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Eigenschaften

  • terrestrische Orchideen fürs Freiland
  • krautig wachsende Pflanzen
  • sehr große, farbige Blüten
  • pflegeleicht bei richtigem Standort
  • überwiegend frosthart

Frauenschuh

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Die Gattung Frauenschuh (bot. Cypripedium) umfasst krautige, ausdauernde Pflanzen. Cypripedium gehört als Unterfamilie der Cypripedioodeae in die Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die Familie zählt nach der botanischen Systematik zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) und in der Unterordnung zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen). Nach der engeren Definition gehört die Familie zur Ordnung der Spargelartigen (Asparagales).

Lange Zeit waren alle Frauenschuharten in der Gattung Cypripedium versammelt. Nach neuen Definitionen enthält die Unterfamilie Cypripedioideae rund 120 Arten und ist in fünf Untergattungen gegliedert: Cypripedium, Paphiopedilum, Phragmipedium, Mexipedium sowie Selenipedium. Unter Cypripedium sind überwiegend Frauenschuhorchideen der nördlichen Hemisphäre erfasst. Es folgt eine Gliederung in zwei Untergattungen: Cypripedium subgen. Cypripedium und Cypripedium subgen. Irapeana Eccarius. Zur genaueren Einordnung der Pflanzenarten sind beide Untergattungen in Sektionen unterteilt.
In der Untergattung Cypripedium Sektion Cypripedium sind elf Arten sowie vier Unterarten aufgelistet. Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) besitzt alle wesentlichen Merkmale dieser Kategorie. Er ist die Typusart zur Einordnung der Frauenschuharten. Diese Einteilung der Gattung Frauenschuh folgt der neuen Systematik, die 2009, veröffentlich von der Angiosperm Phylogeny Group, Gültigkeit hat.

Blatt

Cypripedium besitzt Laubblätter. Sie laufen überwiegend spitz zu. Manche Arten haben lanzettliche, ovale oder fächerförmige Blätter. Bei den meisten Arten sind sie einheitlich grün. Einige besitzen rotbraun gefleckte Blätter. Meistens sind die Blätter zwischen fünf und dreizehn Zentimeter lang. Alle haben auf der Rückseite eine leichte, feine Behaarung. Manche Arten haben drüsige Haare. Die Blattränder sind ganz und manchmal bewimpert. Fast alle Arten haben Poren (Stomata) auf der Ober- und Unterseite. Die parallel verlaufende Nervatur ist kräftig. Die Blätter umfassen den Stängel. Auffällig ist die Versteifung durch Längsfalten. Damit leiten sie das Regenwasser zum Stängel und zu den Wurzeln. Der Stängel hat mehrere Niederblätter. Sie sitzen an der Basis der Pflanze.

Blüte

Cypripedium besitzt zwittrige und zygomorphe Blüten. Nur bestimmte Insekten finden Zugang in die Blüte. Die Blütenhülle zeigt keine Unterteilung in Blütenkelch und Blütenkrone. Die Blüte besteht aus seitlichen inneren Blütenblättern, die bewimpert sind. Sie besitzt vier äußere, oft fünf Zentimeter lange Perigonblättern. Die Form der Perigonblätter ist lanzettlich und läuft spitz zu. Die Farbe variiert. Manchmal ist sie purpur oder schokoladenbraun. Die Blütenblätter stehen ab und umgeben die sehr große Lippe (Labellum). Sie entsteht aus einem oberen, inneren Perigonblatt, das aufgebauscht ist und den Schuh bildet. Der Schuh ist zwischen vier und acht Zentimeter lang, manchmal gelb. Die Blüte besitzt einen Stiel. Dieser krümmt und dreht sich bei der Öffnung der Blüte um 180°. Erst durch diese Drehung steht die Lippe nach unten und zeigt den charakteristischen Schuh.

Die Pflanzen gehören zu den Kesselfallenblumen. Bestäuber sind kräftige kleine Insekten. Durch ein Loch an der Labellumbasis fallen sie in den Kessel. Die Pflanze besitzt eine Art Leitsystem, das die Insekten ins Freie lotst. Durch Lichtfenster geleitet, führt der Weg zu zwei Haartreppen an der Pantoffelrückwand. Die Insekten müssen auf diesem Weg an der Narbe und den beiden Staubblättern vorbei. Die Pflanze verhindert durch die Konstruktion eine Selbstbestäubung. Der Pollen dieser Orchideengattung ist pudrig und besteht aus einzelnen Pollenkörnern. Die Insekten finden in den Blüten der Frauenschuhe kein Futter. Diese Art der Blüten sind aus Täuschblumen bezeichnet.

