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Eigenschaften

  • attraktive, leuchtende Blüten
  • krautig bis verholzend, ausdauernd
  • Nutz- und Zierpflanzen
  • winterhart, pflegeleicht
  • Blüten und Früchte dienen als Nahrung und Heilmittel

Malven

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Die Malven (bot. Malva) sind eine Gattung in der Unterfamilie der Malvoideae. Übergeordnet ist die Familie der Malvengewächse (Malvaceae) in der Ordnung der Malvenartigen (Malvales). Die Malven gehören in der botanischen Ordnung zu den bedecktsamigen Pflanzen, den Rosiden. Teilweise wurde die Gattung Malva innerhalb der botanischen Systematik in einen Komplex nahe verwandter Gattungen gestellt. Das sind, neben weiteren, die Gattungen Stockrose (Alcea), Trichtermalve (Malope) oder der Echte Eibisch (Althea). Die Abgrenzungen sind nicht eindeutig und die Anzahl der Gattungen variiert. Deshalb ist innerhalb der Gattung Malven die Anzahl der Arten nicht genau definiert.

Ergebnisse aus molekulargenetischen Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft der Gattungen. Deren Mitglieder kommen alle von einer Stammart. Jedoch sind die Nachfahren der Stammart nicht alle erfasst. Einige Nachfahren ordnen die Botaniker in separaten biologischen Einheiten (Taxon) ein. Ein solcher Komplex ist als paraphyletisch bezeichnet. Die neuen Ordnungen des Komplexes Malvoideae enthalten weniger Gattungen. Die Gattung der Malven ist umfassender. Einige Arten aus der Gattung Lavatera (Strauchmalven) sind den Malven zugeordnet. In der Gattung Malven sind zwischen 15 bis 30 Arten erfasst.

Blatt

Die Laubblätter bestehen aus Blattstiel und Blattspreite. Der Blattstiel ist zwischen zwei bis fünfzehn Zentimeter lang. Der Querschnitt ist rund oder eckig und besitzt und im oberen Bereich gefurcht. Er ist mit spärlichen Haaren oder Sternhaaren besetzt. Sternhaare haben zahlreiche lange Strahlen, die sternförmig abstehen und samtig wirken. Die Blattspreite variiert deutlich. Die Breite beträgt zwischen drei und elf Zentimeter. Die Länge der Blattspreite liegt zwischen drei und rund zehn Zentimeter. Die Form ist nierenförmig, rund, fünf- oder siebenlappig. Die Blattlappen sind oft gerundet, manchmal spitz. Der Blattrand erscheint glatt, ist gekerbt, gesägt oder wellig. Die Blattober- und Blattunterseite ist kahl oder behaart. Es gibt Nebenblätter.

Blüte

Die Blüten stehen einzeln, zu zweit bis zu viert in den Blattachseln. Die Blütenstiele sind zwei bis 40 Millimeter lang. Alle Blüten sind radiärsymmetrisch aufgebaut. Es sind mehrere, strahlenförmig verlaufende Symmetrieebenen angelegt. Alle Teile sind identisch und kreisförmig sowie dreidimensional um die zentrale Achse angeordnet. Die Blüten sind zwittrig, fünfzählig und besitzen eine doppelte Blütenhülle. Sechs bis sieben Nebenkelchblätter sind an der Basis verwachsen. Die fünf Kelchblätter verwachsen becherförmig. Es sind 15 oder mehr Staubblätter und ebenso viele Fruchtblätter vorhanden. Die gelben Staubbeutel sind kompakt und mit zwei Pollensäckchen ausgestattet. Die Staubblätter verwachsen zu einer Röhre. Sie ist kahl oder spärlich behaart und den Stempel umgebend. Die 15 oder mehr Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Er enthält ebenso viele Fruchtkammern mit jeweils einer Samenanlage. Blütenfarben sind hauptsächlich weiß, rosa und blaustichiges Rot. Die Bestäubung der Malven erfolgt vorwiegend durch Hummeln.

Frucht

Es entwickeln sich scheibenförmige, kahle Spaltfrüchte, mit fünf oder mehr Millimetern Durchmesser. Die Frucht ist flach-kugelig und zerfällt in zehn oder mehr Teile. Die Samen sind glatt, die Kanten sind abgerundet und kahl oder flaumig behaart. Manche sind mit Pusteln besetzt oder wirken rau und runzelig.

