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Eigenschaften

  • wachsen krautig, ausdauernd
  • Bodentriebe, horstbildend
  • attraktive Blüten
  • besiedeln karge Böden
  • Insektenpflanzen

Teufelskrallen

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Die Pflanzengattung Teufelskrallen (bot. Phyteuma) umfasst ausdauernde krautige Pflanzen. Als Bedecktsamige und Zweikeimblättrige sind ihre Basisordnung die Euasteriden II in der Gruppe der Asteriden. Die Unterordnung dazu heißt Asternartige (Asterales). Die Teufelskrallen sind mit den Glockenblumengewächsen verwandt und stehen in der Familie Campanulaceae.

Einschließlich der Hybriden bilden 26 Arten die Gattung. Die Unterarten variieren bei der Anzahl. Die Ziestblättrige Teufelskralle wächst mit zwei Unterarten in den Ländern der Alpenregion. Die Unterart Phyteuma betonicifolium subsp. Betonicifolium kommt in Deutschland vor.
Gliederung und Zuordnungen der Arten sind in den Ordnungen verschieden. Manchmal ist die Schopfige Teuelfskralle in die Gattung einbezogen. Manchmal fehlt eine endgültige Zuordnung. Nach umfangreichen Pflanzenuntersuchungen erschien 2009 die neue Systematik durch die Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Die Pflanzen haben hell- bis dunkelgrüne Laubblätter. Die Blätter bestehen aus Stiel und Blattspreite. Bei einzelnen Arten ist die Blattspreite dunkel gefleckt. Die Laubblätter sind ungeteilt, ganzrandig und mehr oder weniger gesägt oder gezähnt. Sie sind breit oder schmal, lanzettlich und laufen in einer Spitze aus. Die Basis ist abgestumpft und oft herzförmig. Untere Blätter sind eiförmig, lanzettlich und verschmälert. Die weiter oben und am oberen Ende der Stängel stehenden Blätter sind in der Größe reduziert. Die Nerven verteilen sich um einen ausgeprägten Mittelnerv.

Blüte

Phyteuma haben endständige Blütenstände. Ihr Durchmesser liegt zwischen 1,5 und 3,0 Zentimeter. Die Blütenstände sind dicht, kopfig oder ährig. Ährige Blütenstände sind zwischen sechs und zwanzig Zentimeter lang. Die Form wirkt rundlich bis walzenförmig. Überwiegend kleine, sitzende Blüten bilden die Blütenstände. Die Anzahl variiert zwischen fünfzehn und mehr als dreißig Blüten. Die einzelnen Blüten haben Deckblätter. Zusätzlich sind sie von Hüllblättern umgeben. Es handelt sich um zwittrige Blüten mit radiärsymmetrischem Aufbau. Dabei sind Blütenblätter und Staubgefäße um eine Mittelachse herum angeordnet.
Meistens sind die Blüten fünfzählig und haben eine doppelte Blütenhülle. Die Blüten bestehen aus schmalen, lanzettlichen Kelchblättern. Es sind fünf Kelchblätter und fünf Kronblätter vorhanden, die wenig miteinander verwachsen sind. Sie bilden eine schmale Kronröhre. Auffällig sind die schmal linealischen Kronzipfel, die im oberen Drittel zusammenhängen. Sie entfalten sich nach dem Aufblühen. Die Krone ist nach innen gebogen. Nach dieser krallenartigen Form sind die Pflanzen benannt.

Meistens sind fünf Staubfäden vorhanden. Sie sind frei, haben eine verbreiterte bis dreieckige Basis und stehen in einem Kreis. Der Griffel ist behaart und überragt die Kronblätter. Er besitzt zwei bis vier schmale, gespreizte und zurückgerollte Narben. Der Blütenstaub ist gelb, manchmal rötlich. Der Blütenstand öffnet sich von unten nach oben. Die Blüten sind vormännlich. Nach der ersten männlichen Phase wechseln die Blüten ihr Geschlecht. Gleichzeitig sind männliche und weibliche Blüten in enger Nachbarschaft geöffnet.
Die Pflanzen blühen zwischen Mai und Juli. Die Farbe der Kronblätter ist blau, dunkelblau, violett bis zu einem schwärzlichen Violett. Auch weiße Blüten kommen vor. Viele Insekten, beispielsweise Hummeln, lieben blau-violette Farben. Die kompakten Blütenstände locken mit ihrer attraktiven Färbung Bestäuber an. Es sind Schwebfliegen und Verwandte der Bienen, Falter und Käfer. Auch Selbstbestäubung kommt vor.

