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Eigenschaften

  • trichterfömige Nachtschattenblüten
  • weiße, gelbe, grünliche, rote oder violette Blüten
  • bizarre Wuchsformen
  • Früchte einiger Arten zum Verzehr geeignet
  • verholzende Pflanzen

Bocksdorne

Gattung Lycium ab €5.50 kaufen
     
  • Beschreibung
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Bocksdorne (bot. Lycium) stellen eine Pflanzengattung dar, die zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) zählen. Lycium zählt rund 100 Arten. Eine große Aufmerksamkeit genießt die Goji-Beere (Lycium barbarum), die wegen ihrer gesunden Früchte in vielen Gärten anzutreffen ist.

Lycium hat viele Pflanzen mit schmackhaften Früchten zu bieten. Wenn die Bocksdorne zur Blüte kommen, sorgen sie mit ihren prachtvoll gefärbten Trichterblüten für ein zauberhaftes Bild. Es entsteht eine kunstvolle Kulisse, wenn die Äste der Sträucher weit überhängen und ein unwirkliches Bild kreieren. Die kleinen Blüten sorgen für einen bizarren Kontrast zu der auffälligen Wuchsform. Besonders ästhetisch sind Arten, die auf ihren Kronblättern eine Zeichnung tragen. Sie sind ein Magnet für Insekten und Schmetterlinge. In ihren Herkunftsgebieten zählen Kolibris zu den Besuchern einiger Bocksdorn-Arten.

Blatt

Bocksdorne tragen ganzrandige Blätter, die bei dem Großteil der Arten in Büscheln stehen. Die Blattspreite verschmälert sich zum Blattstiel. Dadurch sitzen die Blätter auf den Ästen. Einige Arten entwickeln Blätter, bei denen sich die Blattspreite deutlich vom Blattstiel absetzt. Der Blattstiel entwickelt eine Länge von bis zu 15 Millimeter. Die Form der Blattspreite ist variabel. Die Form ist linealisch bis lanzettlich oder eiförmig. Die Blätter sind dünn oder dick und fleischig. Sie wachsen zwei bis acht Zentimeter in die Länge.

Blüte

Die Einzelblüten sitzen einzeln oder an kurzen Trieben, an denen sich bis zu 50 Blüten zu einem Knäuel gruppieren. Die Blüten sind vier- bis fünfzählig aufgebaut. Auf einem 0,5 bis 20 Millimeter langen Stiel sitzt ein Kelch, dessen Blätter zur einer Glocke, einer Röhre oder einem Becher verwachsen. Die meisten Arten entwickeln einen radiärsymmetrischen Kelch. Andere Vertreter haben einen spiegelsymmetrischen oder asymmetrischen Kelchbecher. Die Kronblätter verwachsen im unteren Teil zu einem röhren- bis trichterförmigen Schlund.

Im oberen Teil breiten sich die Kronblattzipfel frei aus. Sie sind nach außen gekrümmt, die Blüte erscheint wie ein Teller. Die Farbpalette der Krone ist mit vielen Farben gefüllt. Sie reicht von weiß über grün und gelb bis hin zu blau, lila und violett. Zudem bereichern Farbmischungen wie grünlich-gelb, creme-gelb, bläulich-weiß oder grünlich-weiß bereichern die Farbpalette. Besonders dekorativ sind Pflanzen mit auffällig gefärbten Nervenbahnen auf den Kronblättern. Es gibt Arten mit violett-schwarz eingefärbten Nerven. Andere Arten tragen grünliche, violette, bräunliche oder rote Punkte auf den Kronblättern.

Frucht

Bocksdorne bilden runde bis eiförmige Beerenfrüchte. Sie enthalten zwischen 4 und 70 Samen. Die Steinfrüchte zweier Arten bilden eine Ausnahme. Hier enthalten die verhärteten Früchte zwei bis vier Samen. Die Beeren erstrahlen in einem knalligen Rot oder in einem glänzenden Schwarz.

