bis graugrün und färben sich im Winter häufiger bräunlich. Ein zweizipfeliger Sporn befindet sich an der Blattbasis. Die Rollblätter tragen ihren Namen wegen ihrer stark eingerollten Blattränder. Aufgrund des schlechten Streuabbaus und eines damit einhergehenden verstärkten Aufkommens von Rohhumus beeinflusst die Besenheide die Bodenbildung negativ.

Blüte

Die Besenheide stellt ihre nickenden Blüten zwischen August und Oktober zur Schau. An der Spitze eines diesjährigen Zweiges stehen sie in drei bis 20 Zentimeter langen Blütenständen. Die Einzelblüte besteht je nach Sorte aus jeweils vier rosafarbenen, roten, violetten oder weißen Kelch- und Kronblättern. Erstere sind deutlich größer und überragen die Kronblätter, sodass sie die eigentlichen Farbgeber sind. Die schon in der Knospe geöffneten Staubblätter locken mit ihrem Nektar Ockergelbe Blattspanner, Honigbienen und Falter an, die das Bestäuben der Blüten übernehmen. Als Folge eines ausbleibenden Insektenbesuches verlängern sich die Staubfäden. Alternativ trägt der Wind die Pollen mit sich fort.

Frucht

An der Besenheide reifen von März bis April des kommenden Jahres rundliche, etwa zwei Millimeter dicke Kapselfrüchte, die von den Kelchblättern weitestgehend umhüllt bleiben. In ihnen entwickeln sich zahlreiche kleine, schwarze, 0,3 Millimeter lange Samen. Diese schüttelt der Wind aus der reifen Frucht und verbreitet sie. Brände beschleunigen das Keimen der Lichtkeimer.

Wuchs

Die Besenheide ist ein immergrünes Gehölz. In Mitteleuropa kennen wir es als reich verzweigten Zwergstrauch mit einer Wuchshöhe von 30 bis 50 Zentimetern. Das Wachstum ist relativ langsam. Die Pflanzen neigen dazu, mit zunehmendem Alter von der Basis ausgehend zu verkahlen, sodass sich bei älteren Exemplaren lediglich an den Spitzen Blätter befinden.

Standort

Der Kleinstrauch zählt zu den säureliebenden Pflanzen und bevorzugt nährstoffarme, durchlässige Sandböden. Optimal gedeiht er an einem sonnigen Standort. Zwar verträgt er auch lichten Halbschatten, doch geht dieser mit einer wesentlich geringeren Menge an Blüten einher.

Verbreitung

Das natürliche Areal der Besenheide reicht von den Azoren bis ins nördliche Kleinasien. Der Norden Marokkos bildet die südliche Grenze ihres Wildvorkommens. In Nordamerika breitet sie sich zunehmend aus, nachdem sie im 19. Jahrhundert durch schottische Einwanderer nach Kanada kam. In Deutschland zählt sie im Flachland in Heidegebieten zur prägenden Vegetation, ist aber auch in Höhenlagen bis 2700 Metern an offenen Standorten anzutreffen. Typischerweise siedelt sie in sonnigen bis lichten Lagen auf sauren, trockenen bis wechselfeuchten Böden. Zu den bevorzugten Biotopen zählen Heiden, Magerweiden, Dünen, kalkarme Felshänge, sonnendurchflutete Wälder und Moore.

Nutzung

Dank ihrer reichen Blüte ist die Besenheide eine beliebte Zierpflanze. In Kübel gepflanzt, schmückt sie im Herbst und Winter Balkon und Terrasse. Auch im (Stein-)Garten kommt sie in gemischten Gesellschaften gut zur Geltung. Ebenso ist sie als Friedhofsgrün beliebt. Sehr gut kombinieren lässt sich der Zwergstrauch mit anderen Moorbeetpflanzen, Ziergräsern oder natürlich aussehenden Elementen wie beispielsweise Wurzeln. Da sie sehr zuckerhaltigen Nektar produziert, stellt die Besenheide eine wertvolle Bienenweide dar. Ihre jahrelange Durchhaltevermögen gegenüber Wind- und Wetter macht sie zu einer beliebten und robusten Pflanze in jedem Bereich.

Pflege/Schnitt

Die langsamwüchsige Besenheide ist genügsam. Dankbar zeigt sich der Strauch für Düngergaben in Form von Moorbeet- oder Rhododendrondünger im Frühjahr sowie für regelmäßiges Wässern mit vorzugsweise Regenwasser. Bei ausgetrockneten Topfpflanzen hilft das Tauchen des gesamten Topfes in Wasser. So lange bis die Erde mit Wasser gesättigt ist und keine Luftblasen mehr aufsteigen. Im Winter auftretende Schäden sind meist keine Folge von Frost, sondern von zu trockenem Boden.

Ein bei der Pflanze übliches Verkahlen lässt sich mit einem jährlichen Rückschnitt verhindern, der idealerweise im März oder April erfolgt. Mit dem Einkürzen des letztjährigen Neutriebes auf etwa halbe Länge fördert der Gärtner sowohl das gesunde Wachstum der Pflanze als auch deren Blütenpracht. Ein Rückschnitt ins alte Holz ist zu vermeiden. Ein zu tiefer Schnitt schadet den Pflanzen und führt zu enem geringeren Austrieb.

Krankheiten/Schädlinge

Ungünstige Wetterverhältnisse sowie schlechte Hygiene begünstigen Pilzbefall. Insbesondere im Winter zeigen sich die jüngeren Triebe anfällig. Mit einem luftigen und sonnigen Standort lässt sich diesbezüglich vorbeugen. Schädlinge befallen die Besenheide selten. In sehr feuchten Jahren vertilgt der Heideblattkäfer sowohl Blätter als auch Triebspitzen. Das Laub erscheint daraufhin vertrocknet.

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