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  • Ordnung: Malvenartige
  • Familie: Zistrosengewächse
  • Gattung: 4 Einträge
  • Art: 1 Eintrag
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Eigenschaften

  • kleine stark verzweigte Halbsträucher oder Kräuter
  • sehr trockenheitstolerant
  • große bunte Blüten, oft mit zerknitterten Blütenblättern
  • Blätter sind meist stark behaart
  • verströmen häufig einen aromatischen Harzgeruch

Zistrosengewächse

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Die Familie der Zistrosengewächse (bot. Cistaceae) gehört zur Ordnung der Malvenartigen (Malvales). Die Cistaceae umfassen acht bis zehn Gattungen mit etwa 200 Arten. Bei den meisten handelt es sich um kleine Sträucher oder Kräuter.

Ein Großteil der Zistrosengewächse gedeiht an trockenen, sonnigen Standorten. Einige sind Trockenpflanzen mit sparsamem Wasserverbrauch (Xerophyten), die sich an das Leben in extremen Trockengebieten angepasst haben. Typisch für viele Zistrosengewächse ist der aromatische, balsamische Harzgeruch, den sie vor allem bei starker Sonneneinstrahlung verströmen. Die alten Griechen nannten die Sträucher Kisthos, die Römer Cisthos. 1753 legte der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné den Gattungsnamen Cistus in seinem Werk Species Plantarum fest.

Blatt

Die Laubblätter sitzen gegenständig an den Stielen. Sie sind je nach Art gut entwickelt bis nahezu vollständig reduziert, gestielt bis sitzend und krautig oder ledrig. Der Blattrand ist flach oder eingerollt, die Blattspreite ist ungeteilt. Bei den meisten Arten sind die Blätter stark behaart, was die Pflanze vor dem Austrocknen schützt.

Blüte

Der Blütenstand der Zistrosengewächse ist end- oder achselständig, die zwittrigen Blüten stehen einzeln oder verzweigt. Ihr Aufbau ist radiärsymmetrisch (strahlenförmig).

Je nach Art haben sie drei oder fünf Kelchblätter. Die weit geöffneten Kronblätter sind vielfach groß, von auffälliger Farbe und rasch vergänglich. Häufig sehen sie zerknittert aus. Zwischen 30 und 150 fertile Staubblätter sind in mehreren Reihen angeordnet. Zuerst reifen die Inneren, dann nach und nach die Äußeren. Die Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.
Bei vielen Cistaceae-Arten verblühen die Blüten bereits nach einem Tag.

Frucht

Zistrosen bilden Kapselfrüchte, die zahlreiche vieleckige Samen enthalten. Diese eiweißhaltigen Samen sind von Nährgewebe umgeben. Sobald sie reif sind, springen die verholzten Kapseln fast vollständig entlang der Fächerwände auf.

Wuchs

Bei den Cistaceae handelt es sich vorwiegend um holzige oder krautige Pflanzen. Die meisten wachsen als kleine stark verzweigte Sträucher, die sich zum Teil effektiv an ihre trockene Umgebung angepasst haben.
In extremen sommerlichen Trockenperioden werfen sie ihre Blätter ab oder rollen sie ein. Auf diese Weise minimieren die Pflanzen die Verdunstung, sie legen gewissermaßen eine Pause ein. Manche Arten bilden auch wasserspeichernde Rhizome.

Gegen Ziegen, Schafe und andere Weidetiere schützen sich Zistrosengewächse durch das Absondern eines klebrigen Harzes, das den Tieren nicht schmeckt. Der hohe Harzgehalt wiederum macht die Ziersträucher leicht brennbar. Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil aussieht, nutzen Zistrosen zu ihrem Vorteil: Einige Arten sind Feuerkeimer, das heißt, die Hitze eines Brandes unterstützt die Keimung der Samen. Nach einem Feuer wachsen im betroffenen Gebiet besonders viele Zistrosen.
Die Mitglieder der Cistaceae-Familie bevorzugen karge, trockene Böden und sind häufig auf sauren Gesteinen wie Granit und Schiefer zu finden.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Cistaceae befindet sich in den wärmeren Bereichen der gemäßigten Zonen der Nordhemisphäre. Einige Gattungen sind im Osten Nordamerikas und in Südamerika anzutreffen. Der Verbreitungsschwerpunkt der wärmeliebenden Pflanzen liegt eindeutig in den Mittelmeerländern.