Wuchs

Bocksdorne wachsen als verholzende Pflanzen. Ihre Wurzeln tragen Brutkörper, die der ungeschlechtlichen Vermehrung dienen. Die Gehölze wachsen aufrecht, kriechend oder niederliegend. Die Wuchsformen sind von Art zu Art unterschiedlich. Während der Großteil der Bocksdorne als Sträucher wächst, bilden einige Arten kleine Bäume aus. Bizarr wirken die Vertreter mit einem verkrüppelten Wuchs. Sträucher wachsen zwischen 0,5 und 2,5 Meter hoch. Einige Ausnahmen wachsen bis zu vier Meter in die Höhe. Die Bäume erreichen Wuchshöhen von bis zu zehn Metern. Viele Arten tragen auf der Sprossachse weiche Dornen und haarähnliche Strukturen.

Standort

Bocksdorne lieben sonnige Standorte mit luftigen Verhältnissen. Sie legen großen Wert auf eine gute Belüftung. Die Gehölze wachsen auf einem gut durchlässigen und feuchten Boden. Ein humoser Untergrund unterstützt die Vitalität der Gewächse. Einige Pflanzen tolerieren einen salzhaltigen Boden. Unter guten Bedingungen neigen die Bocksdorne dazu, unterirdische Ausläufer zu bilden.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Bocksdorne zieht sich von Amerika über Afrika bis nach Asien. Etwa die Hälfte der Arten ist auf dem amerikanischen Kontinent heimisch. 30 Arten besiedeln die afrikanischen Landschaften. 17 Arten sind charakteristisch für die außertropischen Bereiche im Süden Afrikas. Hier wachsen die Pflanzen im Tiefland und im Gebirge. Sie erobern Höhenlagen bis zu 4.000 Meter. Viele Pflanzen sind auf Böden mit einem hohen Salzgehalt anzutreffen.

Nutzung

Bocksdorne zeichnen sich durch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten aus. In Kübel zieren niedrig wachsende Pflanzen den Balkon oder die Terrasse. Die kriechenden Arten überzeugen als Bodendeckerpflanzen, die dichte Teppiche über dem Substrat ausbilden. Bocksdorne sind gern genutzte Gehölze, um erosionsgefährdete Abhänge zu stabilisieren.
Neben dem praktischen Nutzen zieren die Pflanzen mit ihren Blüten die Landschaft. Im Garten eignen sich die verkrüppelt wachsenden Arten für die Einzelstellung. Hier ziehen sie alle Blicke auf sich. Sie sind der perfekte Begleiter auf Obstwiesen und sorgen zwischen den heimischen Apfelbäumen für einen exotischen Kontrast.

Pflege/Schnitt

Der Wasserbedarf der Pflanzen ist nach dem Einpflanzen im Beet am höchsten. Sobald sich die Gehölze an ihrem Standort fest verwurzeln, richtet sich die Bewässerung nach der Witterung. Bei einer lang anhaltenden Trockenheit erfreuen sich die Wurzeln über eine zusätzliche Wassergabe. Mäßiges Gießen ist wichtig, zu viel Nässe vertragen die Pflanzen nicht. Auch Bocksdorne, die im Kübel wachsen, benötigen ein leicht feuchtes Substrat. Das Frühjahr ist der optimale Zeitpunkt zum Düngen mit Kompost. Der Kompost deckt den Nährstoffbedarf für das gesamte Jahr. Weitere Düngergaben sind nicht notwendig.

Eine kräftige und standfeste Pflanze benötigt im frühen Wachstum einen regelmäßigen Schnitt. Im ersten Standjahr empfiehlt sich der Rückschnitt auf 15 bis 20 Zentimeter. Im darauf folgenden Jahr reicht eine Auslichtung auf fünf bis sechs Triebe aus. Diese Triebe entwickeln im Frühsommer Blüten. Ab dem vierten und fünften Jahr erfolgt eine regelmäßige Verjüngung, die alle zwei Jahre stattfindet. Die Pflanzen sind winterhart und vertragen frostige Temperaturen bis zu -26 °Celsius ohne Schaden zu nehmen.

Krankheiten/Schädlinge

Der Echte Mehltau ist eine unter Bocksdornen weit verbreitete Pilzkrankheit. Sie äußert sich durch einen mehligen Belag auf den Blättern, der im späten Stadium die komplette Pflanze überzieht. Im frühen Stadium reicht es aus, die befallenen Blätter zu entfernen. Zur Vorbeugung eignet sich das Besprühen der Pflanzen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm. Kleine Ausbuchtungen auf den Blättern deuten auf einen Befall durch die Goji-Gallmilbe hin, einem eingeschleppten Schädling.

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