Frucht

Der Fruchtknoten ist einkammerig. Die Pflanze bildet dreikantige Kapselfrüchte. Sie enthalten bis zu einer Million staubfeiner Samen. Durch eine aufgetriebene und mit Luft gefüllte Hülle erhöht sich die Schwebfähigkeit. Den Transport übernimmt der Wind. Die Samen besitzen kein Endosperm um den Embryo. Der Keimling ist auf die Hilfe von bestimmten Pilzen angewiesen.

Wuchs

Bei Cypripedium handelt es sich um Orchideen, die in Erde wachsen. Der Same lebt mehrere Jahre in Symbiose (Gemeinschaft) mit einem Wurzelpilz. Durch den Abbau der proteinhaltigen Pilze stehen dem Keimling die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung. So überbrückt die Pflanze die sehr lange Entwicklungszeit, die zwischen vier und vierzehn Jahren beträgt. Erst dann erscheint das erste grüne Blatt. Ab diesem Zeitpunkt versorgt sich die Orchidee, wie andere Pflanzen, über Photosynthese. Cypripedium ist zwischen fünfzehn und sechzig Zentimeter hoch. Sie bildet einen behaarten und beblätterten Stängel. Meistens sitzt eine Blüte, manchmal bis zu vier Blüten, am Trieb. Der Stängel entspringt einem kurzen Rhizom.

Standort

Cypripedium ist überwiegend frosthart. Die Orchideen benötigen lockeren, nährstoffreichen, etwas feuchten und humosen Boden. Er darf leicht sauer sein. Der Boden in lichten Buchenwäldern, mit krautigem Bewuchs und Blütenpflanzen im Frühjahr, ist ein Vorbild. Manchen Arten tolerieren leichte Mengen an Kalk. Wichtig ist Licht. Direkte Sonne schädigt die Pflanze. Die in Europa heimischen Arten verlieren in der Regel im Herbst ihre Stängel und Blätter. Sie treiben im Frühjahr aus den Wurzelstöcken neu aus. Die Oberfläche des Bodens darf nicht verfestigt sein und es muss Abstand zu anderen Pflanzen geben. Dem Wurzeldruck von Sträuchern und durchsetzungsfähigen Stauden sowie starker Verschattung ist die Orchidee nicht gewachsen. Sorten von Cypripdium gedeihen in der Nachbarschaft von Farnen oder Salomonssiegeln, im lichten Schatten hoher Laubbäume.

Verbreitung

Die Gattung ist in Europa mit wenigen Arten vertreten. In Deutschland bildet der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus L.) kleine Wildbestände. Amerika ist die Heimat mehrerer Arten, die in der gemäßigten Zone vorkommen. Cypripedium kentuckiense wächst ausschließlich in den USA. In den USA und Kanada hat sich der Kleinblütige Frauenschuh (Cypripedium parviflorum var. parviflorum) entwickelt. Cypripedium parviflorum var. exiliens Sheviak ist auf die Bedingungen in Alaska spezialisiert. In Ostasien sind Cypripedium ludlowii in Tibet, Cypripedium franchetii in Zentralchina oder Cypripedium shanxiense auf der Insel Sachalin und im nördlichen Japan entstanden.

Fast alle Arten stehen weit oben auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzen. Durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union sind die Arten Cypripedium als prioritäre Arten besonders zu schützen. Hauptursache für den Rückgang ist die Wildentnahme in den Beständen. In sehr dichten Wäldern geht die Pflanze ein.

Nutzung

In Züchtungen sind viele Sorten als Zierpflanzen entstanden. Für Mitteleuropa eignen sich Sorten des Gelben Frauenschuhs für Gärten. Cypripedium gibt es als Topfpflanzen für helle, kühle Räume.

Pflege/Schnitt

Die Pflanze benötigt in Deutschland an stark frostgefährdeten Stellen einen leichten Bodenschutz.

Krankheiten/Schädlinge

Warme und trockene Raumluft führt zu schlaffen, gelben Blättern und vorzeitigem Verblühen der Topfpflanzen.

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