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Eigenschaften

  • Rispengras
  • winterhart
  • mehrjährig
  • horstbildend
  • pflegeleicht

Helictotrichon

Gattung Helictotrichon ab €3.70 kaufen
     
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Die Pflanzengattung Wiesenhafer (bot. Helictotrichon) entstammt der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die anpassungsfähigen Gräser sind mit großer Artenvielfalt in allen Erdteilen vom Flachland bis in Gebirgsregionen vertreten. Rund hundert Arten gehören der Gattung an.

Einige Arten von Helictotrichon stehen auf der Roten Liste bedrohter Pflanzen. Durch intensivere Landwirtschaft und weniger naturbelassene Lebensräume verringern sich die Bestände weltweit deutlich. Das Gras verträgt Abweiden durch Nutzvieh schlecht. Aus landwirtschaftlichen Flächen zieht es sich vermehrt zurück. Als Futtermittel sind die Pflanzen eher geringwertig. Verstärkter Bewuchs mit Wiesenhafer kann ein Anzeiger für Magerböden sein. Pflegeleichte, attraktive Zuchtsorten des Süßgrases mit intensiv gefärbtem blau-grauem Laub bieten Gärtnereien und Fachhandel an.

Blatt

Aus dem Wurzelstock sprießen dicht stehend einfache, ein bis drei Millimeter breite Grundblätter in grau- bis blaugrüner Farbe. Die Blätter sind lineal, schmal parallelnervig mit kantigem, ungezahntem Rand. Die Blattoberfläche ebenso wie die Blattscheiden erscheinen artspezifisch stark gerippt, kurz/borstig behaart oder kahl und glatt. Das Blatthäutchen (Ligula) ist zwischen drei und sieben Millimeter lang.

Blüte

Das Gras blüht blass-gelblich von Mai bis Juni. Von Art zu Art variieren die Größenverhältnisse der Blütenstände. Die Rispen erreichen eine Länge zwischen neun und fünfzehn Zentimeter. Es bilden sich Verzweigungen, welche je fünf bis acht gelbbraune Ährchen tragen. Diese erreichen Längen von neun bis zu dreißig Millimeter. Sie sind zwei- bis fünfblütig und jeweils besetzt mit drei bis fünf bandartigen, flachgedrückten Grannen. Die zwittrigen Blüten mit ihren drei Staubgefäßen bestäubt der Wind.

Frucht

Die einsamige, glatte, kahle Frucht (botanisch Karyopse) umgibt eine mehrnervige, silbrig-violette Hüllspelze, die vor Schädlingen und Krankheiten schützt. Die obere Hüllspelze des Ährchens überragt die nächststehende Deckspelze oftmals um einige Millimeter. Die Arten der Gattung Wiesenhafer gehören zu den bedecktsamigen Pflanzen.

Wuchs

Helictotrichon sind ausdauernd (perennierend) krautige Stauden-Süßgräser. Über ihren kugeligen, dicht wachsenden Blatthorsten wiegen sich an langen, glatten Stängeln verzweigte Blütenrispen. Im Inneren sind die runden, biegsamen Stängel hohl. Sie stehen straff aufrecht bis leicht hängend. Die Wuchshöhen der Gräser variieren artabhängig von 40 bis 150 Zentimetern. Die Horste bleiben kompakt, ihre Wurzeln bilden keine unterirdischen Ausläufer. Wiesenhafer ist frosthart und immergrün.

Standort

Das Gras gedeiht auf durchlässigen, frischen bis mäßig trockenen, sandigen Böden in sonniger und halbschattiger Lage. Natürliche Vorkommen besiedeln magere Steppenlandschaften, Trocken-/Halbtrockenwiesen, Gebirgshanglagen/Almen sowie lichte Wälder und Wegränder. Am besten kommt Wiesenhafer mit kalkarmem, steinigem, tonhaltigem und basenreichem Erdreich zurecht. Ein kalkhaltiger Standort ist nicht optimal. Dennoch toleriert die Pflanze diese Bereiche.

Verbreitung

Ursprünglich entstammt die Gattung aus den europäischen Gebirgsregionen, dem Mittelmeerraum und Osteuropa. Das artenreiche Süßgras verbreitete sich mit der Zeit in ebenen, subalpinen und alpinen Lagen. Es ist weltweit auf allen Kontinenten heimisch.

Nutzung

Die Wildgrasstaude mit ihren zahlreichen Arten und neuen Zuchtsorten bietet im heimischen Garten viele gestalterische Anreize. Sie eignet sich als Strukturpflanze im Heide- und Steingarten, als Rosenbegleiter sowie als Solitärpflanze. Die kompakt wachsenden Horste festigen Hanglagen. Auch in Kübeln und Steintrögen zeigen sich die Gräser ganzjährig zufrieden.
Zudem eignet sich Wiesenhafer gut zum Bepflanzen von Flachdächern. Solche grünen Dächer liegen vornehmlich in urbanen Wohngegenden im Trend der Zeit. Die Pflanze kommt mit den klimatischen Verhältnissen in Städten ohne Schwierigkeiten zurecht. Getrocknet verwenden Floristen Blatt und Rispe des Grases in Gestecken.

Pflege/Schnitt

Das kräftige Gras wächst schnell und zuverlässig in durchlässigem, kiesig-lehmigem, leicht saurem Substrat. Aus der Jungpflanze entwickelt sich nach kurzer Zeit ein dichter, buschiger Horst. Mit normaler Gartenerde kommt Wiesenhafer gut zurecht, sofern sich kein stehendes Wasser bildet. Staunässe verträgt die Pflanze schlecht und reagiert darauf mit Fäule oder Pilzkrankheiten. Beim Pflanzen von Helictotrichon ist ein ausreichender Abstand zwischen den Horsten und zu benachbarten Pflanzen wichtig. Je nach Art reichen 40 bis 60 Zentimeter aus.

Jungpflanzen entstehen durch Aussaat direkt am Standort. Möglich ist ebenfalls das Teilen eines größeren Horstes mit dem Spaten. Der beste Zeitpunkt dafür ist ab Anfang April an frostfreien Tagen. Zum Schutz vor Kälte und Nässe bleibt das Gras über den Winter stehen. Der Rückschnitt bis knapp eine Handbreit über den Boden erfolgt im zeitigen Frühjahr. Nicht alle Sorten benötigen einen Schnitt. Für sie reicht es, braune, abgestorbenen Stängel und Blätter auszuputzen, bevor die wintergrüne Pflanze frisch austreibt. Wächst der Wiesenhafer im Pflanzkübel, ist vorsorglich ein leichter Kälteschutz, beispielsweise Jutegewebe, empfehlenswert.

Nennenswerte Schädlinge gibt es keine. Sehr hoher Luftfeuchte oder ungünstige Standorte begünstigen Pilzbefall (Rost).

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