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Eigenschaften

  • niedrige und bodendeckende Blattschmuckstauden
  • wintergrüne Sorten
  • blühen rosa, violett oder blau
  • wachsen auf kiesigen Böden
  • Pflanzen der trockenen und halbtrockenen Lebensräume

Reiherschnäbel

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Die Pflanzengattung der Reiherschnäbel (botanisch Erodium) gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (botanisch Geraniaceae). Die Familie umfasst zwei Gattungen, deren Arten sich sehr ähnlich sehen. Zur Erodium-Gruppe zählen zwischen 60 80 Arten.

Viele Arten unterscheiden sich erst zur Fruchtreife eindeutig von den Storchschnäbeln. Typisch für die Arten dieser Gattung sind die Früchte, die auffallend lange Schnäbel tragen. Die Pflanzen sind auf steinige und sandige Böden spezialisiert. Sie sind häufig auf Getreideäckern anzutreffen und erobern offen liegende Böden. Es gibt Arten, die einen angenehmen Duft verbreiten. Andere Reiherschnäbel riechen unangenehm. Die Arten sorgen durch ihre lange Blütezeit, die sich durch den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein zieht, für farbliche Akzente. Einige wintergrüne Zuchtformen liefern im Winter eine dekorative Blattschmuckstaude. Die Blüten blühen in unterschiedlichen Farbtönen. Besonders beliebt als Zierpflanze sind Sorten mit dunkel geaderten Blüten.

Blatt

Die Blätter vieler Reiherschnäbel stehen in grundständigen Blattrosetten zusammen. Bei anderen Arten ist der Stängel beblättert. Die Blätter, die am Stängel wachsen, sind gegen- oder wechselständig angeordnet. Die Blattspreiten setzen sich aus mehreren Blattfiedern zusammen. Die Blattfiedern sind eingeschnitten und besitzen einen gezähnten oder gesägten Blattrand. Sie sind kurz gestielt. Die gestielten Laubblätter besitzen an ihrer Stielbasis kleine Nebenblätter.

Blüte

Erodium-Arten haben seltener einzelne Blüten. Bei dem Großteil der Arten stehen zwei bis neun Blüten in einem doldigen Blütenstand zusammen. Der Blütenstand entspringt aus einer Blattachsel oder schließt den Spross am Ende ab. Die Einzelblüten sind gestielt und klein. Sie folgen einem fünfzähligen Aufbau und sind radiärsymmetrisch oder schwach spiegelsymmetrisch. Sie bestehen aus fünf freien Kronblättern und fünf frei stehenden Kelchblättern.

Das Farbspektrum der Krone reicht von Rosa über Violett bis hin zu Blau. Einige Arten entwickeln ein nervenartiges Muster auf den Kronblättern. Zuchtformen erblühen in verschiedenen Gelbtönen. Einige Sorten entwickeln auffällige Punkte Blütenzentrum. Mitten in der Blüten sitzen zwei Kreise aus jeweils fünf Staubblättern. Die Hälfte aller Staubblätter dient dem Fortpflanzen. Ein oberständiger Fruchtknoten setzt sich aus fünf verwachsenen Fruchtblättern zusammen. Die Blüten ähneln der Gestalt der Storchschnabelblüten. Die Blütezeit der Reiherschnäbel ist lang. Die Pflanzen blühen dauerhaft von Juni bis in den Oktober hinein.

Frucht

Reiherschnäbel entwickeln Spaltfrüche. Nach der Blüte verlängert sich der Griffel zu einem langen Schnabel. Diese Gestalt gab der Gattung ihren deutschen Namen. Der Fruchtschnabel ist bei den Reiherschnäbeln länger als bei den Storchschnäbeln. Die schnabelförmigen Früchte enthalten fünf Kammern, die jeweils einen Samen enthalten. Zur Fruchtreife rollt sich der Schnabel spiralförmig ein. Die Frucht zerspringt in vier Teilfrüchte, die auf den Boden fallen. Vögel, Insekten und der Wind sorgen für das weite Verbreiten der Teilfrüchte.

Wuchs

Erodium-Arten wachsen als krautige Pflanzen. Sie sind ein- oder zweijährig. Manche Arten wachsen als ausdauernde Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mit Haaren übersät. Arten wie der Moschus-Reiherschnabel (botanisch Erodium moschatum) entwickeln einen aromatischen oder unangenehm riechenden Duft. Die Pflanzen breiten sich kriechend oder niederliegend auf dem Boden aus oder wachsen aufrecht in die Höhe. Die Wuchshöhen unterscheiden sich von Art zu Art. Sie wachsen zwischen fünf und 40 Zentimeter hoch. Reiherschnäbel sind Flachwurzler, deren Wurzelwerk sich dicht unter der Bodenoberfläche ausbreitet.

