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Eigenschaften

  • wachsen einjährig oder ausdauernd
  • lieben die Trockenheit, magere Böden, sonnige Standorte
  • weiße oder rosa Blütendolden
  • Zierpflanzen für Wildgärten, Beete, in Töpfen
  • als Schnittblumen geeignet

Gipskräuter

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Die Gattung der Gipskräuter (bot. Gypsophila) erfasst krautige einjährige oder ausdauernde Pflanzen. Sie zählen zu den Bedecktsamern und sind zweikeimblättrig. Die Blüten erfreuen mit einer fünfzähligen Blütenhülle. Damit gehören sie zur großen Basisklasse der Magnoliopsida oder Kerneudikotyledonen. In der nachfolgenden Ordnung zählen sie zu den Nelkenartigen (Caryophyllales).

Ihre Familie sind die Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die Familie umfasst viele Pflanzenarten und ist in Unterfamilien strukturiert. Eine dieser Unterfamilien ist die Gattung der Gipskräuter. Die Gipskräuter unterteilen sich nach der neuen Pflanzensystematik in über einhundert Arten. Zur Beschreibung dient das Kriechende Gipskraut (Gysophila repens L.). Es zeigt alle Eigenschaften, die für die Gipskräuter typisch sind. Botaniker bezeichnen eine solche Pflanze als Typusart. Seit 2009 ist die neue Systematik, veröffentlicht durch die Angiosperm Phylogeny Group, gültig.

Blatt

Die Pflanzen dieser Gattung bilden Laubblätter aus. Diese sind gegenständig angeordnet. Die Form des Blattes ist schmal und meist linealisch oder lanzettlich. Es hat eine deutliche Spitze. Manchmal sind die Blätter fleischig. Die Blätter sind grün oder mit einem bläulichen Schimmer. Die Blattlänge variiert zwischen zwei und sieben Zentimeter, die Breite zwischen zweieinhalb und zehn Millimeter.

Blüte

Die Blüten sind in endständigen Rispen geordnet. Aus der Mutterachse des Blütenstandes entspringen jeweils zwei kräftige Seitenachsen, an deren Ende weitere Blüten stehen. Botanisch nennt sich die Form Dychasium. Die Blüte ist zwittrig. Alle Teile der Blüte sind radial um eine zentrale Achse angeordnet (radiärsymmetrisch).
Die Blüte besteht aus fünf, an der Spitze abgerundeten Kronblättern. Sie sind drei bis vier Millimeter lang. Fünf miteinander verwachsene Kelchblätter bilden den Kelch. Als Besonderheit zeigt er trockene grüne Streifen. Der Kelch ist eineinhalb bis zwei Millimeter lang. Die Staubblätter ragen deutlich über die Blütenkrone hinaus. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September. Bestäuber der Blüten sind Mücken oder Fliegen sowie Bienen und Hummeln.

Frucht

An den Pflanzen entstehen rundliche Kapseln mit einer Länge von drei bis fünf Millimetern. Als Besonderheit haben die Samen stumpfe Höcker. Sie verbreiten sich durch eine besondere Technik. Das gesamte oberirdische System der Pflanze löst sich als Einheit bei Fruchtreife an der Basis ab. Der Wind treibt die trockene Pflanze über den Boden. Dabei verteilen sich die Samen. Dieses System nennt sich Steppenroller.

Wuchs

Gipskräuter sind krautige Pflanzen. Sie sind einjährig, ausdauernd und in Ausnahmen Halbsträucher. Die Stängel stehen aufrecht. Am Grund entwickeln sich weiche Drüsenhaare. Die Pflanzen haben eine rübenartige, verdickte Pfahlwurzel. Sie wächst bis zu einer Länge von zweieinhalb Metern.

Standort

Gypsophila wächst an ihren Ursprungsorten in felsigen Bereichen, auf Sand oder auf Kiesbänken. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden und gedeiht auf Gips. Auf diese Vorliebe bezieht sich der umgangssprachliche Name Gipskraut. Der ideale Standort ist hell und vollsonnig. Trockener Untergrund ohne Staunässe ist für die ausdauernde Pflanze wichtig. Gipskräuter begrünen Bahndämme, Straßen- und Wegränder oder Schuttflächen.