Zistrosengewächse machen einen wichtigen Teil der Garigue Meditation, einer mediterranen Strauchheidenformation in Korsika, Sardinien und Nordafrika, aus. Auch die Phrygana, eine kniehohe Zwergstrauchgesellschaft, die große Teile des nordöstlichen Mittelmeerraums bedeckt, ist von Vertretern der Cistaceae-Familie besiedelt.

Nutzung

Bei starker Sonneneinstrahlung tritt bei einigen Cistaceae-Arten ein wohlriechendes Harz aus den Blättern und Zweigen der Pflanze aus, das Labdanum. Bereits in der Antike diente es zum Räuchern, in der Schönheitspflege und als Heilmittel. Die frühere Methode zur Gewinnung des Harzes mutet heute skurril an: Beim Weiden in der dichten Buschlandschaft verfingen sich kleine Harzklumpen im Fell und in den Bärten der Ziegen, die die Hirten sorgfältig herauskämmten. Während die Menschen damals vor allem das Harz der Kretische Zistrose (Cistus creticus) sammelten, wird Labdanum heutzutage aus der ertragreicheren Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) gewonnen.

Die wichtigsten Nutzungsbereiche der Zistrosengewächse im Überblick:

  • Parfümerie und Seifenindustrie: Durch Wasserdampfdestillation lässt sich aus dem Harz der Cistaceae Labdanumöl gewinnen. Mit seinem holzigen, balsamischen Ambra-Aroma und dem lieblichen Honigduft ist das Öl ein beliebter Rohstoff zur Herstellung von Parfüms. Das Harz selbst dient als Fixativ.
  • Räucherwerk: Beim Räuchern entfaltet Labdanum seinen warmen, herb-süßen Duft. Im Altertum gehörte das Zistrosenharz zu den wichtigsten Räucherstoffen. Heute ist es Bestandteil vieler Räuchermischungen.[/li]
  • Gewürz: Labdanum wird in Griechenland als Aromastoff und Gewürz für Backwaren und Süßspeisen genutzt.
  • Heilpflanzen: Zistrosenkraut enthält Vitamin C, Gerbstoffe, ätherische Öle und Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe). Diese Wirkstoffkombination soll das Immunsystem stärken, Bakterien- und Pilzwachstum hemmen und eine heilende Wirkung auf die Haut und das Verdauungssystem haben. In der Volksheilkunde sind seit Jahrtausenden verschiedene Arten der Cistaceae für Sitzbäder, als Mundspülung oder für Kompressen von Nutzen. Aus der Kretischen Zistrose (Cistus incanus), der Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis), der Weißlichen Zistrose (Cistus albidus), der Lorbeerblättrigen Zistrose (Cistus Laurifolius) sowie aus einigen anderen Arten wird in Südeuropa traditionellerweise Tee zubereitet.
  • Zierpflanzen: Ihre Hitzeverträglichkeit und ihr geringer Wasserbedarf prädestinieren Zistrosengewächse für die Bepflanzung von Mauerkronen, Steinfugen, Kiesbeeten und Steingärten. In der Gattung der Sonnenröschen (Helianthemum) finden sich mittlerweile viele Hybridzüchtungen mit unzähligen Blütenfarben, die als Zwergsträucher mit Staudencharakter die heimischen Gärten zieren.

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Zistrosen (Cistus)
Zistrosen

Cistus

Gattung
Halimiocistus

Halimiocistus

Gattung
Halimium (Halimium)
Halimium

Halimium

Gattung
Sonnenröschen (Helianthemum)
Sonnenröschen

Helianthemum

Gattung
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