Wuchs

Malven sind krautig, verholzend, ausdauernd. Im ersten Jahr haben sie eine Rosette oder Halbrosette aus bodenständigen Blättern. Im zweiten Jahr entwickelt sich daraus ein Stängel, an dessen Ende die Blüten stehen. Manche Arten sind verzweigt. Die Höhe beträgt zwischen zehn und 120 Zentimetern. Die Stängel oder Äste liegen am Boden, steigen bogig auf oder stehen aufrecht. Manchmal entstehen an den unteren Blattachseln neue Blattknospen. Aus ihnen treiben im Folgejahr neue Blütenstängel. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Malven sind laubabwerfend oder immergrün. Sie besitzen eine spindelförmige, tief im Erdreich verankerte Pfahlwurzel. Daraus bilden sich zahlreiche Wurzelfasern.

Standort

Die Pflanzen wachsen auf sandigen, trockenen Flächen und mögen es luftig. Sie gedeihen in der Nähe von Wasserflächen oder auf Hängen. Malven stehen auf Wiesen, Äckern, Nutzflächen und manche Arten gerne auf Ruralflächen. Beispielsweise an Wegen, Böschungen und auf Schutthalden. Züchtungen gedeihen auf sandig-lehmigem Boden. Sonne fördert die Blütenbildung und Samenreife. Auch in den halbschattigen Bereichen gedeihen die Malven.

Verbreitung

Die Gattung der Malven ist weltweit in den subtropischen und gemäßigten Zonen verbreitet. Manche Arten überspringen Kontinente oder breiten sich auf dem Festland und auf Inseln innerhalb einer Region aus. Auf den Kanarischen Inseln ist Malva acerifolia endemisch. Malva cretica und Malva aegyptia kommen in Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien vor. Malva pusilla, die kleinblütige Malve, hat sich ein riesiges Gebiet erobert. Sie wächst von der Türkei bis nach Sibirien und ist in China und in der Mongolei verbreitet. Die Wilde Malve (Malva sylvestris) und die Wegmalve (Malva neglecta) haben sich in Südeuropa oder Asien entwickelt. Heimisch sind sie weltweit in den gemäßigten Zonen und kommen häufig in Mitteleuropa vor.

Nutzung

Wilde Malve und Wegmalve sind in Mitteleuropa seit langer Zeit von nützlicher Bedeutung. Die grünen Samenkapseln dienten früher zur Zubereitung von Brei für Kleinkinder. Die jungen Blätter ergänzen als Salat und Gemüse den Speiseplan. Die Blüten ergeben frisch oder getrocknet Tee. Er ist in der Hausmedizin von Nutzen. Als Wirkstoff dienen die Schleimstoffe, enthalten in den Blättern und Blüten. Die Blüten enthalten Anthocyane, beispielsweise Malvin. Die Lebensmittelindustrie verwendet den rotblauen Farbstoff. Aus der gesamten Pflanze sind weitere Farbstoffe zu gewinnen. Die cremefarbenen, gelben oder grünen Farben sind ökologische Färbemittel. Viele Ziersorten entstammen botanischer Züchtungen. Die Adern sind farblich hervorgehoben, eine dunklere Mitte betont helle Blüten, kräftige weinrote Farbtöne beleben die Blumen.

Pflege/Schnitt

Malven sind winterhart. Die wild wachsenden Pflanzen auf Plätzen und an Wegen benötigen keine Pflege. Bleiben reife Samenkapsel stehen, sorgt die Pflanze selbst für Nachkommen. Zierpflanzen in Gärten, manchmal in großen Töpfen, wachsen in einer Mischung aus Kompost, gemischt mit Sand und Lehm. Sie benötigen in trockenen Zeiten Wassergaben. Als Pflege reicht es, die trockenen Stängel abzuschneiden und vertrocknete Blätter zu entfernen.

Krankheiten/Schädlinge

Malven sind robust. Bei ungünstigen Standorten, sehr langen Trockenperioden oder langen Regenphasen entsteht Malvenrost. In der Anfangsphase wirken die Oberseiten der Blätter wie von runden Rostflecken bedeckt. Daraus werden dicke rotbraune Pusteln. Alle von diesem Pilz befallenen Blätter, angrenzende Pflanzenteile und herabgefallene Pflanzenteile sind zu entfernen. Sie gehören in den Hausmüll und keineswegs in den Kompost.

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