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Eigenschaften

  • große Laubbäume und Sträucher
  • wohlschmeckende, essbare Nussfrüchte
  • in der nördlichen Hemisphäre verbreitet
  • wachsen in gemäßigten Regionen
  • sommergrünes Laub, deutliche Nervatur

Kastanien

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Kastanien (bot. Castaneae) bilden eine Gattung in der Pflanzenfamilie der Buchengewächse (Fagaceae). Die Pflanzengattung Castaneae gehört zu der Klasse der Bedecksamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Sie umfasst zwölf bekannte Arten von Bäumen und Sträuchern, die vorwiegend auf der nördlichen Erdhalbkugel vertreten sind. Die Kastanienarten der Gattung Castaneae sind nach der Anzahl ihrer Nussfrüchte pro Fruchtbecher (Cupula) in die Sektion Eucastanon und die Sektion Balanocastanon unterteilt.

Die Kastanienarten der Sektion Eucastanon besitzen drei oder mehr Früchte in einem Fruchtbecher. Die Kastanienarten der Sektion Balanocastanon beherben eine Frucht in jedem Fruchtbecher. Trotz ihrer Ähnlichkeiten in der deutschen Namensbezeichnung und im Aussehen der Früchte, gehört die bekannte Rosskastanie nicht zu der Pflanzengattung Kastanien. Auch ist sie botanisch nicht mit der Pflanzenfamilie der Buchengewächse verwandt. Rosskastanien (Aesculus) sind eine eigene Pflanzengattung in der Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).

Blatt

Die Bäume und Sträucher der Gattung Castaneae sind winterkahl. Im Sommer zieren sie sich mit grünen Laubblättern, die im Herbst eine gelb-orange Farbe annehmen und zum Winter abfallen. Die lang gestielten Blätter sind wechselständig angeordnet und stehen an den Seitenzweigen zweizeilig. Die Form der Blätter nimmt eine länglich-elliptische bis breit-lanzettliche Gestalt an. Die Blattspitze ist zugespitzt oder spitz. Der Blattrand ist gezähnt. Kastanienblätter haben parallel verlaufende Nebennerven. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Blüte

Kastanien sind einhäusige getrenntgeschlechtliche (monözische) Pflanzen. Die maskulinen und femininen Blütengeschlechter sind auf einer Pflanze angeordnet und sitzen auf den Blütenständen an den Enden der Zweige. Die Pflanzen der Gattung Castaneae weisen steif aufrecht gestellte Blütenstände (Kätzchen) auf. Die Blütenblätter bilden bei vielen Arten dieser Gattung ein sechsteiliges Perigon.

Die maskulinen Blüten befinden sich in köpfchenartigen Teilblütenständen auf aufrechten langen Kätzchen. Die Blütenhülle (Perianth) ist im äußeren Bereich dicht behaart oder fast kahl. Die maskulinen Blüten enthalten sechs oder mehr Staubblätter mit langen Staubfäden (Filamente). Die daran rückenständig befestigten Staubbeutel (Anthere) sind relativ klein und verfügen über zwei Theken. Die rein maskulinen Blütenstände der Kastanien entwickeln sich zuerst.

Die femininen Blüten der Kastanien sind an der Basis der Kätzchen sitzend angeordnet und enthalten lang gezogene, steife, nadelförmige Griffel mit spitzen kleinen Narben. Ein bis drei feminine Kastanienblüten stehen in einem stacheligen Involucrum (Hüllkelch) zusammen. Der Fruchtknoten mit den Samenanlagen ist unterständig. Er hat sechs bis acht Fruchtblätter mit mit der gleichen Anzahl an Fächern.

Frucht

Die Bäume und Sträucher der Pflanzengattung Kastanien entwickeln im botanischen Sinne Nüsse. Die Nuss befindet sich in einem stacheligen Fruchtbecher (Cupula), der sich aus dem Involucrum bildet. Der Fruchtbecher (Cupula) besteht aus mehreren Klappen, die sich öffnen, sobald die Frucht reif ist. In einer Cupula sind, je nach Kastanienart, eine Nuss oder drei Nüsse enthalten.

Diese Nussfrüchte sind relativ groß und haben eine braune, glänzende, glatte und ledrige Fruchtschale (Perikarp). Die Nuss weist an der Basis einen hellen breiten Fleck an seinem Nabel auf, durch den die Nuss mit der Cupula verbunden war. Auf der Oberseite besitzt die Nuss eine Spitze mit verholzten Narbenästen. Im Inneren befindet sich hinter der Fruchtschale der Samen. Kastanienfrüchte sind einsamige Nüsse. Die Nussfrucht vieler Arten der Gattung Castaneae ist essbar.

Wuchs

Kastanien sind verholzende Pflanzen und wachsen als Bäume oder als Sträucher. Je nach Art, erreicht die Wuchshöhe der Bäume der Gattung Castaneae bis zu 35 Meter. Der Stammdurchmesser der Castaneae kann zwei bis drei Meter betragen, bei älteren Bäumen mehr. Die Borke ist eichenähnlich und mit zunehmendem Alter tief gefurcht. Die Bäume verfügen bei vielen Arten über ein stark ausgeprägtes Wurzelsystem. Kastanien entwickeln in den meisten Fällen eine ausladende Baumkrone.

Standort

Castaneae sind wärmeliebende Pflanzen und bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Über einen kurzen Zeitraum überstehen die Pflanzen dieser Gattung frostige Minustemperaturen. Kastanien schätzen tiefgründige, sandige, humusreiche und gut durchlüftete Böden. Viele Arten benötigen leicht säurehaltige Böden. Kastanien vertragen keine kalkhaltigen Böden, Staunässe und Bodenverdichtung. Rundum frei stehend, entfalten Castaneae eine volle und ausgebreitete prachtvolle Baumkrone.

