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Eigenschaften

  • glockenartige Blüten in rosa oder weiß
  • niedrig wachsender Zwergstrauch mit buschigem Wuchs
  • heimisch in Regionen mit atlantischem Klima
  • glänzende Blätter mit Drüsenhaaren
  • Arten der Heidekrautgesellschaften

Glanzheide

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Die Glanzheiden (bot. Daboecia) stellen eine Pflanzengattung innerhalb der Heidekrautgewächse (Ericaceae) dar. Die Gattung umfasst weltweit zwei Arten, die nicht in Deutschland vorkommen. Sie erinnern in ihrer Gestalt an die Heidekräuter (Erica).

Ursprünglich zählten zwei weitere Arten zur Gattung der Glanzheiden. Studien ergaben, dass diese ursprünglich getrennten Arten Varietäten der Irischen Glanzheide (Daboecia cantabrica) sind. Auf den Azoren gibt es eine Population von Glanzheiden, die kleinere Blüten ausbildet als die Irische Glanzheide. Während diese Pflanzen früher als eigenständige Art galten, zählen sie heute als Unterart von Daboecia cantabrica. Die Arten haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in den atlantisch geprägten Regionen. Sie kommen weltweit in drei Teilgebieten vor. Ihre kräftig rosa gefärbten Blüten sind auffallend groß. Es gibt seltener wild wachsende Pflanzen die weiß blühen oder gestreifte Blütenmuster ausbilden. Den lateinischen Gattungsnamen verdanken die Pflanzen einem irischen Heiligen. Die deutsche Bezeichnung erklärt sich durch den silbrig schimmernden Schein auf der Blattunterseite und die glänzende Blattoberseite.

Blatt

Glanzheiden bilden immergrüne Blätter aus. Sie sind lanzettlich bis ovalund haben einen glatten Blattrand. Der Blattrand rollt sich nach unten ein. Die Blätter erreichen Längen zwischen sechs und zwölf Millimeter. Die Oberseite ist dunkelgrün und glänzend, die untere Seite ist von einem dichten Haarfilz bedeckt. Der Haarfilz lässt die Blattunterseite weiß erscheinen. Allmählich geht die Blattspreite in den Blattstiel über, wodurch das Blatt sitzend erscheint. Außer einer erhabenen Mittelrippe sind auf der Blattoberseite keine Nerven zu erkennen. Die Blätter sind von locker wachsenden Haaren bedeckt. Einige Haare erscheinen drüsig. Glanzheiden entwickeln Blätter, die in einer wechselständigen Anordnung sitzen. Dieses Merkmal unterscheidet die Pflanzen von den Glockenheiden.

Blüte

Daboecia-Arten tragen auffallend große rosafarbene Einzelblüten. Diese sitzen an einem langen Blütenstandschaft. Weiße oder gestreifte Blüten sind in der Natur eine Seltenheit. Der Blütenstandschaft ist ein blattloser Jungtrieb. Die Sprossachse neigt sich an der Spitze nach unten, wodurch die Blüten herabhängen. Zwischen zwei und neun Blüten gruppieren sich zu einem traubigen Blütenstand. Die Kronblätter sind fast vollständig zu einer bauchigen Glocke verwachsen. Die Spitze der Kronröhre verwächst nicht. Hier sind die Kronblattzipfel deutlich erkennbar. Dieses Merkmal macht die Glanzheiden schwer von den Glockenheiden (Erica) unterscheidbar.

Ein Kelch aus vier an der Basis verwachsenen Kelchblättern legt sich dicht an die Kronröhre und bildet einen Stern. Die Blütenstiele sind wie die Kelchblätter und die Kronröhre von einem dichten oder lockeren Pelz aus Drüsenhaaren besetzt. Im Inneren der Blüte sitzen acht Staubblätter. Anders als bei anderen Heidekrautgewächsen werfen die Daboecia-Arten die Blüte direkt nach der Bestäubung ab. Bienen und Hummeln sind häufige Blütenbesucher. Da ihr Rüssel nicht ausreichend lang ist, um an den Nektar am Blütenboden zu kommen, beißen sie kleine Löcher in die Kronblätter. Die Blütezeit reicht von Mai bis in den September hinein.

Frucht

Die Glanzheiden entwickeln Kapselfrüchte, die aus fünf Fächern bestehen. Zur Fruchtreife trocknen die Wände der Kapsel ein. Sie öffnen sich an vorgebildeten Stellen und setzen die Samen frei. Der Wind sorgt für die Verbreitung der Samen.

