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Eigenschaften

  • fleischfressende Pflanzen
  • zu Fallen umgebildete Blätter
  • wachsen auf sumpfigen Standorten
  • versorgen sich selbst mit Nährstoffen
  • bilden interessante Blüten im zeitigen Frühjahr

Schlauchpflanzen

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Schlauchpflanzen (bot. Sarracenia) stellen eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Schlauchpflanzengewächse (Sarraceniaceae) dar. Die Gattung umfasst acht Arten. Sarracenia-Arten gehören zu den fleischfressenden Pflanzen. Die Purpurrote Schlauchpflanze (Sarracenia purpurea) ist eine beliebte Zierpflanze in Moorbeeten.

Mit acht Arten ist die Pflanzengattung vergleichsweise klein. Züchter erweiterten das Angebot für Karnivoren-Freunde um zahlreiche Zuchtsorten. Diese fleischfressenden Pflanzen sind schön anzuschauen und ihre Spezialisierungen sind bewundernswert. Die Kannen fangen das Regenwasser auf und geben durch die Haut Enzyme ab, die für das Verdauen zuständig sind. Verirrt sich ein Insekt in der Falle, kommt es nicht wieder heraus. Die Innenseiten der Kannen sind glatt, sodass die Insekten nicht daran hochklettern können. Schafft es doch ein Insekt, versperren ihm die nach innen gekrümmten Haare im oberen Teil der Kanne den Weg nach draußen.

Blatt

Schlauchpflanzen decken ihren Nährstoffbedarf, indem sie Insekten fangen und verdauen. Ihre Fallen funktionieren passiv. Die Pflanzen besitzen keine beweglichen Pflanzenteile, mit denen sie aktiv einen Insektenfang betreiben. Schlauchpflanzen entwickeln Blätter, die auf das Fangen von Insekten spezialisiert sind. Die zu Kannen umgebildeten Blätter stehen beim Großteil der Arten aufrecht.

Dagegen entwickelt die Papageien-Schlauchpflanze (bot. Sarracenia psittacina) niederliegende Blätter, die auf teilweise überfluteten Standorten wie eine Reuse funktionieren. Die Längsseite der Kannen ist geflügelt. Das obere Ende des Blattes ist zu einer Haube umgebildet. Sie ist unbeweglich und schließt sich nicht, wenn sich in der Falle ein Insekt befindet. Eine nach außen aufgerollte Lippe bildet das Ende des Schlauches. Auf der flügelförmigen Längsseite, dem haubenförmigen Blattfortsatz und der Lippe sitzen kleine Nektarien. Eine Kombination aus Farbe, Duft und Sekret der Nektarien lockt die Beute an.

Blüte

Im zeitigen Frühjahr beginnen die Schlauchpflanzen Blüten auszubilden. Die Blüten entwickeln sich kurz vor oder gleichzeitig mit den ersten Blättern. Sie sind für zwei Wochen geöffnet. Die Einzelblüten stehen nickend an langen Blütenstängeln und überragen die Kannen. Das sorgt dafür, dass mögliche Bestäuber nicht der Pflanze zum Opfer fallen. Je nach Art erreichen die Blüten einen Durchmesser zwischen drei und zehn Zentimeter.

Drei Hochblätter sitzen an der Basis der Blüte, die aus fünf Kelch- und fünf Kronblättern bestehen. Die Kronblätter legen sich über das Blüteninnere, sodass die Blüte geschlossen wirkt. Die Blüten sind bei den Wildarten rot oder gelb gefärbt. Im Blüteninneren sitzen zahlreiche Staubblätter und ein Griffel, der am Ende sternförmig aufgefächert. Am Ende der Fächerästchen sitzen die Narben, die herabfallende Pollen auffangen. Durch diesen Blütenaufbau verhindern die Pflanzen eine Selbstbestäubung. Bienen sind die Hauptbestäuber von Schlauchpflanzen. Die Blüten verströmen je nach Art einen süßlichen Veilchenduft oder ein unangenehmes Aroma.

Frucht

Nach einer erfolgreichen Bestäubung wirft die Pflanze die Kronblätter ab. Der aus fünf Kammern bestehende Fruchtknoten schwillt zu einer Kapselfrucht an. In einer Kapsel sind bis zu 600 Samen enthalten. Die Samen benötigen bis zu fünf Monate, um heranzureifen. Die Kapsel verwelkt und reißt auf, wodurch sie die Samen entlässt. Die Samen sind von einer Wachsschicht ummantelt. Diese Schicht ermöglicht ein Ausbreiten durch das Wasser. Die Samen sind Kaltkeimer. Bevor sie austreiben, benötigen sie eine kalte Periode.

