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Eigenschaften

  • enthalten Fermentierungsenzyme
  • Färberpflanzen
  • anspruchslos, pflegeleicht
  • wachsen flach, kletternd, als Sträucher
  • winterhart

Labkräuter

Gattung Galium ab €3.70 kaufen
     
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Die Gattung der Labkräuter (bot. Galium) gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Der schwedische Naturforscher Carl von Linné definierte die Gattung erstmals 1753 in seinem Werk Species Plantarum. Über 600 Arten dieser Pflanzengattung sind bekannt.

Diese Pflanzen enthalten Fermentierungsenzyme, ähnlich dem Lab (Enzyme im Labmagen von Wiederkäuern / Kälbern). Diesem Umstand verdankt die Gattung ihren Namen. Seit jeher dienen die Enzyme der Labkräuter als Gerinnungs- und Säuerungsmittel in der Käseherstellung. Ihr botanischer Name Galium geht zurück auf das griechische Wort Gala (deutsch: Milch). Labkraut gilt im Volksglauben als Symbol der Fruchtbarkeit und der Liebe. Die Germanen weihten es der Göttin Freya (Liebesgöttin der nordischen Mythologie).

Blatt

Die Belaubung steht quirlständig mit vier bis zwölf Blättern. An der Sprossachse sitzen sich auf gleicher Höhe paarweise die Laubblätter sowie die Nebenblätter gegenüber (gegenständig). Die Blätter sind seltener gestielt, sie entspringen unmittelbar am Stängel und haben einen glatten oder gesägten Rand. Die Blattflächen weisen einen bis mehrere Hauptnerven auf. Die Nebenblätter sind von gleicher Form wie die Laubblätter. Sie sind kleiner und oftmals mit diesen verwachsen. Artabhängig zeigen sich die Färbungen der Blätter von kräftigem Dunkelgrün bis zu einem hellen Gelbgrün.

Blüte

Im Blütenstand, der weiß, zitronen- bis goldgelb gefärbt ist, sitzen die überwiegend zwittrigen Blüten einzeln oder verzweigt (zymös). Die recht kleinen Einzelblüten enthalten drei bis fünf Kelchblätter. Bei zahlreichen Arten ist der Kelch ansatzweise (rudimentär) ausgebildet. Vier bis fünf (seltener drei) Kronblätter stehen trichterförmig zusammen. Zwei Fruchtblätter sind je zu einem unterständigen Fruchtknoten miteinander verwachsen. Die Blütenstände duften angenehm und intensiv. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt hauptsächlich durch Insekten. Ihre Blühfreudigkeit macht sie wertvoll für Bienen und Hummeln.

Frucht

Galium zählt zu den bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die Pflanzen entwickeln eiförmige, trockene, eher kahle Spaltfrüchte, die oft grau bis grün, bei wenigen Arten weiß, rot, orange oder schwarz erscheinen. Diese zerfallen nach dem Reifen zu zwei einsamigen Teilfrüchten. Die kleinen Samen sind zum Teil geflügelt. Das begünstigt das Ausbreiten durch den Wind.

Wuchs

Labkräuter sind einjährige bis ausdauernde (perennierende) Pflanzen mit krautigem Wuchs. Galium wächst aufrecht oder kletternd, flach und teppichbildend bis hin zu Zwergsträuchern. Die Mehrzahl der Arten erreicht zwanzig und siebzig Zentimeter Höhe, Klettenartige kriechend bis zu zwei Meter Länge. Die Sprossachse kann dünn stachelig bis klettenartig, mit rückwärts gerichteten Borstenhärchen, beschaffen sein.
Während einige Arten filigran, mit zarten Blättchen und weichen Stängeln erscheinen, fallen die Klettenartigen eher rau und grob aus. Bedingt durch die Klettborsten haften deren Blätter an Kleidung oder Tierfell. Hat sich die Pflanze an einem günstigen Standort angesiedelt, breitet sie sich zügig über ein waagerecht kriechendes, wenig tiefgründiges Wurzelsystem aus.