Frucht

An den Pflanzen entwickeln sich Kapselfrüchte mit runder Form. Sie bilden sich aus einem unterständigen Fruchtknoten mit zwei oder drei verwachsenen Fruchtblättern. Die Kapselfrüchte besitzen fast in der Mitte zwei bis drei Poren. An dieser Stelle öffnen sie sich bei Reife und geben ihre Samen frei. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Tiere und den Wind. Reif sind die Früchte ab Juli. Die Samen sind Kaltkeimer. Sie keimen nur, wenn sie einige Zeit Frost hatten. Zudem benötigen sie Licht zum Keimen.

Wuchs

Teufelskrallen sind immergrün und ausdauernd. Die Pflanzen haben Grundblätter. Die Stängel entwickeln sich aus Rosetten oder Halbrosetten. Sie sind kahl oder wechselständig beblättert. Der Wurzelhals ist knollig. Die Pflanzen verbreiten sich mit auf der Erde aufliegenden Überdauerungsknospen. Sie haben eine Pfahlwurzel. Diese Wurzel ist eine fleischig verdickte Rübe. Die Pflanze wächst zwanzig bis achtzig Zentimeter hoch.

Standort

Teufelskrallen gedeihen auf sandigen und steinigen, wenig fruchtbaren Böden. Einzelne Arten tolerieren kurzfristig feuchte Standorte. Manche bevorzugen kalkhaltige Flächen oder finden ihnen zusagende Bedingungen auf Magerrasen oder in Wäldern. Die Schwarze Teufelskralle ist in den silikathaltigen Böden der Mittelgebirge heimisch. Sie liebt Lehm und frischen Boden mit sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie gedeiht in Wiesen, Parks, in lichten Laubwäldern und an Waldrändern. Ursprünglich wächst sie auf Schnittwiesen. Durch intensive Bewirtschaftung und Düngung nimmt die Anzahl der Pflanzen ab.

Verbreitung

Phyteuma sind in Europa Zuhause. Verbreitet sind die Pflanzen im östlichen und südöstlichen Europa, in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Sie kommen in Ländern um das Mittelmeer sowie in Südengland vor. Die Art Phyteuma charmelii ist in Marokko heimisch. Verbreitungsschwerpunkt der Arten ist der alpine Bereich. Einige Arten wachsen oberhalb von 600 bis über 2400 Metern. Teufelskrallen leben in Gesellschaften der Pfeifengraswiesen oder der Trespen-Magerrasen.

Weit verbreitet ist die Kugelige Teufelskralle. Sie wächst in Bayern, Österreich und der Schweiz. In der Schweiz sind neun Arten bekannt. Darunter sind: Ziestblättrige Teufelskralle, Halbkugelige Teufelskralle und Schwarze Teufelskralle. Die beobachteten Wildbestände sind überwiegend nicht gefährdet. Für die Kugelige Teufelskralle gilt an einigen Standorten die Vorwarnstufe zur Roten Liste. In Deutschland, vorrangig Bayern, ist die Schwarze Teufelskralle nach den Vorgaben der Roten Liste schonbedürftig. Die Aufforstung der Flächen wirkt sich negativ aus.

In der Gattung gibt es einen Winzling, die Kugelblumenblättrige Teufelskralle. Sie wächst auf Fels- und Feldschuttfluren. Ihre Höhe beträgt rund sechs Zentimeter und sie kommt in wenigen Bundesländern Österreichs vor. Die Halbkugelige Teufelskralle hat ihren Besiedlungsschwerpunkt in Spanien und Zentralfrankreich. Sie liebt Höhenlagen bis 2800 Meter. In Österreich sind Vorkommen im Zillertal bekannt. In Deutschland wächst sie im Allgäu.

Nutzung

Teufelskrallen passen gut in Naturgärten. Auf Magerwiesen in sonniger Lage, im lichten Schatten luftiger Bäume oder in leicht feuchten Randbereichen von Seen wachsen mehrere Arten. Eine attraktive Zierpflanze ist die Hybride Phyteuma x adulterinum. Sie hat himmelblaue bis blaugrün überlaufene Blüten. Bei offenem Boden ist eine Herbstaussaat möglich.

Pflege/Schnitt

Teufelskrallen benötigen Luft. Zunehmende Verschattung durch Nachbarpflanzen und Bäume ist abträglich. Mit Teufelskrallen bestandene Wiesen benötigen einen Schnitt im Spätsommer.

Krankheiten/Schädlinge

Teufelskrallen sind häufig von Rostpilzen befallen. Notwendig ist die Entfernung und Entsorgung der befallenen Pflanzenteile.

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Pflanzen innerhalb der Gattung Teufelskrallen Phyteuma

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