Wuchs

Die Sarracenia-Arten wachsen als krautige und mehrjährige Pflanzen. Sie bilden ein unterirdisches Rhizom, mit dem sie den Winter überdauern. Aus dem Rhizom treiben zahlreiche Blätter aus, die rosettenförmig angeordnet sind. Schlauchpflanzen wachsen bis zu 75 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit. Nach drei bis fünf Jahren sind die Pflanzen ausgewachsen.

Die fleischfressenden Pflanzen wachsen auf einem hellen Standort. Ideal sind vollsonnige Plätze in einer luftigen Position. Schlauchpflanzen fühlen sich auf einem Platz wohl, der für mindestens sechs Stunden Sonne abbekommt. Die ideale Temperatur liegt zwischen 20 und 25 °Celsius. Sie vertragen Temperaturen über 30 °Celsius. Sarracenia-Arten wachsen auf einem torfhaltigen Boden mit sauren Bedingungen. Sie benötigen ein Substrat mit feuchten bis nassen Verhältnissen. Die Pflanzen wachsen auf einem nährstoffarmen Boden. Im Gegensatz zu anderen fleischfressenden Pflanzen tolerieren sie Nährstoffe im Substrat.

Verbreitung

Die Gattung ist in den USA heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den südöstlichen und östlichen Teil der Staaten. Sie wachsen bevorzugt in der Küstenregion. Die Rote Schlauchpflanze (botanisch Sarracenia purpurea) erobert Lebensräume in Kanada und im Westen des Kontinents. Es gibt Unterarten der Roten Schlauchpflanze und der Braunroten Schlauchpflanze (botanisch Sarracenia rubra), die in den Gebirgsregionen der Appalachen vorkommen.

Nutzung

Sarracenia-Arten wachsen in Moorbeeten, die den natürlichen Lebensräumen nachempfunden sind. Sie gesellen sich zwischen Frauenhaarmoos (Polytrichum) und Sonnentau (Drosera). Schlauchpflanzen wachsen in Sümpfen und Mooren zwischen Breitblättrigem Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) oder Orchis-Arten. Die bevorzugten Lebensräume der Pflanzen sind dicht mit Torfmoosen (Sphagnum) besetzt, zwischen denen sich die kleeblattartigen Blätter des Fieberklees (Menyanthes) erheben. Die tierfangenden Pflanzen gedeihen optimal auf nassen Standorten und eignen sich für die Bepflanzung von Flachwasserzonen. In Terrarien und Vitrinen herrschen optimale Wuchsbedingungen, sodass sich die Schlauchpflanzen zum Kultivieren im Wohnbereich eignen.

Pflege/Schnitt

Schlauchpflanzen benötigen permanente Feuchtigkeit. Sie reagieren sensibel auf ein austrocknendes Substrat. In Trockenperioden erfreuen sich die Arten über tägliches Gießen. Sie benötigen kalkfreies Regenwasser und eine hohe Luftfeuchte. Staunässe bereitet den Wurzeln keine Probleme. Als fleischfressende Pflanzen versorgen sie sich selbst mit Nährstoffen, weswegen die Pflanzen keinen zusätzlichen Dünger benötigen.

In ihrem natürlichen Habitat herrschen große Unterschiede zwischen den Sommer- und Wintertemperaturen. Die Arten sind frosthart und benötigen als Topfpflanzen Winterruhe. Topfpflanzen überdauern den Winter an einem kühlen Ort mit Temperaturen zwischen zwei und zehn °Celsius. Über mehrere Vegetationspunkte, die sich am Rhizom bilden, verbreiten sich die Pflanzen. Die Pflanzen benötigen keinen Schnitt. Es empfiehlt sich bei Topfpflanzen verwelkte Kannenblätter zu entfernen. Das beugt einen Befall durch Schimmelpilze vor.

Krankheiten/Schädlinge

Schlauchpflanzen fallen dem Grauschimmel zum Opfer, wenn die Standorte suboptimal sind. Ein zu warmer oder zu kalter Standort im Winter fördert die Verbreitung der Sporen. Der Pilz wächst bei einer zu hohen Luftfeuchte und unzureichendem Luftaustausch optimal. Er bildet einen flaumigen Pelz, der sich über das Rhizom ausbreitet. Schädlinge wie Blatt- und Schildläuse bereiten den Pflanzen Probleme. Die frischen Triebe sind ein gefundenes Fressen für Schnecken.

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