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Eigenschaften

  • Sprossachse mit Nodi (Knoten)
  • bilden unscheinbare Blätter oder Seitensprosse aus
  • kommen in Feuchtgebieten und auf feuchten Wiesen vor
  • einige Arten dienen als Heilpflanzen
  • beinhalten Silikate und Kieselsäure

Schachtelhalme

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Die zu den Tracheobionta (Gefäßpflanzen) gehörenden Schachtelhalme tragen den botanischen Namen Equisetum. Sie zählen zur Abteilung der Pteridophyta (Gefäßsporenpflanzen) in der Klasse der Schachtelhalmartigen. Die einzige rezente Schachtelhalm-Gattung bildet die Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae). Vorrangig wachsen die Schachtelhalme auf feuchten Böden oder direkt im Wasser. Zu den bekannten Vertretern gehört der Ackerschachtelhalm (Zinnkraut), den Gärtner als Unkraut fürchten. Gleichzeitig existiert er als bedeutsame Heilpflanze. Die verschiedenen Arten der Pflanzengattung Equisetum bilden fruchtbare Hybride. Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung aus zwei Gattungen oder artverwandten Pflanzen. Die exakte Anzahl der Schachtelhalmarten ist umstritten. Botaniker gehen von 15 bis 20 Vertretern aus.

Die Schachtelhalme weisen eine lange Geschichte auf. Sie zählen zu den letzten Überlebenden der artenreichen Gruppe Equisetopsida. Zu dem Taxon gehörten die als Calamitaceae bezeichneten Calamiten (Kalamiten). Diese baumartigen Schachtelhalme wuchsen im Perm und Karbon, wie Fossilienfunde belegten. Die verholzten Pflanzen erreichten eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern. Mit einem Meter Stammdurchmesser bildeten sie einen großen Bestandteil der einstigen Steinkohlewälder. Heute gehen Biologen davon aus, dass die ersten Schachtelhalme im oberen Devon auftraten, einem Zeitraum vor 375 Millionen Jahren. Darum tragen die Pflanzen den Beinamen "lebende Fossilien". Ihren deutschen Gattungsnamen verdanken sie ihrer besonderen Sprossachse. Diese lässt sich aus der von Blättern gebildeten Scheide entfernen und problemlos erneut hineinstecken. Die Schachtelhalme bilden Rhizome von bis zu sechs Metern Länge. Sie vermehren sich durch Ausläufer. Zu den Eigenarten der Gattung zählt das Einlagern von Silikat in der Zellwand. Neben dem Ligninersatz findet sich in den Gewächsen bis zu sieben Prozent Kieselsäure.

Blatt

Schachtelhalme weisen an der Sprossachse mehrere Knoten auf. An jedem entspringen mehrere Blätter, die Mikrophylle. Sie besitzen ein unscheinbares Aussehen. Bei einigen Arten der Gattung wachsen an den Verdickungen am Stängel Seitensprosse. Die Laubblätter sowie die verzweigten Sprosse treten wirtelig angeordnet auf.

Blüte

Schachtelhalme bilden keine Blüten. Sie besitzen Sporenähren. Schraubig oder zapfenförmig befinden sich diese an der Sprossspitze.

Frucht

Schachtelhalme bilden keine Früchte. Sie breiten sich über die Sporen aus. Die sporangientragenden Triebe wachsen bei vielen Arten vor den sterilen. Sie sterben nach dem Ausstäuben ab. Unabhängig vom Geschlecht der Pflanze, sehen die Sporen identisch aus. Sie verfügen über eine Exospor genannte Außenschicht sowie zwei Bänder. Diese Hapteren weisen spatelförmige Enden auf. Bei Feuchtigkeit wickeln sie sich um die Spore. Trocknet sie aus, entfalten sich die Bänder, sodass sie untereinander verkletten. Einige Arten der Pflanzengattung besitzen Sporophyllstände an den grünen Sprossen. Seltener befinden sie sich an speziellen Seitensprossen, die ausschließlich der Vermehrung dienen.

Wuchs

Die Arten der Pflanzengattung Schachtelhalme erreichen eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern. Eine Ausnahme bilden mit höheren Ausmaßen die tropischen Arten. Die mehrjährigen Pflanzen verbreiten sich vegetativ von ihrem Rhizom aus. Ein charakteristisches Merkmal stellen ihre Sprossen dar. Jeder Spross besitzt mehrere Nodi (Knoten). Dazwischen befinden sich Internodien. Der Begriff bezeichnet den Sprossabschnitt einer Pflanze, der zwischen zwei Blattansatzstellen oder, wie hier, zwischen Blattknoten liegt. Die Hygrophyten (Pflanzen, die in Feuchtgebieten wachsen) besitzen an der Spitze Wasserspalten an den Blättern. Diese Drüsen dienen der vermehrten Abgabe von Wasser.

Standort

Schachtelhalme benötigen einen feuchten Boden. Sie wachsen in Sumpfgebieten, an Teichufern oder direkt im Wasser. Im Garten eignen sie sich als Kübelpflanze an sonnigen Plätzen, sofern sie eine regelmäßige Wasserzufuhr erleben.

Verbreitung

Die Mehrzahl der Schachtelhalme wächst auf der nördlichen Erdhalbkugel. Neben europäischen Arten existieren Vertreter in Japan sowie in den Tropen. Vorrangig finden sich die Pflanzen an Ufern, feuchten Wiesen oder Sumpfgebieten.

Nutzung

Schachtelhalme dienen im Garten als Zierpflanzen oder Teichbepflanzung. Die Medizin verwendet unfruchtbare Sommerwedel als harntreibendes Mittel. Als Naturheilmittel können sie gegen Entzündungen, Nierenleiden oder Rheuma helfen. Der Ackerschachtelhalm soll sich positiv auf Halsschmerzen und Gicht auswirken. Laut Kneipp verfügen die Schachtelhalme über eine zusammenziehende Kraft. Diese soll es ihnen erlauben, Nieren, Blut und Blase zu reinigen.

Pflege/Schnitt

Aufgrund ihres schnellen Wachstums eignen sich Schachtelhalme nicht zum Einpflanzen ins Gartenreich. Alternativ finden die Pflanzen in Kübeln ihren Platz. Die Besitzer achten darauf, dass die Rhizome nicht aus dem Topf in den Boden einwachsen. Der Schnitt der Pflanze erfolgt nach Bedarf.

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