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Eigenschaften

  • ausdauernde oder einjährige Arten
  • krautig wachsend
  • winterhart, pflegeleicht
  • sandige, steinige, lockere Böden
  • sonniger Standort

Bergminzen

Gattung Calamintha ab €3.50 kaufen
     
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Bergminzen (bot. Calamintha) wachsen als krautige Pflanzen. Ihre oberirdischen Teile sind stark behaart. Sie sind einjährig oder ausdauernd. Sie wachsen buschig und die Pflanzen duften intensiv. Die Gattung gehört zur Familie der Lippenblütler (bot. Lamiaceae). Die Familie bildet eine Gruppe in der umfassenderen Ordnung der Lippenblütlerartigen (bot. Lamiales).

Ältere Pflanzensystematiken enthalten zwischen 100 und 200 Arten Calamintha. Nach Untersuchungen zur Abstammung der Pflanzen entstand seit 2009 eine neue Systematik der Blütenpflanzen. Veröffentlicht wurde sie durch eine internationale Arbeitsgruppe von Botanikern. Danach gehören zur Gattung der Bergminzen bis zu siebzehn anerkannte Arten. Einige Wissenschaftler rechnen wenige regionale Varietäten als eigene Art hinzu.

Blatt

Bergminzen haben einfache, gestielte Laubblätter mit einem gesägten oder gezähnten Blattrand. Je nach Art variiert die Größe der Blätter zwischen einer Länge von einem und acht Zentimeter. Die Form ist abgerundet, läuft in einer Spitze aus oder ist am Blattgrund herzförmig. Als Blattfarbe überwiegt Graugrün oder die Blätter schimmern silbrig. Einzelne Arten zeigen eine blaugrüne Grundfarbe. Die Unterseite der Blätter ist in der Regel heller. Auf der Blattunterseite treten die Blattadern plastisch hervor. Die Blätter sind gegenständig angeordnet.

Blüte

Calamintha haben typische Lippenblüten. Ihre Länge beträgt bis zu fünf, in einzelnen Fällen bis zehn Zentimeter. Sie sind fünfzählig und spiegelbildlich (zygomorph) aufgebaut. Fünf Kelchblätter verwachsen miteinander zu einer kurzen oder langen Röhre. Von fünf Kronblättern verwachsen zwei zu einer kürzeren Oberlippe und drei zur längeren Unterlippe. Die Form ist ein Erkennungszeichen für Lippenblütler. Bei einigen Arten sind die Lippen eingekerbt und in manchen Fällen gewölbt. Jede Blüte besitzt fünf Kelchzähne. Sie sind gleich lang oder es stehen lange und kurze Kelchzähne gemeinsam in einer Blüte. Die Kelchzähne bilden ein Merkmal dafür, welcher Art und Gruppe eine Pflanze angehört. Die Anzahl der Staubblätter schwankt zwischen zwei und vier, selten fünf und sie sind mit der Kronröhre verwachsen. Aus zwei, miteinander verwachsenen, Fruchtblättern bildet sich ein oberständiger Fruchtknoten.

Zwei bis zwölf Blüten sind büschelartig (zymös) auf kurzen Stielen an vierkantigen Stängeln angeordnet. Die Zymen sitzen in den Blattachseln von lanzettlich oder spitz zulaufenden Trageblättern. Bei einigen Arten bilden die Blütenstände Quirle oder Scheinquirle. Die Blütenfarbe reicht von weiß über rosa bis zu verschiedenen violetten Tönen. Wenige Arten haben gefleckte Kronblätter. Bergminzen blühen viele Monate bis in den Herbst. In den Blüten ist Nektar enthalten, der Schmetterlinge und Bienen magisch anzieht. Sie bestäuben die Blüten.

Frucht

Aus dem unbehaarten Fruchtknoten entstehen kleine Nüsschen. Sie zerfallen an den Scheidewänden in vier Teilfrüchte. Es sind Klausen, die jeweils einen Samen enthalten. Die Früchte tragen den Namen Klausenfrüchte.

