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Eigenschaften

  • Bewohner der Steppen Nordamerikas
  • wachsen auf sandigen Böden in heißem Klima
  • Blütenstände blühen von unten nach oben
  • auffallend große Trichterblüten
  • kräftige oder zarte Farbtöne

Präriemalven

Gattung Sidalcea ab €3.50 kaufen
     
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Die Gattung der Präriemalven (bot. Sidalcea) umfasst 25 bis 31 Arten. Ihre Stellung innerhalb der Malvengewächse (Malvaceae) ist an der Form der Blüten deutlich erkennbar. Die Pflanzen haben ihren Hauptverbreitungsschwerpunkt im Norden Amerikas.

Die buschig wachsenden Präriemalven, als Schmuckmalven bekannt, verdanken ihren deutschen Namen dem ursprünglichen Lebensraum. In Nordamerika gedeihen die Pflanzen in den Steppenlandschaften, in denen wenige Bäume, Sträucher und Gräser wachsen. In diesem unwirtlichen Lebensraum überleben die Pflanzen ohne Not zu leiden. In Deutschland gelten die Präriemalven aufgrund ihrer dekorativen Blütenstände als beliebte Zierpflanzen. Sie sind die nahen Verwandten der in Deutschland heimischen Malven (Malva) und leicht zu verwechseln. Die Pflanzen zeichnen sich durch ihre lange Blütezeit aus. Typisch für die Präriemalven ist der chronologische Verlauf der Blüte. Die Blütenstände blühen von unten nach oben. Sie erinnern an die Form einer Kerze. Die großen Blüten ziehen zahlreiche Insekten, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an.

Blatt

Die Form der Blattspreite ist eiförmig oder nierenförmig. Sie sind einfach oder gelappt bis gefingert. Der Blattgrund ist abgerundet oder keilförmig. Der Blattrand ist gekerbt bis gesägt. Sidalcea-Arten entwickeln drei Typen von Laubblättern. An der Basis sind die Blätter lang gestielt. Diese basalen Blätter sind gering gelappt und höchstens eingekerbt.
Die mittleren Stängelblätter sind drei- bis siebenfach gelappt. Die oberen Blätter sind kurz gestielt und handförmig gelappt. Die Blattlappen sind schmal und gezähnt oder ganzrandig. Häufig kommt es vor, dass die Blätter an einer Pflanze unterschiedlich aussehen. Die Blätter der Präriemalven sind gleichmäßig an der Sprossachse verteilt oder an der Stängelbasis gedrängt. Einige Arten entwickeln keine Stängelblätter, sondern Blattrosetten. Am Grund der Laubblätter sitzen kleine Nebenblätter, die bei einigen Arten im frühen Wachstumsstadium abfallen. Die Nebenblätter sind linealisch bis lanzettlich oder eiförmig ausgebildet.

Blüte

Die Präriemalven entwickeln Blütenstände, die seitenständig in den Blattachseln sitzen oder das Ende der Sprossachse bilden. Die Einzelblüten sind zwittrig oder eingeschlechtlich mit reinen weiblichen Blüten, seltener mit reinen männlichen Blüten. Die fünf Kelchblätter sind miteinander verwachsen. Die Kelchröhre ist leicht aufgeblasen.

Die Krone ist auffällig groß und tricherförmig. Präriemalven blühen in einem blassen oder dunklen Rosa. Ihre Farbpalette reicht von Magenta bis Purpur über Lavendel. Selten blühen die Arten weiß. Bei einigen Arten ist die Nervatur auf den Kronblättern erkennbar. Selten bilden die Arten einen dunklen Fleck im Zentrum der Blüte. Die Blüten haben für das Bilden der Pollen zuständige Staubblätter und sterile Staubblätter. Diese sogenannten Staminoide sind umgebildet und dienen der Schaufunktion. Die Präriemalven bilden zwei Kreise von staminoiden Staubblättern, die eine Röhre bilden. Aus der Röhre ragt der Griffel heraus. Präriemalven blühen zwischen Juni und August. Einige Arten zeigen im September ihre letzten Blüten.

Frucht

Die Früchte der Sidalcea-Arten sind Spaltfrüchte. Sie stehen aufrecht am Blütenstiel und sind rundlich bis scheibenförmig ausgebildet. Die dünnen Fruchtwände sind verhärtet. Die Oberfläche der Spaltfrüchte ist kahl oder kurz behaart. Die Früchte bestehen aus fünf bis zehn Fächern, die jeweils einen Samen enthalten.

