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Eigenschaften

  • bekanntes Wildkraut
  • blaue Blüte, die nur einen Tag lang erblüht
  • die Blüten wenden sich stets der Sonne zu
  • aus den Wurzeln wird Ersatzkaffee hergestellt
  • essbar als Gemüse, Salat und für Tee geeignet

Wegwarten

Gattung Cichorium ab €5.00 kaufen
     
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Die Wegwarten (bot. Cichorium) sind eine Gattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es gibt sechs bis acht Arten. Diese wachsen in Europa, Asien und Nordafrika. Besonders bekannt ist die Gemeine Wegwarte. Die Pflanze zählt zu den häufigsten Wildkräutern. Einige Beinamen sind Zichorie, blaue Distel, Wegleuchte und Sonnenwirbel, da sie sich stets der Sonne zuwendet.

Der botanische Name der Wegwarte weist auf ihren Standort hin. Er stammt von den griechischen Wörtern kio (gehe) und chorion (Feld). Denn die Pflanzen wachsen an Wegen und Feldern. Ihre himmelblauen Blüten geben leuchtende Wegzeichen. Um die Gemeine Wegwarte ranken sich Mythen und Sagen über Liebe und Sehnsucht. Stets verkörpert die Blume die wartende Geliebte, die auf ein Wiedersehen mit ihrem Helden hofft. Bekannte Arten der Gattung Wegwarten sind Radicchio, Endivie, Zuckerhut und Chicorée. Diese Gemüsearten gingen meist durch natürliche Züchtung aus der Gemeinen Wegwarte hervor. Es handelt sich um Nutzpflanzen, die in der gesunden Küche eine Rolle spielen.

Blatt

Die Wegwarten haben Grundblätter und Stängelblätter. Die Grundblätter sind seltener glattrandig, häufiger kommen sie gefiedert oder gezähnt und gelappt vor. Oft sind sie kahl oder an der Unterseite leicht behaart. Sie sind acht bis 25 Zentimeter lang und ein bis sieben Zentimeter breit. Oftmals ähneln sie dem Löwenzahnblatt, sind aber spitzer. Dagegen sind die Stängelblätter glatt und haben eine lanzettliche Form. Sie sind stengelumfassend ohne Blattstiel und kürzer als die Grundblätter.

Blüte

Ihre Blütezeit haben die Wegwarten von Ende Juni bis Anfang Oktober. Sie schmücken sich mit zarten blauen, seltener mit rosafarbenen oder weißen Blüten. Die tiefblauen, später hellblauen Blüten der Wegwarten leuchten farbintensiv und werden bis zu sechs Zentimeter groß. Am äußeren Rand haben die länglichen Zungenblüten der Wegwarten je fünf kleine Kerben.
Zehn bis 20 kreisförmig angeordnete Einzelblüten bilden den Blütenkopf. Interessanter Weise öffnet sich dieser Blütenkopf bei Sonne für nur sechs Stunden am Vormittag. Danach verblüht er bereits und schließt sich zusammen. Die Einzelblüten wirken dann wie ein Teil des Stängels. Diese kurze Dauer der Blüten spiegelt sich in den Namen faule Gretel oder faule Magd. Jedoch bringen die Wegwarten schnell neue Blüten hervor.
Um den Blütenkopf herum befinden sich zweireihige Hüllblätter. Die äußeren Hüllblätter sind kürzer und stehen ab. Die Blütenköpfe wachsen am Ende des Stängels, alle zehn Zentimeter an den Verästelungen und in den Blattachseln. Die Blüten der Wegwarten sind beliebte Bienenweiden und Anziehungspunkt vieler Insekten.

Frucht

Die Früchte der Wegwarten sind länglich und gerippt. Aus den Blüten der Pflanze entstehen im September typische Achänenfrüchte. Diese nussähnlichen Früchte sind bis zu drei Millimeter lang.

Wuchs

Die Wegwarten erreichen eine Wuchshöhe von 30 bis 130 Zentimetern. Mit einer tiefen spindelförmigen Pfahlwurzel haben sie festen Halt in der Erde. Ihr aufrechter, kantiger Stängel wächst im oberen Teil ungleichmäßig verzweigt. Er ist rau behaart und hohl und enthält wie die gesamte Pflanze bitteren Milchsaft.