Verbreitung

Die Pflanzen der Gattung Castaneae sind in der nördlichen Hemisphäre der Erde verbreitet. Die Castanea kommt in verschiedenen Arten, vor allem in den Gebieten von Nordamerika, Europa, China und Japan, vor. In Europa ist die Pflanzengattung allein durch die Edelkastanie (Castanea sativa) als heimische Art vertreten. Deren Verbreitungsgebiet reicht von Großbritannien über West- und Mitteleuropa bis in den Mittelmeerraum. Auch in Kleinasien und im Norden Afrikas im Atlasgebirge ist die Castanea sativa anzutreffen.

Nutzung

Castaneae haben eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Viele Arten der Gattung bilden essbare Früchte. Die Nussfrüchte von Kastanien, wie die der europäischen Castanea sativa, der amerikanischen Castanea dentata oder der chinesischen Castanea mollissima sind als Schalenobst kultiviert. Die essbaren Kastaniennüsse stellen ein wichtiges, gesundes, nahrhaftes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel dar. In der Küche lassen sie sich vielseitig weiterverarbeiten. Aus den glutenfreien Nussfrüchten lässt sich unter anderem Mehl für Brot, Pasta und Gebäck gewinnen.

Teile der Castanea, wie Rinde, Blätter, Früchte und Blüten sind als Heilmittel in Gebrauch. Darüber hinaus liefern die Bäume der Gattung wertvolle Hölzer, die für den Bau, den Innenausbau von Häusern und für Möbel von Bedeutung sind. Kastanienbäume prägen als äußerst attraktive Pflanzen das Landschaftsbild und haben eine hohe Bedeutung in der Forstwirtschaft. Kleine Bäume und Sträucher sind beliebte Zierpflanzen.

Pflege/Schnitt

Die Gattung Castaneae umfasst mehrere Arten. Sie sind in unterschiedlichen Regionen der Nordhalbkugel heimisch. Entsprechend ihrer Art, ihres individuellen Alters sowie ihrer Lebens- und Umweltbedingungen benötigen sie unterschiedlichen Aufwand in der Pflege. Eigentlich bedürfen Kastanien keiner aufwendigen Pflege. So lange die Wachstums- und Standortbedingungen gut sind, zeigen sich die Pflanzen zufrieden. Kastanienbäume erhalten in jungen Jahren einige Erziehungsschnitte. Später sind die Bäume lieber nicht zu schneiden, da die Schnittwunden schlecht heilen. Kastanien stehen im Fokus von gefährlichen Parasiten und Schädlingen. Bei einem Befall dieser Art sind geeignete Behandlungen und Maßnahmen erforderlich.

Krankheiten/Schädlinge

Kastanien reagieren empfindlich auf verschiedene Schädlinge und Parasiten, die krankheitsauslösend wirken. Dazu gehört in erster Linie der Kastanienrindenkrebs (Cryphonectria parasitica). Hier handelt es sich um eine gefährliche Pilzart der Echten Schlauchpilze (Pezizomycotina). Auch Eichen befällt dieser Rindenkrebs. Jedoch parasitiert er bevorzugt auf Kastanien und bringt die Bäume zum Absterben. Der Kastanienrindenkrebs stammt aus Asien. Seine Entdeckung war im Jahr 1904 in Nordamerika. Die Amerikanische Kastanie (Castanea dentata) reagiert extrem sensibel auf diesen Parasiten. Bis zum Jahr 1950 zerstörte der Kastanienrindenkrebs Milliarden Kastanien. Nahezu der ganze Baumbestand der Castanea dentata in Nordamerika fiel ihm zum Opfer. Nach Europa übertragen, schränkten sich auch hier die Bestände der Edelkastanie stark ein. Die Chinesische Kastanie (Castanea mollissima) hat eine starke Widerstandskraft gegen den Kastanienrindenkrebs entwickelt. Die Bäume dieser Art kämpfen mit dem Schlauchpilz Cryphonectria parasitica. Allerdings heilen sie in der Regel ohne größere Schäden aus.

Als weltweit gefährlichster Schädling der Castaneae gilt die asiatische Esskastanien-Gallwespe (Dryocosmus kuriphilus). Sie befällt vornehmlich die japanische Castanea crenata, die chinesische Castanea mollissima, die amerikanische Castanea dentata, die europäische Castanea sativa und die Castanea seguinii. Die Larven der Kastaniengallwespe verursachen kugelförmige Geschwülste an den Kastanien, die sich Gallen oder Galläpfel nennen. Diese Geschwülste verhindern eine natürliche, gesunde Gewebeentwicklung der Kastanien. In der Folge sind die Bäume krank, bilden keine Früchte und ganze Äste sterben ab.

In Europa sind Kastanien vielfach von der Tintenkrankheit (Phytophthora cambivora) betroffen. Diese Erkrankung ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Die krankheitserregenden Protisten der Gattung Phytophthora befallen zuerst die Wurzeln. Es entsteht eine Wurzelfäule. Diese lässt den Wurzelbereich samt Baum absterben. Am Baum tritt eine blau-schwarze Flüssigkeit aus. So erklärt sich der Name der Tintenkrankheit. Seit den 1990er Jahren ist die Tintenkrankheit erneut stark verbreitet. Früher trat sie vorwiegend in den warmen südlichen Regionen Europas auf. Seit ein paar Jahren breitet sich sich zunehmend in den nördlichen Gebieten aus. Ein vermuteter Grund sind die milden Winter in Folge durch die globale Erderwärmung.

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