Wuchs

Die Arten der Gattung Sidalcea wachsen als aufrechte Pflanzen. Die Arten sind ein- bis mehrjährige Kräuter oder Halbsträucher. Die krautigen Pflanzen wachsen aufsteigend oder aufrecht und erreichen Wuchshöhen von bis zu einem Meter. Die aufsteigenden Sprosse liegen an ihrer Basis dicht am Boden. An diesen Stellen bilden die Pflanzen Wurzeln aus. Die grünen Pflanzenteile sind mit sternförmig aufgefächerten oder einfachen Haaren besetzt oder kahl. Bei einigen Arten sind sie blaugrün bereift. Präriemalven entwickeln tiefgehende Pfahlwurzeln, mit denen sie Wasser und Nährstoffe aus tieferen Schichten aufnehmen. Die Wurzeln sind fleischig verdickt. Einige Arten entwickeln ein flaches und längliches Rhizom.

Standort

Präriemalven wachsen in Prärien. Sie sind auf Sandböden anzutreffen, die einen geringen Anteil am Lehm aufweisen. Die Arten benötigen einen gut durchlässigen Boden. Die Pflanzen gedeihen auf einem humosen Standort, der einen mäßigen Nährstoffreichtum bietet. Sie lieben die volle Sonneneinstrahlung und sind an heiße Wetterlagen angepasst. Kalkarme Böden, die durchlässige Eigenschaften aufweisen, sind ideal.

Verbreitung

Die Arten der Gattung Sidalcea sind im Norden Amerikas verbreitet. Einige Arten wachsen in speziellen Lebensräumen in Mexiko. Die Pflanzen wachsen in einer offenen Vegetation in heißen Gebieten. In diesen Prärien gibt es wenige Bäume oder Sträucher. Das Bild ist geprägt durch Gräser. Es gibt einige Arten, die in Großbritannien heimisch sind.

Nutzung

Präriemalven eignen sich als Zierpflanzen für die Dekoration von Beeten und Steingärten. Sie schaffen optische Akzente in Steppenbeeten und in höherwüchsigen Staudenanpflanzungen. Die Blütenstände eignen sich als Dekoration für Vasen. Im frischen Wasser öffnen sich die Blütenknospen nacheinander.

Pflege/Schnitt

Die Pflege der Präriemalven ist nicht aufwendig. Da die Pflanzen an trockene Klimabedingungen angepasst sind, benötigen sie keine regelmäßige Bewässerung und vertragen lang anhaltende Trockenperioden. Einige Zuchtformen bevorzugen feuchtere Untergründe. Diese Pflanzen erfordern zusätzliche Wassergaben. Düngen ist nicht erforderlich, da Präriemalven auf einem mäßig nährstoffreichen Boden wachsen.

Sidalcea-Arten sind winterhart. Temperaturen bis zu -20° C vertragen sie klaglos. In kalten Wintermonaten mit kälteren Temperaturen benötigen die Pflanzen einen zusätzlichen Schutz gegen den Frost. Eine Schicht aus Fichtenreisig oder Stroh eignet sich als Isolation. Die Pflanzen benötigen keinen Rückschnitt. Ein Abschneiden der verwelkten Blütenstände regt das Nachbilden neuer Blüten an. Die Pflanzen verwelken im Winter. Das abgestorbene Blattwerk dient als zusätzlicher Schutz vor der Kälte.

Krankheiten/Schädlinge

Im Frühling fallen die Präriemalven den Blattläusen zum Opfer. Die Schädlinge profitieren von dem gehaltvollen Pflanzensaft. Zu häufiges Düngen begünstigt die Blattläuse. Sobald sich ein Befall zeigt, empfiehlt sich ein Abspritzen der Präriemalven mit einem kräftigen Wasserstrahl. Die Blattläuse sind unbeweglich und nicht in der Lage, Distanzen von 20 bis 30 Zentimeter auf dem Boden zu überwinden.

Als problematisch erweist sich der Malvenrost. Dieser Pilz befällt die Blattunterseite von Malvengewächsen. Er äußert sich durch braune Pusteln und Flecken. Unbehandelt entwickeln sich die Flecken zu Löchern. Bei einem starken Befall droht die Pflanze abzusterben. Es empfiehlt sich, betroffene Blätter direkt zu entfernen. Das verhindert das weitere Ausbreiten der Pilzsporen. Bei einem starken Befall hilft das Behandeln mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm.

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