Klassifikation

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  • Ordnung: Schachtelhalmartige
  • Familie: Schachtelhalmgewächse
  • Gattung: 1 Eintrag
  • Art: 1 Eintrag
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Eigenschaften

  • globales Vorkommen
  • krautig, ausdauernd
  • Vermehrung durch Rhizome
  • immergrüne tropische Arten, einziehend in kühleren Regionen
  • alle Standorte, ausgenommen Felsen

Schachtelhalmgewächse

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Die Schachtelhalmgewächse (bot. Equisetaceae) gehören zur Klasse der Gefäßpflanzen (Equisetopsida). Die Vorläufer der Pflanzen haben sich im Devon vor rund 360 Millionen Jahren entwickelt. Die höchste Vielfalt konnten sie in der späteren Zeit in den Steinkohlewäldern des Karbon auf der Nordhalbkugel entfalten. Es waren verholzende Pflanzen mit einer Höhe bis zu 20 Metern. Sie entwickelten einen Stammdurchmesser von bis zu einem Meter.

Die einzige heute existierende Gattung sind die Schachtelhalme. Die genaue Anzahl der Arten ist umstritten. In der neueren Systematik sind fünfzehn bis zwanzig Arten aufgeführt. Neun Arten sind in Mitteleuropa beheimatet. Die neue Systematik ist eine Veröffentlichung aus dem Jahre 2009 durch die Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Bei den Schachtelhalmgewächsen stehen die Blätter zum größten Teil wirtelig. Manchmal sind sie klein und schuppenartig oder lang und dünn. Unscheinbare Blätter (Mikrophyllen) dienen der Photosynthese. Sie entspringen grundsätzlich einem Knoten. Die meisten Arten besitzen an der Spitze Hyathododen. Diese Teile sorgen für eine verstärkte Wasserabgabe der am und im Wasser lebenden Pflanzen.

Die Schachtelhalmgewächse tragen am Ende des Stängels Sporophyll-Stände. Sie sind als Zapfen geformt. Ein Sporophyll ist ein Sporenblatt. Auf der Unterseite befinden sich die Sporangien, in denen sich die Sporen bilden. An manchen Arten erscheinen bleiche, chlorophyllfreie, unverzweigte und fertile (zur Fortpflanzung) Triebe mit Sporenblättern die sich später durch grüne, sterile Sprosse ersetzen.
Die Sporen der Schachtelhalme sind gleich groß (isospor) und mit einem hygroskopischen Schraubenband besetzt. Es hält mehrere Sporen zusammen. Diese Bänder nennen sich Hapteren. Bei Trockenheit entrollen sie sich und geben das Sporenpaket als Einheit frei. Bei Feuchtigkeit rollen sie sich erneut ein.

In den Blättern oder Stängeln der Schachtelhalme, ist mit winzigen, kleinen Zähnen Kieselsäure eingelagert. Je nach Art und Standort erreicht die wasserlösliche Form von Silizium bis zu zehn Prozent des Trockengewichtes.

Wuchs

Schachtelhalmgewächse sind krautig und ausdauernd. Ihre Triebe, wachsen aufrecht. Viele sind unverzweigt. Die meisten Arten haben einfach verzweigte Sprosse. An den Sprossen sind deutlich die Knoten (Nodi), zu sehen. Die dazwischen liegenden Teile sind die Internodien. Die Nodi und Internodien sind meistens kahl. Manche Arten haben dunkler oder braun abgesetzte Knoten.

Die Schachtelhalme sind wegen ihrer inneren Struktur etwas Besonderes. Der Hauptspross entsteht aus den unterirdischen Wurzelknoten. Jeweils ein Teilstück der Triebe schiebt sich aus dem darunter stehenden Teil. So wächst eine Schachtel nach der anderen in die Höhe und bildet den Halm.

Schachtelhalm breitet sich in großem Umfang über kriechende Rhizome aus. In kühleren Zonen sterben die oberirdischen Teile in den Wintermonaten ab. Viele Arten wachsen ausschließlich im Wasser oder in feuchten Niederschlagsgebieten.

[ul]Zwei Untergattungen sind zu unterscheiden: Hippochaete und Equisetum.
[li]Hippochaete umfasst überwiegend wintergrüne Arten. Es sind tropische Vertreter. Sie besitzen gleich gestaltete Sprosse mit zapfenartigen Sporophyllständen an den Enden. Die Pflanzen erreichen eine Höhe zwischen fünf und zehn Metern.[/li] [li]Die Vertreter der Untergattung Equisetum sind verschieden. Nur während der Vegetationsperiode sind die Sprosse vorhanden und sterben später ab.[/li][/ul]

Verbreitung

Schachtelhalmgewächse sind weltweit verbreitet. Australien und Neuseeland zählen nicht zu ihrer ursprünglichen Heimat. Sie wachsen in Tundren und in tropischen Regenwäldern. Sie vertragen Sonne und Schatten und verbreiten sich in Sümpfen. Auf trockenen Äckern oder in Trockenrasen gelten sie als störendes Beikraut.

Nutzung

  • Für Tiere ist der Ackerschachtelhalm (bEquisetum arvense) oder Teichschachtelhalm (Equisetum fluviatile) leicht giftig.
  • Durch die Einlagerung von Kristallen der Kieselsäure ist der Schachtelhalm für den Alltag interessant. In Mitteleuropa ist es vor allem der Ackerschachtelhalm, der in früheren Zeiten im täglichen Leben seinen Nutzen fand. Die Pflanzensprosse wirken rau und hart, sogar kratzig. Bündel der Pflanze dienten zum Schrubben von Böden und Töpfen. Auch Zinnlöffel und Zinnkannen ließen sich mit den Sprossen gut reinigen. Dadurch bekam er im Volksmund die Namen Scheuerkraut, Zinnkraut und Löffelkraut.
  • Als pflanzliches Arzneimittel ist Schachtelhalmtee in Gebrauch. Der Tee aus geriebenen oder getrockneten Pflanzenteilen ist bei Ödemen oder Erkrankungen der Harnwege eingesetzt.
  • Der Teichschachtelhalm (Equisetum fluviatile) hilft bei der Begrünung von Zierteichen und reinigt Wasser in ökologischen Rückhaltebecken.
  • Nicht nur die Pflanze selbst findet Verwendung. Ihr Konstruktionssystem regte Tüftler, Architekten und Ingenieure zu Erfindungen an.
    Der Teleskopstock hat sein Vorbild im Spross des Schachtelhalms. Die gesamte Länge des Stockes findet ineinander geschachtelt in einem kurzen Teilstück Platz. Die Konstruktion ist bei Teleskop-Skistöcken, bei Zeigestöcken und bei manchen Spazierstöcken wiederzufinden.
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    Schachtelhalme (Equisetum)
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