Klassifikation

botanische Namen anzeigen
Zurück Weiter
nur bestellbar
Botanik Explorer

Eigenschaften

  • mehrjährig
  • winterhart
  • Bienenweide
  • Schnittblume
  • brauchen feuchte Böden

Jakobsleiter

Gattung Polemonium ab €3.10 kaufen
     
  • Beschreibung
  • Arten
  • Fotos
  • Pflanzen in unserem Sortiment
  •  

Die Gattung Jakobsleitern (bot. Polemonium) ist Teil der Familie der Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae) innerhalb der Ordnung Heidekrautartige. Auch als Himmelsleiter und Sperrkraut sind diese ausdauernden, seltener einjährigen, krautigen Blühstauden bekannt. Ihr Name bezieht sich auf eine biblische Versstelle (1. Buch Mose "Jakob schaut die Himmelsleiter") und auf die sprossenartig angeordneten, fiedrigen Blätter.

Weltweit umfasst diese Gattung rund 30 Arten. Nur eine Art ist in Mitteleuropa heimisch (Polemonium caeruleum). In freier Natur ist die Jakobsleiter ausgesprochen rar und vom Aussterben bedroht. Sie hat in Deutschland den Status "besonders geschützt". Gärtnereien und Fachhandel bieten langlebige, robuste Sorten dieser Wildpflanze und Hybriden mit auffälligen Laubfarben für den heimischen Garten. Bisher bekommt die pflegeleichte Staude nicht die Wertschätzung als Zier- und Gartenpflanze, die sie verdient. Sie ist eher wenig bekannt. In früheren Zeiten stand sie in dem Ruf, Heilkräfte zu besitzen. Indianer in ihrer nordamerikanischen Heimat verwendeten Polemonium zu medizinischen Zwecken und gegen giftige Schlangenbisse. Im Altertum mischten die Griechen Teile der Jakobsleiter dem Wein zu, um das Gemisch gegen verschiedene Beschwerden sowie Insektenstiche und Vergiftungen einzusetzen.

Blatt

Gleichmäßig geordnet stehen die kräftig frisch-grünen, eher kleinen und filigranen Fiederblätter der Jakobsleiter wechselständig an den Laubstängeln. Die Blattgröße verjüngt sich zur Blütenspitze hin. Die kleinen, weichen Blättchen haben eine länglich-ovale Form und sind ganzrandig. Eine besondere Herbstfarbe zeigt die Staude nicht. Das Blattwerk fällt im Spätherbst ab, die Pflanze zieht über den Winter ein.

Blüte

Polemonium blüht von Mai bis Juli. Jede der zahlreichen schalen- oder kelchförmigen Blüten hat einen Durchmesser von einem bis zweieinhalb Zentimeter. Innenstehend locken leuchtend-goldgelbe Staubblätter Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an.
Die Blütenstände sitzen rispig bis köpfchenartig jeweils endständig an straff aufrechten Stängeln. Sie verströmen einen zarten, angenehmen Duft. Die Blütenkrone erscheint rad- oder trichterförmig und flach ausgebreitet. Blütenkelch und -krone sind radiärsymmetrisch mit gleichförmigen und -großen Kelchzipfeln. In der Hauptblüte zeigt die Jakobsleiter üppigen Flor, der verhältnismäßig kurzlebig ist. Ein Rückschnitt nach dem Abblühen regt die Staude zu einer zweiten Blüte im Herbst an.

Frucht

Aus ihren dichten Blütenständen entwickelt die Pflanze zahlreiche Samenstände mit Kapsel- oder Streufrüchten. Sind sie reif, öffnen sie sich und geben die enthaltenen eiförmig, elliptischen Samenkörnchen frei. Diese verstreuen sich im näheren Umfeld der Mutterpflanze und keimen bei guten Bedingungen rasch aus. Unerwünschtes Aussamen dämmt der Rückschnitt der Samenstände nach der Blütezeit ein.

