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Eigenschaften

  • horstbildend, ausbreitend
  • als Bodendecker geeignet
  • elegante Blütenrispen
  • immergrün, winterhart
  • pflegeleicht, einfache Vermehrung

Hainsimsen

Gattung Luzula ab €1.90 kaufen
     
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Die Pflanzen aus der Gattung der Hainsimsen (bot. Luzula) sind krautig und mehrjährig. Sie sind einkeimblättrige Bedecktsamer der Gruppe Commeliniden in der Klasse der Monokotyledonen. Die Commeliniden haben mehrere spezifische Gemeinsamkeiten. Unter anderem zeichnen sie sich durch Silikat-Einschlüsse in den Epidermiszellen (Oberflächenschicht der Pflanzen) aus.

Die Commeniliden enthalten vier Ordnungen. Eine der Ordnungen sind die Süßgrasartigen (Poales). Hierzu gehört die Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Sie umfasst mehr als vierhundert Arten. Die Hainsimsen stellen viele Arten. Manche botanischen Listen zählen bis zu 276 Arten zur Gattung. The Plant List aus England akzeptiert 140 Arten. Nach der Systematik der Angiosperm Phylogeny Group bilden rund 115 Arten die Gattung Luzula. Die Internationale Gruppe hat 2009 ihre neue Pflanzenordnung veröffentlicht.

Blatt

Die Pflanzen haben grasähnliche Blätter. Die Blattspreiten sind flach, bei wenigen Arten rinnig. Sie haben einen Blattnerv. Ihre Blattspitzen sind fein, zugespitzt, knotig, zungenförmig oder stumpf. Die Blattscheiden sind geschlossen. Dieser Blattgrund umfasst die Sprossachse.
Als Markierung der Hainsimsen sind die Blattscheiden und Blattspreiten behaart, die Ränder sind bewimpert. Die Behaarung besteht aus langen und weißlichen, weichen Haaren. Manche Art hat am Grund kahle Blätter. Die Blätter stehen in dreizeiliger Ordnung. Vorhanden sind grundständige Blätter. Die Breite der Blätter variiert zwischen sieben und zehn Millimeter. Die Länge beträgt bis zu 30 Zentimeter.

Blüte

Die Blüte besteht aus sechs Blütenhüllblättern und ebenso vielen Staubblättern. Dazu kommen drei Fruchtblätter. Die Blüten sind meistens drei bis vier Millimeter lang. Aus mehreren Einzelblüten bildet sich eine Art Rispe, die Spirre. Die Blüten sind teilweise gestielt. Je weiter unten oder außen die Blüten stehen, desto länger ist der Stiel. Obere und innere Blüten besitzen einen extrem kurzen Stiel. Die Spirre ist dadurch wie ein Becher geformt. Gefärbt sind die Blüten weiß, gelb oder rötlich. Sie erscheinen im April und Mai. Der Wind übernimmt die Bestäubung.

Frucht

Der Fruchtknoten ist bei allen Arten oberständig mit eingedrehten Narbenästen. Daraus entstehen Kapselfrüchte. Zur Reife neigen sich die Halme. Bei Fruchtreife sind die Früchte meistens gelb-grün, zwischen drei bis vier Millimeter lang. Einzelne Arten haben zwei Millimeter lange Früchte. Manche Arten haben kegelförmige, andere eiförmige Früchte. Sie besitzen eine Samenkammer mit drei Samen. Die Samen sind an ihrer Basis behaart.
Als Besonderheit haben die Samen an ihrer Spitze ein Anhängsel (Elaiosomen). Es ist rund einen Millimeter lang, weiß, fettreich und bei Ameisen beliebt. Sie schleppen die Samen in ihre Bauten und tragen zur Verbreitung der Pflanzen bei. Auch der Wind verteilt regelmäßig die Samen.

Wuchs

Die krautigen Pflanzen bilden kurze Rhizome zur Verbreitung. Manche Art entwickelt unterirdische Ausläufer. Einzelne haben kurze Pfahlwurzeln. In einigen Fällen kommen Stolonen als Fortpflanzung vor. Stolonen sind Ausläufer mit fertig ausgebildeten Pflanzen. Einige Hainsimsen bilden Horste. Sie bedecken mit der Zeit größere Flächen.