Standort

Bezüglich des Standortes sind die mehrjährigen Wegwarten genügsam. Sie wachsen an Feldrainen, Wegrändern, Bahndämmen und Böschungen sowie auf Brach- und Ödland. Dabei gedeiht die Pflanze sowohl im Flachland als auch im Gebirge, in Höhenlagen von etwa 1500 Metern. Sie bevorzugt es sonnig und trocken. Zugute kommen ihr schwere und lehmige Böden.

Verbreitung

Die Wegwarten sind in Mitteleuropa, in Westasien, Afrika Australien sowie in Neuseeland verbreitet.

Nutzung

Die wunderschönen Wegwarten sind sowohl als Wildpflanzen als auch im Garten ein Blickfang. Sie sind unkomplizierte Zier- und Nutzpflanzen und wachsen oft in Bauern- oder Kräutergärten. Die Pflanze gilt als anregend für die Verdauung und schmeckt bitter. Die jungen Blätter sowie die Blüten empfehlen sich für Salat, Suppen und Saucen, als Gemüsebeilage und zur essbaren Dekoration. Zudem bieten sich ältere Blätter als Gemüse an, das dem Spinat ähnlich ist. Die Stängel sind gegart und ausgebacken schmackhaft. Die Kulturformen Radicchio, Endivie und Chicorée eignen sich für Salate. Diese Gemüsesorten sind nicht nur roh ein Genuss. Auch gekocht und angebraten geben sie verschiedenen Gerichten einen herb-würzigen Geschmack.

Die Wurzeln der Wegwarten sind eine Grundlage für Ersatzkaffee. Die trockenen Wurzeln ergeben geröstet und gemahlen ein bekömmliches Getränk mit einem hohen Inulin-Gehalt. Der Zichorienkaffee trägt die Namen Muckefuck oder Landkaffee. Ebenso sind die geschälten und gewässerten Wurzeln ein herzhaftes Koch- oder Pfannengemüse.
Seit der Antike gelten die Wegwarten als Heilpflanzen. Sie halfen in unterschiedlicher Form bei Leber-, Gallen- und Magenleiden. Unter dem Namen Chicory sind sie heute eine der Bachblüten. Äußerlich bekämpft eine Salbe aus Wegwarten unreine Haut und Hautirritationen. Getrocknet ist gesamte Pflanze ein gesundes Teekraut. Der Tee gilt als stoffwechselanregend, blutreinigend, stimmungsaufhellend und hilft mutmaßlich gegen Kopfschmerzen.
Der Überlieferung nach haben die Wegwarten Zauberkräfte und helfen dabei, den richtigen Partner zu finden. Mädchen legten die Pflanze nachts unter das Kopfkissen, damit im Traum der zukünftige Bräutigam erscheint. Die zu bestimmten Zeiten freigegrabenen Wegwarten betören angeblich jeden, den sie berühren.

Pflege/Schnitt

Die Wegwarten gedeihen hervorragend auf großen Freiflächen. Ebenso wachsen die Pflanzen als Staude im Beet. Sie mögen trockenen und stickstoffreichen Boden. Im Winter brauchen die Wegwarten keinen besonderen Schutz. Ein Rückschnitt in Bodennähe erfolgt bei Bedarf im Herbst.
Die Saatzeit der Wegwarten ist je nach Temperatur im April bis Mai. Die Pflanzen benötigen genügend Abstand und zu Beginn regelmäßig Wasser in kleinen Mengen. Sie verbreiten sich durch Selbstaussaat. Das Entfernen der trockenen Blüten dämmt das Wachstum ein. Die Wegwarten brauchen keinen Dünger.

Krankheiten/Schädlinge

Die ausdauernden Wegwarten weisen kaum Krankheiten oder Schädlinge auf. Mit Ausnahme der zarten eintägigen Blüten ist die Pflanze robust und durchsetzungsfähig.

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