Wuchs

Daboecia-Arten sind Zwergsträucher, die während der Wachstumsphase verholzen und buschige Wuchsformen ausbilden. Die Pflanzen wachsen bis zu 60 Zentimeter in die Höhe. Sie sind von der Basis an reich verzweigt. Die Einzeltriebe sind niederliegend auf dem Boden ausgebreitet oder wachsen aufrecht. Das Wurzelsystem der Arten ist nahe der Bodenoberfläche ausgebildet. Es ist dicht verzweigt und besteht aus zahlreichen feinen Wurzeln. Sie wirken verfilzt und bilden eine Lebensgemeinschaft mit Wurzelpilzen. Diese Pilze schädigen die Pflanze nicht. Pflanze und Pilz leben in einer Symbiose und unterstützen sich gegenseitig bei der Versorgung mit Nährstoffen.

Standort

Glanzheiden wachsen an einem sonnigen bis absonnigen Standort. Den Pflanzen kommt ein geschützter Standort zugute, der die kalten und trockenen Winde fern hält. Glanzheiden sind bedingt winterhart. Sie vertragen Minustemperaturen zwischen -15° und -17° C. Liegen die Temperaturen unter diesem Bereich, frieren die Pflanzen zurück. Sie erholen sich von den Frostschäden, sobald sich die Kälte aus dem Triebgrund zurückzieht. Die Pflanzen bevorzugen einen feuchten Boden mit humosen oder nährstoffarmen Bedingungen. Glanzheiden reagieren empfindlich auf austrocknende Böden. Optimal ist ein kalkfreies Substrat, das einen pH-Wert zwischen 4,0 und 5,0 hat. Auf geeigneten Standorten breiten sich die Arten rasch aus. Die Pflanzen bilden eine Lebensgemeinschaft mit den Pflanzen der atlantischen Zwergstrauchheiden.

Verbreitung

Daboecia-Arten wachsen hauptsächlich in Teilgebieten, die weit voneinander entfernt liegen. Ein Areal erstreckt sich über die Grafschaft Galway bis nach Mayo im Westen von Irland. Im nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel und in Spanien und Portugal gibt es weitere Areale. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Kantabrischen Gebirge. Die Arten sind an das atlantische Klima angepasst. Sie leben in Regionen mit milden Wintern und hohen Jahresniederschlägen. Als bevorzugte Lebensräume gelten Moore und mit Licht durchflutete Nadelwälder, da hier saure Verhältnisse vorherrschen. Aufgelichtete Eichenwälder und Waldränder stellen einen weiteren Lebensraum dar. Allerdings sind die Arten dort seltener anzutreffen.

Nutzung

Glanzheiden gelten aufgrund ihrer dekorativen Blüten als beliebte Ziersträucher in Anpflanzungen mit anderen Heidekrautgewächsen. Aus den Wildarten sind zahlreiche Zuchtformen entstanden. Die Sorte Daboecia x scotica ist eine Kreuzung aus der Irischen Glanzheide (Daboecia cantabrica) und der Azoren-Glanzheide (Daboecia azorica).

Pflege/Schnitt

Die Pflege der Daboecia-Arten orientiert sich an den natürlichen Gegebenheiten. An den Standorten schützt eine Schicht aus Nadelstreu die Pflanzen während der kühleren Wintermonate. Um Frostschäden zu vermeiden, empfiehlt sich Fichtenreisig als Isolation gegen die Kälte. Frieren die Triebe zurück, treiben sie nach einer Erholungsphase erneut aus. Zu hoch gewachsene Pflanzen lassen sich gut zurückschneiden. Als optimaler Zeitpunkt für einen Schnitt gilt das zeitige Frühjahr, vor dem Austrieb der neuen Blattknospen. Da die Pflanzen in niederschlagsreichen Regionen wachsen, zeigen sie sich bei lang anhaltender Trockenheit dankbar über eine Bewässerung. Sie bevorzugen einen Boden, der gleichmäßig feuchte Bedingungen gewährleistet. Ein rechtzeitiges Abschneiden der verwelkten Blütenstände verhindert das unkontrollierte Ausbreiten der Pflanzen.

Krankheiten/Schädlinge

Glanzheiden erweisen sich als robuste, für Krankheiten unanfällige Pflanzen. Ein Risiko durch einen Schädlingsbefall ist nicht bekannt. Mangelerscheinungen sind auf falsche Standortbedingungen zurückzuführen.

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