Standort

Die Pflanzen stellen wenige Ansprüche. Während einige Arten feuchte und halbschattige Wiesen und Waldränder bevorzugen, gedeihen andere an vollsonnigen und eher trockeneren Standorten. Ob Moorlandschaft, Waldflächen, Schotterflächen, das Labkraut ist nicht wählerisch, sofern der Boden durchlässig ist. Kühle Schattenlagen besiedelt die Pflanze nicht.

Verbreitung

Die Gattung ist weltweit verbreitet. Sie ist bevorzugt in den gemäßigten Klimazonen der Erde zu Hause. Dennoch kommen Labkräuter gut mit gegensätzlichen Klimabedingungen zurecht. Sie finden sich in alpinen und arktischen Gebieten sowie in größeren Höhenlagen subtropischer bis tropischer Zonen. Einwanderer verschleppten die Pflanzen auf andere Kontinente. In Kalifornien beispielsweise gilt Galium als invasive (durch den Menschen verbreitete) Pflanzengattung. In Gebieten mit verstärkten Vorkommen auf Weideflächen sind die Pflanzen in unseren Breiten weniger beliebt, da Nutztiere das Futter mit zu hohem Labkraut-Anteil ablehnen.

Nutzung

Labkräuter sind vielseitig verwendbar. In früheren Zeiten verwendeten die Menschen die Pflanzen wegen ihres Wohlgeruchs zum Ausstopfen von Matratzen und zur Einlage in Särgen. Bis in die heutige Zeit dient das Fermentierungsenzym von Galium der Käseherstellung, wie dem Englischen Chesterkäse. Ihre Färbung und Geschmack verdankt diese Käsesorte dem Einsatz von Labkraut.

Einige Arten besitzen färbende Eigenschaften (vor allem die Wurzeln). Noch intensivere Färbeeigenschaft besitzt der Krapp (auch Färberkrapp), aus der Gattung Färberröten in derselben Familie wie Galium. Der gemeinsame Familienname deutet darauf hin. Als Färberpflanze sind Labkräuter in manchen Ländern gezielt kultiviert und genutzt.
Zum Kochen und als Zutat in Salaten eignen sich fast alle Teile der Pflanze wie Jungtriebe, Blätter, Blüten, Früchte. Geröstet und vermahlen sind diese ein Ersatz für Kaffee. Die Blätter sind wohlschmeckend als Tee oder in Säften und Smoothies. Labkraut kommt als Arzneipflanze in der Homöopathie zum Einsatz.

Pflege/Schnitt

Die Wildpflanzen eignen sich zur Kultivierung im Garten. Sie sind extrem wüchsig und breiten sich gegebenenfalls unerwünscht stark aus. Um das Überwuchern von Nachbarpflanzen zu verhindern, sind kriechende Austriebe zurückzuschneiden oder abzustechen. Im Herbst empfiehlt sich das Abstechen und Ausdünnen des Wurzelwerks mit dem Spaten.

Labkräuter gedeihen in unseren Gärten und erfordern wenig Pflege. Zusätzliches Gießen während längerer Trockenperioden oder Düngergaben braucht die Pflanze nicht. Sie lässt sich leicht durch Teilung oder durch Aussaat der Samen im Frühjahr vermehren. Selbst in Pflanzgefäßen ist sie kultivierbar. Labkräuter sind gut winterhart, Schutz vor Frost und Nässe ist nicht nötig. Mit den ersten Frösten sterben die oberirdischen, krautigen Teile ab, die Pflanze zieht ein. Im Frühling treibt das Labkraut frisch aus.

Krankheiten/Schädlinge

Wie andere Gattungen innerhalb der Rötegewächse, sind alle Arten von Galium anfällig für den Echten Mehltau (Neoerysiphe galii). Raupen unterschiedlicher Labkrautspanner-Arten fressen bevorzugt Blüten und Blätter von Labkräutern. Ein weiterer Schädling einiger Galium-Arten ist die Gallmücke (Geocrypta Galii). Deren abgelegte Eier bilden auf den Pflanzen Gallen (Geschwulste). Auch die Gallmilbe (Aceria galiobia) befällt Labkräuter und verursacht Gallenbildung auf den Blättern.

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