Verbreitung

Gipskräuter wachsen in klimatisch gemäßigten Gebieten. Die meisten Arten haben sich im östlichen Mittelmeerraum und in Eurasien entwickelt. Schwerpunkte liegen im gesamten Kaukasus und in der Türkei. Manche Arten kommen in begrenzten Regionen vor, beispielsweise das Mandschurische Gipskraut in China. Andere Arten haben sich, wie das Rispige Gipskraut, als Neophyt auf fast allen Kontinenten verbreitet. Das Kriechende Gipskraut, die Typuspflanze der Gattung, ist in mehreren europäischen Ländern beheimatet. Wildbestände gibt es in Deutschland. In Österreich und in der Schweiz gehören Gipskräuter zu den verbreiteten einheimischen Pflanzen. Der Bestand ist in den drei Ländern nicht bedroht.

Nutzung

Gipskräuter haben einen überwiegend zierenden Charakter. In Gärten mit Wildcharakter bereichern die Arten mit ihrem lockeren, meistens weißen Blütenflor die Bepflanzung. Sie wachsen unter lichten Gebüschen und unter hohen Bäumen. In lückigen Wiesen bilden sie weiche Blütenwolken. Ihre Vorliebe für trockene, steinig-sandige Böden mit geringen Nährstoffen und viel Sonne ist ausschlaggebend für einen jahrelangen Bestand. Dann bilden die Pflanzen zauberhaft blühende Flächen. Ausdauernde Arten treiben im Frühjahr neue Sprosse. Die einjährigen Arten säen sich auf offenen Böden gut aus.

Sorten sind unter dem Sammelnamen Schleierkraut bekannt. Ausgangsbasis ist meistens das Rispige Gipskraut (Gypsophila paniculata). Die Pflanzen haben größere Blüten, üppige Rispen und blühen zum Teil in Rosa. Die Blütenstängel sind bis über einen Meter lang. Die Blütezeit der Sorten variiert. Sie wirken an vielen Stellen im Garten als traumhafte Solitärstauden. Klassisch lockern die Gipskräuter Rosenbeete auf. Die prächtigen Blütenschleier verleihen Staudenbeeten Leichtigkeit oder setzen Kontraste zu prunkvollen Gladiolen und Dahlien.

Gipskräuter eignen sich hervorragend für Steingärten, Stützmauern oder Sichtschutzmauern. Arten und Sorten mit höherem Wuchs hängen aus Spalten. Eine Mauerkrone mit niedrigen Arten ist ein wunderbarer Hingucker. Niedrige Sorten oder Einjährige gedeihen in hohen Töpfen oder Kästen gut. Einige Gipskräuter sind für Ampeln geeignet. Die Blütenstände von Gypsophila sind ausgezeichnete Schnittblumen. Frisch oder getrocknet bringen sie Leichtigkeit in Sträuße und Gestecke. Die Wurzeln einiger Arten dienten früher als Waschmittel für Wolle. Der Inhaltsstoff Saponin löst Schmutz und Fett.

Pflege/Schnitt

Der ideale Boden besteht aus sandig-steinigem Substrat. Er ist tiefgründig locker, trocken und mager. Eine gute Drainage ist wichtig. Humusboden erhält eine gute Zugabe aus Sand und Split. Zur Kübelbepflanzung eignet sich magere Aussaaterde mit Sand, Split oder Kies als Beimischung. Bei Neupflanzungen ist ein kleiner Hügel aus Sand und Steinen unter dem Wurzelballen hilfreich. Er verhindert, dass sich Wasser staut und die Wurzeln faulen. Ein guter Standort ist vollsonnig.

Gießen ist nur bei langen Trockenperioden und frisch gesetzten Pflanzen notwendig. Dünger sind in jeder Form für die Pflanze schädlich. Höhere Blütenstängel benötigen eine Stütze. Die Pflanzen stehen gut zwischen hohen Stauden oder vor Gartenzäunen. Ein Rückschnitt der verblühten Blütenstängel über dem untersten Blattpaar regt die Pflanze zum neuen Austrieb an. Mit der Entfernung aller oberirdischen Teile, eine Handbreit über dem Boden, gehen die Gipskräuter in die Winterruhe. Reisig und Fichtenzweige schützen die Jungpflanzen in den Wintermonaten.

Krankheiten/Schädlinge

Krankheiten kennen die Arten von Gypsophila nicht. Durch Pilzbefall sind manche Sorten an nassen Standorten gefährdet. Die vollständige Entsorgung der Pflanze ist notwendig. Auch Nacktschnecken und Kaninchen lieben die Gipskräuter. Für Beete oder große Solitärpflanzen eignen sich Schneckenzäune. Breite Umgebungsbereiche aus lockerem Split, kleinkörnigem Kies oder trockenem Sägemehl reduzieren den Befall. Kaninchendraht hält die Nager fern.

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