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Eigenschaften

  • immergrün, dicht verzweigt
  • dunkelgrüne Blätter, bronzefarbene Herbstfärbung
  • rosa, creme oder weiß blühende Glockenblütchen
  • kräftig rote, blaue oder weiße Früchte
  • bevorzugt anmoorigen Boden

Pernettya

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Die Gattung Pernettya zählt zur Familie der Heidekrautgewächse (bot. Ericaceae). Gebräuchlicher ist der Name Gaultheria, den die Gattung zu Ehren des französischen Arztes und Naturforschers Jean François Gaulthier erhielt. Der deutsche Name lautet Scheinbeere, Rebhuhnbeere oder Torfmyrte. Je nach Quelle umfasst die Gattung 135 bis 170 Arten.

Ihren deutschen Namen Scheinbeere verdankt die Gattung den stark verdickten Kelchblättern, welche die an sich dünnwandige Kapselfrucht umgeben. So ist es nicht die Fruchtwand selbst, die die Frucht fleischig wirken lässt, sondern die Kelchblätter. Die Pernettya-Arten gehören dank ihrer Früchte, die in vielen Fällen den ganzen Winter über die Pflanze schmücken, zu den beliebtesten Beerensträuchern.

Blatt

Die Pflanzen der Gattung Pernettya sind immergrün. An den Zweigen mit kahler bis leicht behaarter Rinde stehen die dunkelgrünen, ledrigen Blätter spiralig angeordnet. Sie sind kurz gestielt und verströmen beim Zerreiben einen aromatischen Duft. Die Form der Blattspreite variiert von eiförmig, elliptisch bis kreis- oder nierenförmig. Sie ist kahl oder behaart und hat artabhängig einen gesägten, gekerbten oder bewimperten Blattrand. Im Herbst färbt sich das dichte Blätterkleid bronzefarben bis rötlich.

Blüte

Da es sich bei der Torfmyrte um ein zweihäusiges Gewächs handelt, finden sich auf einer Pflanze entweder weibliche oder männliche Blüten. Sie erscheinen von Mai bis August, sind kurz gestielt und stehen meist in traubenartigen Blütenständen zusammen. Sie sind zwittrig, überwiegend fünfzählig und besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die rosafarbenen oder weißen, urnen- bis glockenförmigen Kronblätter sind zu einem großen Teil miteinander verwachsen. Sie sind zum Teil von den ei- bis herzförmigen Kelchblättern überdeckt. Die vier oder fünf Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Vier oder fünf miteinander verwachsene Fruchtblätter formen einen ober- oder halbunterständigen Fruchtknoten. Der Nektar lockt vor allem Hummeln an.

Frucht

An den Pflanzen wachsen fünffächerige Kapselfrüchte, die aufgrund ihrer kugeligen Form wie Beeren aussehen. Dies geschieht am zweijährigen Holz, nach dem vorjährigen Ausbilden von Knospen. In reifem Zustand sind die Früchte artabhängig kräftig rot, blau oder weiß gefärbt. Sie fungieren als besondere Zierde am Strauch. In jeder acht bis zwölf Millimeter großen Frucht befinden sich zwischen 20 und 80 eiförmige Samen, umgeben von einer glatter Samenschale. Damit die weiblichen Pflanzen Früchte ausbilden, ist das Vorhandensein einer männlichen Pflanze im Bestand erforderlich. Mit seinem Pollen bestäubt die männliche Pflanze bis zu 30 weibliche Exemplare.

Wuchs

Pernettya-Arten wachsen dicht verzweigt, wobei die Triebe sowohl aufrecht stehend als auch kriechend vorkommen. Sie erreichen Wuchshöhen von zehn Zentimetern bis zu zweieinhalb Metern. Mit einem Jahreszuwachs von rund zehn Zentimetern erweist sich der Kleinstrauch als schwachwüchsig. Während sich Wildformen mithilfe unterirdischer Ausläufer stark vermehren, trifft dies auf Zuchtsorten seltener zu.

Standort

Die Pflanzen der Pernettya lieben es ganzjährig hell. Ist der Standort zu schattig, bilden sich weniger Blüten und Beeren. Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Torf und Sand. Am besten ist es locker, kalkarm, humusreich sowie frisch bis feucht. Das Austrocknen des Bodens ist zu vermeiden, da die Pflanzen keine längeren Trockenphasen vertragen. Auch Staunässe ist zu vermeiden.