Wuchs

Bergminzen sind überwiegend frosthart und besitzen ein Sprossachsensystem, das Rhizom. Es liegt unterschiedlich dicht unter der Bodenoberfläche. Die ausdauernden Arten nehmen jährlich an Umfang zu. Manche Arten behalten während des Winters ihre Stängel und Blätter, andere werfen die Blätter ab. Die Stängel erreichen eine Länge von zehn Zentimeter bis zu einem Meter. Die generativen Teile der Pflanze sind überwiegend behaart. Es kommen lange und weiche, kurze und harte, gebogene und flaumige Haare vor. Durch einen dichten Haarpelz verbraucht die Pflanze weniger Wasser.

Standort

Calamintha lieben Wärme, Sonne und trockene Standorte. Sand, Lehm, Kies, Steine und Mischformen daraus bieten gute Grundlagen zum Wachsen. Einige Arten begnügen sich mit Plätzen auf Steinschuttfluren, gedeihen zwischen Felsen oder auf Mauern. Die Pflanzen wachsen in Trockenrasengesellschaften.

Verbreitung

Bergminzen haben sich in Asien, Afrika und Europa entwickelt. Sie sind genügsam und anpassungsfähig und fühlen sich in vielen Ländern heimisch. In Europa verbreiten sich verwilderte Bestände in trockenen Zonen um das Mittelmeer. Aus Österreich und der Schweiz sind jeweils vier eigenständige Arten bekannt. Die drei in Deutschland heimischen Arten wachsen von den Alpen über den Hoch- und Mittelrhein bis nach Franken. In den Weinregionen links des Rheins besiedeln die Pflanzen Steillagen in Weinbergen. Nördlich der Mainlinie ist das Vorkommen der Bergminzen gering.

Nutzung

Die Pflanzenteile enthalten ätherische Öle, darunter Menthol. In einigen Regionen sind die Pflanzen traditioneller Bestandteil der Hausapotheke. Blätter und Blüten ergeben in frischem oder getrocknetem Zustand einen aromatischen Tee. Sie verleihen süßen und salzigen Speisen eine frische Note. Imker lieben Bergminzen als Bienentrachtpflanze. Durch ihre lange Blütezeit sind sie in den Monaten ab August eine sichere Futterquelle für Honigbienen.

Arten der Bergminze bewachsen Mauerkronen, Treppen und Wegränder. Niedrige Arten bilden Duftteppiche. Aus drei Arten sind Züchtungen für den Ziergarten entstanden. Hohe und niedrige oder kriechende Sorten mit größeren Blüten bieten eine breite Auswahl für Steingarten oder Unterpflanzungen. Kriechende und Polster bildende Arten und Sorten begrünen Dächer und sie eignen sich für innerstädtische Plätze. Mit ihren Wurzeln befestigen sie die Oberfläche an Böschungen.

Die mittelhohen Arten oder Sorten passen in Beete mit Phlox. Sie sind interessante und nützliche Abgrenzungen von Gemüsebeeten. Zwischen Obstbäumen und Beerensträuchern bedecken unterschiedlich hohe Bergminzen den Boden und locken Bestäuber in den Garten. Sie eignen sich als lang blühende Stauden in Trockenrasen. Sie wachsen auf sandigen Flächen in naturnahen Gärten. Durch ihren Wurzelstock sind sie für ungünstige Standorte zwischen Häuserwänden und an Treppenaufgängen geeignet. Sie bilden auf begrünten Dächern duftende Blütenteppiche. Die Arten eigenen sich als Topfpflanzen für Blumenkästen oder Töpfe am Fenster und auf dem Balkon. Die Bergminzen bieten in der Stadt ein reiches Futterangebot für Insekten.

Pflege/Schnitt

Die Pflanzen gedeihen in einfachen, gut durchlässigen und lockeren Böden. Für Tröge oder Töpfe ist Balkonpflanzenerde geeignet. Beigemischter Sand und Steine sorgen für ein lockeres Substrat. An sonnigen Standorten bilden die Bergminzen mehr Blüten und entwickeln verstärkt ihre ätherischen Öle. Ein Schnitt erfolgt bei hochwachsenden Pflanzen im Frühjahr. Frisch gepflanzte Bergminzen benötigen in der ersten Zeit Wasser. Weitere Pflege ist nicht notwendig.

Krankheiten/Schädlinge

Auf wenigen Arten und Sorten lassen sich Zikaden nieder. Auf den Blättern entstehen gelbe Flecken. Sie schaden den Pflanzen nicht. Fressfeinde machen einen Bogen um die Bergminzen. Bei stark von Nacktschnecken befallenen Beeten vertreiben einige Pflanzen die Tiere.

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