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Eigenschaften

  • monotypische, sommergrüne Pflanzengattung
  • vielseitig verwendbare gelbe Früchte (Quitten)
  • weiße bis rosafarbene Blüten im Mai und Juni
  • langsames Wachstum bis maximal acht Meter
  • steht seit langer Zeit in Kultur und dient dem Obstanbau

Cydonia

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Cydonia ist eine monotypische Pflanzengattung, die zur Familie der Rosengewächse (bot. Rosaceae) zählt und ursprünglich aus dem östlichen Kaukasus sowie dem Transkaukasus stammt. Die einzige Art heißt Cydonia oblonga, hierzulande Quitte(nbaum) genannt.

Bei Cydonia handelt es sich um sommergrüne, dornenlose Bäume oder Sträucher, die für ihre vielfältig nutzbaren Früchte bekannt sind. Seit Jahrtausenden dienen die Pflanzen als wichtige Obstbäume. Die reifen Früchte enthalten viel Vitamin C, Eisen und Zink, Kalium, Natrium, Mangan, Kupfer und Fluor sowie Tannine, Gerbsäure und organische Säuren. In den Quitten finden sich zudem Pektin und Schleimstoffe - bedeutende Zutaten, um beispielsweise Marmelade herzustellen. Bei guter Pflege haben Cydonia-Bäume und Cydonia-Sträucher eine Lebensdauer von rund 50 Jahren. Die Rinde der Zweige verändert sich mit der Zeit. Zunächst ist sie violett und behaart, später bräunlich mit violettem Stich und glatt. Die Knospen der Cydonia erscheinen klein, behaart und von wenigen Schuppen geschützt.

Blatt

Cydonia haben wechselständige Blätter, die in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sind. Der Blattstiel ist behaart und 80 bis 150 Millimeter lang. Die Blattspreite misst in der Länge fünf bis zehn und in der Breite drei bis fünf Zentimeter. Beim Austrieb präsentiert sie sich behaart. Der Blattrand ist glatt. Cydonia weisen Nebenblätter auf.

Blüte

Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten der Cydonia sind im Durchmesser vier bis fünf Zentimeter groß und duften intensiv-blumig. Sie stehen einzeln an den Spitzen diesjähriger Triebe. Sie weisen eine doppelte Blütenhülle auf. Der behaarte Blütenstiel ist circa fünf Millimeter lang, der Blütenbecher glockenförmig. Alle fünf Kelchbätter sind beidseitig behaart sowie zurückgebogen und mit glattem Rand versehen. Ihre Länge liegt bei fünf bis sechs Millimetern.
Die fünf freien Kronblätter begeistern mit ihrer weißen bis rosafarbenen Optik. Sie sind rund 180 Millimeter lang und verkehrt-eiförmig. Die 20 Staubblätter der Cydonia-Blüten erreichen weniger als die halbe Länge der Kronblätter. Jedes der fünf unterständigen Fruchtblätter enthält acht bis 16 Samenanlagen. Ähnliche Maße wie die Staubblätter haben die fünf freien, an ihrer Basis flaumig behaarten Griffel. Die Blütezeit der selbstfruchtenden Cydonia umfasst die Monate Mai und Juni. Obwohl die Bäume selbstfertil sind, macht das Fremdbestäuben durch kleine Hummeln und sonstige Verwandte der Bienen Sinn. Sie fördert den Fruchtansatz beträchtlich.

Frucht

Die gelben, wohlduftenden, behaarten, vielsamigen Früchte der Cydonia weisen starke Ähnlichkeit zu Äpfeln und Birnen auf. Sie haben einen wollig behaarten Fruchtstiel, der circa fünf Millimeter lang ist. Ihr eigener Durchmesser beträgt bei der Wildform drei bis fünf Zentimeter. Kultivierte Bäume der Pflanzengattung Cydonia bilden zum Teil deutlich größere Früchte aus. Bei Reife der Früchte sind die zurückgeschlagenen, vergrößerten Kelchblätter nach wie vor zu erkennen. Die Quitten sind im botanischen Sinne Sammelbalgfrüchte und enthalten viele Samen. Fruchtreife ist im Herbst von September bis Oktober. Es dauert vier bis acht Jahre, bis Cydonia-Bäume zum ersten Mal Früchte tragen.

Wuchs

Cydonia erreichen Wuchshöhen von vier bis acht Metern. Die Sträucher beziehungsweise kleinen Bäume wachsen langsam und schwach.