Wuchs

Die Staude entsprießt einem unterirdisch horizontal wachsendem Sprossachsensystem. Dieses Rhizom ist nicht tiefgehend im Boden verwurzelt. Die Pflanze treibt im Frühjahr zeitig aus. Typisch sind ihre straff, aufrechten Stängel mit leuchtend violett-blauen Blütenkelche, die hoch über dem leicht zurückbleibenden Laub stehen. Jakobsleitern erreichen Wuchshöhen von 60 bis 100 Zentimeter. Die Pflanze ist in allen Teilen ungiftig.

Standort

In natürlichen Vorkommen steht Polemonium bevorzugt in Feuchtwiesen, wo das Erdreich nicht komplett abtrocknet. Bestens eignen sich im Garten halbschattige bis sonnige Lagen mit gleichmäßig feuchtem Erdreich. Bekommt die Pflanze zu wenig Sonne, reagiert sie mit verminderter Blühfreude. Auch an Standorten mit Hitze und trockenem Boden gedeiht die Staude nicht und geht ein. Staunässe und saure Substrate verträgt sie nicht. Zum Kultivieren im Kübel und Pflanztrog mit ausreichender Drainage ist die Jakobsleiter bestens geeignet.

Verbreitung

Ihren Ursprung hat die Wildstaude in Mittel-/Nord-Europa, Asien sowie Nordamerika. Wildvorkommen besiedeln in gemäßigtem Klima feuchte Wiesen, Flussauen und Bachläufe und bewaldete Mittelgebirge.

Nutzung

Die Jakobsleiter verbreitet ländlichen Charme im Garten. Sie bereichert sonnige bis halbschattige Staudenbeete, Rabatten und Bauerngärten. Je naturnaher, umso besser. Sie eignet sich ebenso zum Bepflanzen von Gartenteichrändern und gedeiht gut an beschatteten, eher kühl-feuchten Plätzen. Die frühblühende Staude stellt eine begehrte Nektarquelle für Insekten dar. Die duftenden Blütenstängel eignen sich bestens für die Vase.

Pflege/Schnitt

Polemonium bevorzugt nicht zu trockene, frische, nährstoffreiche und gut durchlässige Erde. Der Wasserbedarf ist verhältnismäßig hoch. In längeren, trocken-heißen Sommerphasen braucht die Pflanze morgens und abends Wassergaben. Kalte Duschen schätzt die Staude nicht, vor allem während der Blütezeit. Das Gießwasser ist unten an den Wurzelballen zu gießen und Fall Staunässe zu vermeiden. Vor dem Austrieb im Frühjahr ist das Teilen mit dem Spaten und Verpflanzen am günstigsten. Zum Verjüngen empfiehlt sich dies für Jakobsleitern alle zwei bis drei Jahre. Neu gesetzte Teilstücke ihres Wurzelrhizoms treiben nach kurzer Zeit frisch aus. Um gut anzuwachsen, brauchen die Jungpflanzen genügende und gleichmäßige Wassergaben. Vermehren gelingt ebenso über die Anzucht aus Samen. Nach dem Winter unterstützt eine Kompostgabe den kräftigen Neuaustrieb.

Kübelpflanzen benötigen alle zwei bis drei Wochen Flüssigdünger über das Gießwasser. Ein Rückschnitt nach der Blütezeit auf zirka zehn Zentimeter über dem Boden fördert einen zweiten Flor in den Herbstmonaten. Polemonium ist winterhart und braucht keinen speziellen Schutz für die kalte Jahreszeit. Nicht abgeworfenes Laub bleibt an der Pflanze und schützt vor Kälte. Kübelpflanzen überwintern im frostfreien Quartier und kommen ab Anfang Mai zurück ins Freie. Alternativ ist der Kübel dick in Wintervlies oder Jute einzupacken. Sobald die Zeit der starken Fröste vorbei ist, ist das schützende Gewebe im Frühling zu entfernen. Erwähnenswerte Krankheiten und Schädlinge gibt es nicht. Wühlmäuse beißen ihre Wurzelrhizome an. Es empfiehlt sich, die Nager frühzeitig zu vergrämen.

Alle Fotos anzeigen
Produkte vergleichen