Verbreitung

Die Scheinbeeren gehören nicht zu den einheimischen Pflanzen. Zu einem Großteil sind sie in Nord- und Südamerika verbreitet. Ihre natürlichen Vorkommen reichen bis nach Feuerland, wo sie bevorzugt in Wäldern und Gebüschen wachsen. Darüber hinaus sind sie in Indien, Australien, Neuseeland, Japan sowie im Himalaya heimisch.

Nutzung

Die dekorativen Scheinbeeren-Arten sind hierzulande als Fruchtschmuckgehölz unglaublich beliebt. Hierzu trägt sicherlich bei, dass sie bescheiden und wenig anspruchsvoll und somit auch für den Hobbygarten gut geeignet sind. Häufig sind sie in Heide- und Rhododendrongärten vertreten. Auch als Friedhofsgrün sind die attraktiven Gehölze beliebt. In den Garten, Blumenkübel oder Balkonkasten gepflanzt oder im Hauseingangsbereich positioniert, blicken die Augen im Sommer täglich in ein Farbenmeer. Es setzt sich aus rosafarbenen, cremefarbenen oder weißen Beeren, und später in eines aus kräftigen roten, blauen oder weißen Blüten zusammen. Gärtner setzen die Pflanzen gerne als emsigen Bodendecker ein. Ausgewachsene Exemplare bilden dichte Bestände und lassen lästigen Unkräutern keine Chance.

In Nordamerika bereiten Menschen aus den Blättern der Scheinbeeren Tee zu. Angeblich lassen sich mit 'Salvador-Tea' oder 'Mountain-Tea' rheumatische Krankheiten, Kopf-, Hals-, Nervenschmerzen oder Fieber lindern. Das aus den Blättern gewonnene, aromatische Wintergreen-Öl nutzt die Industrie zum Herstellen von Kaugummis, Minz-Bonbons, Zahncreme, Mundwasser oder alkoholfreien Erfrischungsgetränken.

Pflege/Schnitt

Um ein Austrocknen zu verhindern, empfiehlt sich das Mulchen der im Freiland kultivierten Gewächse. Regelmäßiges Gießen mit enthärtetem Wasser oder Regenwasser sowohl im Sommer als auch im Winter sorgt für einen gleichmäßig feuchten Boden. Dankbar zeigen sich die hübschen Zwergsträucher für regelmäßige Düngergaben in Form von Rhododendrondünger vom Beginn des Austriebs im Frühjahr bis Anfang August. Ab August ist auf Düngergaben zu verzichten. So verholzen die Scheinbeeren ausreichend für den Winter. Auf diese Weise werden die Pflanzen unempfindlicher gegen Frost. In den Wintermonaten stehen sie idealerweise im Gewächshaus oder kühlen Wintergarten. Wachsen sie an einem geschützten Standort oder sind von einem leichten Winterschutz umgeben, verbleiben sie im Beet. Sie überstehen die kalte Jahreszeit ohne Schaden zu nehmen.

Die dekorativen Heidekrautgewächse sind gut schnittverträglich und lassen sich von Mitte März bis Mitte April zurückschneiden. Ideal ist ein bewölkter und frostfreier Tag. Das Kürzen aller Triebe um ein Drittel macht den Pflanzen nichts aus. Der Form- und Erhaltungsschnitt wirkt sich positiv auf das Wachstum sowie die Knospenbildung im folgenden Sommer aus. In der Folge blühen die Pflanzen später. Ein gezielter Schnitt zu unterschiedlichen Zeitpunkten führt zu verlängerten Blütezeiten im Bestand. Auch das Einkürzen nach der Blüte, vertragen die kleinen Sträucher gut. Um sich an den Beeren zu erfreuen, ist darauf zu achten, dass die verblühten Blüten nicht der Schere zum Opfer fallen.

Krankheiten/Schädlinge

Die Gattung Pernettya gilt als unempfindlich gegenüber Krankheiten. Wenig wahrscheinlich ist ein Befall durch Schädlinge. Schäden, die im Winter auftreten, sind in den meisten Fällen eine Folge von Trockenstress.

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