Standort

Reiherschnäbel wachsen auf Lehm-, Stein- und Sandböden auf sommerwarmen Standorten. Sie gedeihen in vollsonnigen Regionen. Bevorzugt wachsen sie an Standorten, die nicht dauerhaft in der Sonne liegen. Im Wanderschatten von Mauern oder Gehölzen fühlen sich Erodium-Arten wohl. Ideal ist ein mäßig trockenes bis trockenes Substrat. Erodium-Arten benötigen einen mäßig nährstoffreichen Boden, der wenig humos ist. Sie bevorzugen einen kalkarmen und basenreichen Untergrund.

Ein gut aufgelockerter Boden sorgt dafür, dass das Wasser abfließt und sich keine Staunässe bildet. Als Pionierpflanzen besiedeln die Reiherschnäbel ruderale Flächen auf Äckern und in lückigen Unkrautfluren. Sie gelten als Zeiger für sandige Untergründe. Zu den Hauptlebensräumen zählen trockene und halbtrockene Rasen. In Mitteleuropa bilden Reiherschnäbel Pflanzengesellschaften mit Fetthennen (Sedum) und Knäuelkräutern (Scleranthus). Sie wachsen in Nachbarschaft zu Vogelknöterich (Polygonum) und Gänsefuß (Chenopodium)

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet von Erodium liegt in Mitteleuropa. Die Pflanzen kommen vom Mittelmeerraum bis nach Deutschland vor. In den mediterranen Gebieten haben Reiherschnäbel einen Verbreitungsschwerpunkt. Hier wachsen die heimischen Arten an Wegrändern, auf Weinbergen und in Binnendünen. Einige Arten erobern Lebensräume in Nordafrika und Vorderasien. Zwei Arten sind in Australien und Nordamerika beheimatet.

Nutzung

Einige Reiherschnäbel-Arten gelten als beliebte Zierpflanzen. Die bodendeckenden Pflanzen begrünen offen liegende Bereiche im Garten. Sie wachsen in Steingärten und säumen die Ränder von Gartenwegen. Erodium-Arten eignen sich zum optischen Aufwerten von Rasenflächen. Es sind Kandidaten für gemischte Rabatte. Aufgrund ihres anpassungsfähigen Wesens an trockene und karge Standorte sind Reiherschnäbel ideale Pflanzen für Schotter- und Kiesflächen. Sie sind für das Bepflanzen von Kübeln geeignet.

Pflege/Schnitt

Am geeigneten Standort reduziert sich die Pflege der Reiherschnäbel auf ein Minimum. Je sonniger der Standort ist, desto mehr Wasser benötigen die Reiherschnäbel. Bei lang anhaltenden Trockenperioden erfreuen sich Pflanzen an halbschattigen Standorten über regelmäßige Wassergaben. Mäßiges Gießen ist wichtig, damit sich keine Staunässe bildet. Durch das Anreichern des Bodens mit Kompost sorgt vor dem Pflanzen für einen verbesserten Boden. Die Reiherschnäbel nutzen die Nährstoffe über einen langen Zeitraum, sodass in den ersten Jahren kein zusätzliches Düngen notwendig ist.

Ein Formschnitt ist bei Reiherschnäbeln nicht notwendig. Die Pflanzen dulden ein Trimmen. Nach dem Verwelken der Blüten, empfiehlt sich ein Rückschnitt der Blütenstängel. Breitet sich der Bestand zu stark aus, hilft das Auslichten. Die Pflanzen erholen sich rasch von einem radikalen Schnitt. Die frostharten Pflanzen benötigen keinen Winterschutz, sobald der Schneefall einsetzt. Ein Kahlfrost mit niedrigen Temperaturen und starkem Sonnenschein schädigt die Pflanzen. Eine Schicht aus Stroh oder Reisig schützt die Pflanzen. Nicht alle Arten vertragen die Minustemperaturen. Die aus dem Mittelmeergebiet stammenden Vertreter sind an milde Winter mit Plusgraden angepasst.

Krankheiten/Schädlinge

Reiherschnäbel fallen keinen Schädlingen zum Opfer. Viele aromatische Pflanzen besitzen Inhaltsstoffe, die auf Schädlinge abschreckend wirken. Schnecken verschmähen die jungen Triebe. Da ihre Wurzeln dicht unter der Erdoberfläche wachsen, sind die Reiherschnäbel durch Bodennässe gefährdet. Die Wurzeln faulen bei zu hoher Feuchtigkeit ab. Pilze verbreiten sich an den verfaulten Stellen und schwächen die Pflanze zusätzlich.

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