Die Blütenstängel wachsen aufrecht. Manche Arten haben dünne Stängel. Manchmal sind sie fünf bis zehn Zentimeter, oft bis zu 30 Zentimeter hoch. Einzelne Arten haben 50 oder 70 Zentimeter hohe Blütenstängel. Bei einzelnen Arten erreichen die Blütensprosse 90 Zentimeter Höhe. Die Blüten stehen stets über dem Laub. Am liebsten wachsen sie an leicht beschatteten Standorten. Dann bleiben die Blätter während des ganzen Jahres grün. Im Frühjahr wachsen die neuen Blattsprosse durch die alten Blätter hindurch. Sie sind Schutz und Humus für die Pflanze.

Standort

Hainsimsen wachsen auf ausgeglichenen Böden. Die meisten Arten lieben feuchte, humose und kalkarme bis saure Böden. Beliebt sind tiefgründige Böden. Sie wachsen am besten in lichtem Schatten und vertragen gut die tiefen Schatten unter Bäumen. In Nordlagen gedeihen sie ausgezeichnet. Manche Arten wachsen auf Magerrasen oder verbreiten sich in Heideflächen. Manche Arten stehen in frischen Laub- und Nadelwäldern, andere auf feuchten Wiesen.

Verbreitung

Hainsimsen sind über die ganze Welt verbreitet. Sie kommen auf der nördlichen und der südlichen Hemisphäre vor. Schwerpunkte sind auf beiden Erdhalbkugeln die gemäßigten und die arktischen Zonen. In den Tropen wachsen Hainsimsen in höheren, kühleren Gebirgsregionen. Ihre Entwicklungsschwerpunkte liegen in Europa und in Asien.

Die Standorte in Mitteleuropa sind überwiegend Buchenwälder. Hier bilden sie als Hauptpflanze die Krautschicht. Es sind vorwiegend arme Standorte im Mittelgebirge. Die Arten wachsen von der Ebene bis in gebirgige Lagen. In Europa sind bis zu 17 Arten verbreitet. Die Behaarte Hainsimse (Luzula pilosa) ist in ganz Europa Zuhause. In Bayern sind fünf Arten in Wildbeständen nachgewiesen. In Nordrhein-Westfalen sind sieben Arten in zerstreuten Beständen erfasst.

Nutzung

Arten der Hainsimsen zieren seit langem die Gärten. Sie sind als Blattschmuckstauden beliebt. Bei einigen Sorten stehen vergrößerte Blüten im Vordergrund. Bei anderen hat sich die Blüte in den Zeitraum von Juni bis August verschoben. Die Arten der Hainsimse passen in viele Gärten mit Naturcharakter. Sie bilden in kurzer Zeit pflegeleichte, rasenähnliche Flächen. Unter Bäumen sorgen sie für Bodendeckung und umrahmen Anpflanzungen von Sträuchern mit einem grünen Band.

Der mittelhohe, kugelige Wuchs mancher Arten ist ein schöner Kontrast zu Kleinsträuchern. Auf verschatteten Nordlagen sind die artenreichen Hainsimsen eine gute Lösung. Mehrere Arten miteinander kombiniert, ergeben in kurzer Zeit eine interessante Pflanzendecke. Hainsimsen bewachsen schattige Innenhöfe. Niedrige Arten erweitern die Pflanzenauswahl für Dachbegrünungen. Geeignete Arten der Hainsimse untermalen Formen oder Farben anderer Pflanzenarten.

Pflege/Schnitt

Die Hainsimsen sind robust. Arten und Sorten sind pflegeleicht und standorttolerant. Die Pflanzen wachsen auf sonnigen Plätzen und im Gehölzschatten. Für eine geschlossene Pflanzendecke reichen zwischen fünf und neun Pflanzen (je nach Größe) für einen Quadratmeter. Am besten ist eine Frühjahrspflanzung. Dann wachsen die Hainsimsen bis zum Herbst gut an. Sie sind ausdauernd, frosthart und genügsam.

Ein Schnitt der Pflanzen ist nur bei geschädigten Blättern notwendig. Zur Vermehrung reicht es, Ausläufer oder Tochterpflanzen (die Stolonen) abzutrennen und an neuer Stelle einzupflanzen. Bei einzelnen Sorten ist eine Teilung der Horste möglich. Manche Arten säen sich selbst aus. In Naturgärten ist es die einfachste Art zur Erweiterung von grünen und blühenden Flächen.

Krankheiten/Schädlinge

Hainsimsen sind schön und pflegeleicht. Krankheiten sind keine bekannt. Kaninchen oder andere Nager verschmähen die grasartigen Blätter. Nacktschnecken wagen sich nicht in die Nähe.

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