Standort

An sonnigen, warmen und windgeschützten Standorten gedeihen Cydonia optimal. Auch Halbschatten vertragen die Pflanzen gut. Sie bevorzugen tiefgründige und durchlässige, nährstoffreiche Böden. Sie wachsen auf sauren bis neutralen Untergründen. Vor allem während der Winterzeit gilt es kalte, trockene Ostwinde zu vermeiden, ebenso längere Trockenperioden und Staunässe.

Verbreitung

Ursprünglich ist die Pflanzengattung Cydonia im östlichen Kaukasus und im Transkaukasus beheimatet. Weitere Populationen finden sich in der Türkei sowie im Iran, in Turkmenistan, Afghanistan und Syrien. Kultivierte Cydonia-Bäume kamen circa 600 v. Chr. in Griechenland auf. Gärtner in Mitteleuropa bauen die Pflanzen seit dem neunten Jahrhundert an, hauptsächlich in Weinbaugebieten, da es sich um wärmeliebende Bäume handelt. Heute sind Cydonia vornehmlich in Asien und Europa zuhause, wobei sie in West- und Mitteleuropa eine untergeordnete Rolle spielen.

Nutzung

Cydonia dienen häufiger als Zier- und Obstbäume. Die kostbaren Früchte lassen sich beispielsweise zu Kompott, Mus, Marmelade und Saft verarbeiten. Zu beachten ist, dass die hierzulande wachsenden Quitten nicht roh zu verzehren sind. Sie sind zu hart und haben einen stark bitteren Geschmack aufgrund des hohen Anteils an Gerbstoffen. Die reifen Samen der Quitten sollen bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen heilsam wirken. Oft kommen Cydonia als Veredelungs-Unterlagen für Birnen (bot. Pyrus) zum Einsatz, um die Früchte derselben zu früherer Reife zu bewegen und aromatischer zu machen.

Pflege/Schnitt

Cydonia-Pflanzen sind wenig pflegeintensiv. Sie speichern viel Wasser in ihren Wurzeln, sodass sie kurze Trockenperioden schadlos überstehen. Die Eigenschaft lässt sich durch eine dicke Schicht Rindenmulch unterstützen. Diese sorgt dafür, dass die Feuchte des Erdbodens langsamer verdunstet. Im Sommer mit lang anhaltende Trockenzeiten bewässert der Gärtner seine Cydonia regelmäßig. Düngen ist selten erforderlich. Es reicht, den genügsamen Pflanzen alle zwei Jahre im Frühling Kompost zu geben. Dieser ist um den Baumstamm herum zu verteilen.

Da Cydonia schwachwüchsig sind, ist ein Auslichtungsschnitt seltener nötig. Meist ist er erst nach vielen Standjahren erforderlich. Dennoch empfiehlt es sich, regelmäßig totes, dünnes, kreuzend oder nach innen wachsendes Geäst bis an die Basis abzuschneiden. Doch um die reiche Blüte nicht zu gefährden, bleiben die diesjährigen Triebe immer unberührt. Kultivierte Cydonia lassen sich mit Stecklingen vermehren.

Krankheiten/Schädlinge

Grundsätzlich sind Cydonia sehr robust. Auf anhaltende Staunässe oder Wassermangel reagieren sie jedoch negativ. Letzterer kann zu weniger hochwertigen Früchten führen. Wesentlich schlimmer ist die Entwicklung des sogenannten Feuerbrands. Die Krankheit zeigt sich durch schwarze Verfärbungen und Welken der Blätter. Junge Pflanzen, die vom Feuerbrand betroffen sind, sterben binnen weniger Wochen ab. Bei älteren Gewächsen dauert der Prozess etwas länger. Auslöser der gefährlichen Krankheit ist das Bakterium Erwinia amylovora, das insbesondere bei feuchtem Wetter im Frühjahr dazu neigt, sich seuchenartig auszubreiten. Es kann sogar Fröste überleben. In Deutschland, Österreich sowie der Schweiz besteht beim Verdacht oder Auftreten des Feuerbrands Meldepflicht.

Blattläuse halten sich gern auf den Blättern der Cydonia auf. Bei einem Befall hilft es, das Laub mit einer sanften Seifenlauge abzuwaschen und welke oder vertrocknete Triebe bis ins gesunde Holz hinein zurückzuschneiden.

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