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Eigenschaften

  • Bienennährpflanzen
  • blühfreudig
  • bei vielen Arten Selbstaussaat
  • anspruchslos
  • Schnittblumen und Schmuckstauden

Ochsenzungen

Gattung Anchusa ab €5.00 kaufen
     
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Die Ochsenzunge (bot. Anchusa) gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Bis zu 50 Arten sind weltweit erfasst. Ihr wissenschaftlicher Name Anchusa hat eine lange Vorgeschichte. Schon die Griechen der Antike verwendeten für viele Raublattgewächse den Namen Anchusa.

Ochsenzungen dienten in früheren Zeiten als Heilpflanze oder Küchenkraut. Ihre Wurzeln und unterirdischen Sprossteile enthalten den Farbstoff Alkannin. Es färbt in fettiger Umgebung tiefrot, in basischer Umgebung violett. Daher im Volksmund die Bezeichnung "Blutwurz".
Heute rät die Medizin von ihrer Verwendung als Heil- oder Küchenkraut für den Hausgebrauch ab. Die Pflanze enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide in hoher Konzentration. Wissenschaftliche Versuche weisen vereinzelt lebertoxische sowie krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkungen nach. Trotzdem findet sich in experimentierfreudigen Gourmand-Rezepten immer wieder die Zutat "Ochsenzunge".
Wissenschaftliches Interesse für die haarige Pflanze mit den winzigen, farbenfrohen Blüten besteht weiterhin. Neuere Studien testen die positive Wirkung der Ochsenzunge bei Krampfader-Behandlungen.

Blatt

Ihre länglichen, rauen, behaarten, fast steifborstigen Blätter sind namensgebend. Sie ähneln einer Rinder- oder Ochsenzunge. Die Form ist länglich-lanzettlich bis lineal. Die Blätter sind wechselständig breit am Stiel angeordnet und scheinen direkt aus der Erde zu kommen.

Blüte

Je nach Art prunken die kleinen Blüten in allen erdenklichen Blautönen, von Himmelblau über Hellviolett bis Purpur oder Enzianblau. Die Blütenmitte ist weißlich. Während der Blütenentwicklung vollzieht sich in den Blüten ein Farbwechsel. Ursache dafür ist eine den Wachstumsphasen unterlegene Veränderung der Pflanzenflüssigkeit.

Die niedlichen verzweigten Blütenrispen sind kronig angeordnet, am Schlund behaart und zu einer Kronröhre verwachsen. Die Natur hat sich hier eine trickreiche Abwehrvorrichtung für bestäubungsunfähige Insekten zugelegt: Die weißen Schlundschuppen verschließen die Blüte nach innen. Auf diese Weise bleibt kleinen Nutznießern, wie Milben oder Käferchen der Zugang zum Blütennektar versagt. Große Nützlinge, wie Bienen und Hummeln, haben freien Flug. Wegen ihrer liebreizenden Blüten heißt die Ochsenzunge vielerorts Liebäugel. Die Blütezeit ist von Mai bis September.

Frucht

Die kleinen Blütenkelche schmiegen sich um die reifen Fruchtkörper. In ihnen bilden sich jeweils vier Klausenfrüchte. Die Klausenfrucht ist eine spezielle Form der Zerfallfrucht: Ist sie reif, zerfällt sie in einsamige Teilfrüchte, die Klausen. Dieses ausgeklügelte Vermehrungsprinzip gewährleistet der Pflanze eine zahlreiche Nachkommenschar.

Wuchs

Ochsenzungen sind von krautigem Wuchs. Ihre haarigen Stängel harmonieren mit den behaarten Blättern. Es gibt sie zwei- oder mehrjährig. Einige dieser Zierpflanzen erreichen eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter. Artenabhängig dringen ihre Pfahlwurzeln bis über einen Meter ins Erdreich hinein.

Standort

Die Ochsenzunge ist eine lichtliebende Pflanze. Sie akzeptiert ausschließlich volle Sonnenbestrahlung und bevorzugt einen trockenen Standort. Ideale Pflanzpartner sind die Indigolupine, die Junkerlilie, der Türkische Mohn oder andere Wildstaudenpflanzen. Was die Bodenverhältnisse anbelangt, ist die Ochsenzunge wenig wählerisch. Ein für sie geeigneter Boden ist durchlässig, nährstoffreich, mäßig sauer und kalkarm.

Verbreitung

Hauptsächlich ist die Pflanze im Mittelmeerraum beheimatet. Auch in anderen Teilen Europas, in Nord- und Südafrika und im westlichen Asien kommen Arten der Ochsenzungen vor.
Bei uns finden sich Sorten der Ochsenzunge in den Gärten. Auf Feldrainen und Höfen, auf Brachland und an Wegrändern findet sie in ihrer Anspruchslosigkeit optimale Lebensbedingungen. Menschen früherer Zeiten bauten sie aus wirtschaftlichen Gründen in der Nähe von Siedlungen an. Die Auswirkung dieses Vorgehens ist eine erfolgreiche, großflächige Ausbreitung.

Nutzung

Im Altertum spielte die Ochsenzunge als organischer Rohstofflieferant eine bedeutende Rolle. Ihre Bestandteile fanden für Tee, Wundsalben, Umschläge oder als Farbstoff Verwendung. Heute gilt die Ochsenzunge als Zier- oder Giftpflanze. In der Medizin findet sie keine Verwendung mehr. Dem Gärtner schenkt sie als ausladende Gartenpflanze in Staudenrabatten oder Sommerblumenbeeten optisch viel Freude. Mit ihrem Nahrungsangebot liefert sie einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Bienenvölker. Sie wird meist als zwei- oder mehrjährige Pflanze kultiviert.

Pflege/Schnitt

Der Umfang der Pflegearbeiten ist artenabhängig. In der Regel empfiehlt sich ein Rückschnitt bis auf etwa 20 Zentimeter. Entweder zu Beginn des Austriebs im Frühjahr oder direkt nach der Blütezeit. Verwelkte Blätter sind zeitnah zu entfernen. Von März bis Oktober reicht es, mäßig zu gießen. Längere Trockenperioden machen ihr nichts aus. Dank der guten Wurzelbildung erübrigt sich die Gabe von Dünger.
Für kälteempfindlichere Arten und Hybridsorten, empfiehlt es sich, den Wurzelbereich im Winter mit Stroh oder Laub abzudecken.

Krankheiten/Schädlinge

Gegen Parasiten oder Krankheiten ist die Ochsenzunge weitgehend immun. Vermeidung von Staunässe verhindert Pilzerkrankungen oder Wurzel- und Pflanzenfäulnis.

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