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Eigenschaften

  • mehrjährige, bis 80 Zentimeter hohe Staude
  • zarte, eichenblattähnliche Blätter
  • leuchtend gelbe Blüten von April bis Oktober
  • gelblicher Milchsaft in sämtlichen Pflanzenteilen
  • standorttolerant, winterhart, pflegeleicht

Chelidonium

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Die Gattung Chelidonium zählt zur botanischen Familie der Mohngewächse (bot. Papaveraceae). Hinsichtlich der Frage, ob das Schöllkraut (Chelidonium majus) die einzige Art mit mehreren Varietäten ist, sind sich die Autoren uneins. Für einige von ihnen stellen die Varietäten, die sich in Blüten- und Blattgröße geringfügig unterscheiden, eigene Arten dar.

Der Name der Gattung lässt sich vom griechischen Wort für Schwalbe (chelidon) herleiten. Gelehrte interpretieren dies unterschiedlich. Dem griechischen Philosophen und Naturforscher Theophrast zufolge beginnt das Kraut mit den eintreffenden Schwalben zu blühen und verblüht bei deren Abzug in den Süden. Der Naturgelehrte Plinius spricht die Heilkraft des Schöllkrautes an, indem er meint, Schwalbenmütter bestrichen die Augen ihrer im Nest befindlichen, blinden Jungen mit zuvor gesammeltem Schöllkraut. Auf diese Weise gäben sie ihnen die Sehkraft zurück. Der deutsche Name, im Althochdeutschen früher Scheliwurz genannt, entwickelte sich aus dem lateinischen 'Chelidonium'. Auch ist die Pflanz unter den Namen Schwalbenwurz, Schellkraut, Blutkraut oder Warzenkraut bekannt. Letzteren verdankt sie dem farbigen Milchsaft, den alle Pflanzenteile führen. Er tritt beim Verletzen der Pflanze aus und färbt die Finger.

Blatt

Die wechselständigen Blätter sind gefiedert und haben buchtig eingekerbte Blattränder. Ihre Form ähnelt der von Eichenblättern. Sie gliedern sich in Blattstiel und -spreite. Oft ist der Blattstiel stark behaart. Ihn durchziehen feine Röhren, die einen gelblichen bis orangefarbenen Milchsaft enthalten. Die Oberseite der zarten, weichen Schöllkrautblätter ist hellgrün. Die Unterseite ist blaugrün, weist wenige Drüsenhaare auf und ist mit einem dünnen, wasserabstoßenden Wachsfilm überzogen.

Blüte

Von April bis Anfang Oktober schmückt sich das Schöllkraut mit neuen, leuchtend gelben Blüten. Sie sind zwittrig und einen bis zwei Zentimeter groß. Sie bestehen in der Regel aus vier Kronblättern und einer Vielzahl an Staubblättern.

Frucht

Die Fruchtknoten bringen zarte, schmale Kapselfrüchte hervor, die mit einer Länge von bis zu 6,5 Zentimetern grünen Schoten ähneln. Sie enthalten zahlreiche schwarze, leicht ovale Samen, ausgestattet mit einem weißlichen, klebrigen Anhängsel. Dieses sogenannte Elaiosom erleichtert die schnelle und weite Verbreitung der Samen durch Vögel oder Ameisen.

Wuchs

Das sommergrüne Schöllkraut ist eine mehrjährige Pflanze. Selten wächst sie zweijährig. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 80 Zentimetern. Der runde, hohle und mit abstehenden Haaren besetzte Stängel verzweigt sich in mehrere kleine Stängelchen, an deren Spitzen die zarten Blüten sitzen. Die Staude bildet eine als Rhizom bezeichnete unterirdische stark verdickte, dunkelbraune Sprossachse. An dieser entwickeln sich gelblichbraune bis braune Wurzelhaare, die flach unter dem Boden ein kompaktes Netz bilden.

Standort

Die Staude gilt als sehr standorttolerant und gedeiht sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen. Sie bevorzugt einen feuchten, lockeren und nährstoffreichen Boden. An trockeneren und mageren Standorten wächst der Stickstoffzeiger zwar auch, doch erreicht die Pflanze dann geringere Wuchshöhen und auch die Blütezeit verkürzt sich.

Verbreitung

Das Verbreitungsareal des Schöllkrauts erstreckt sich vom subarktischen bis zum mediterranen Europa. Auch im subarktischen Asien zählt sie zu den heimischen Pflanzen. Nach Nordamerika gelangte das Kraut durch Siedler, welche es als Heilmittel bei Hautkrankheiten einsetzten. Als typische Ruderalpflanze wächst sie hauptsächlich auf von Menschenhand stark überprägten Standorten wie Schuttplätzen, Weg-, Wald- und Straßenrändern, Weideplätzen, Feldern sowie an Zäunen und Hecken. Dass sie häufig Mauerritzen besiedelt, liegt daran, dass ihre Samen dank des Samenanhängsels an Ameisen haften bleiben.

Nutzung

In der Küche findet das Kraut wenig Verwendung. Dies liegt zum einen an seiner Giftigkeit, zum anderen daran, dass es über kein nennenswertes Aroma verfügt. Lediglich als Tee findet das Schöllkraut Verwendung. Zuvor getrocknet, verliert sich die durch Alkaloide entfaltete Giftwirkung. Auf diese Weise verabreicht, fördern die Inhaltsstoffe angeblich den Gallefluss, regen die Leberfunktion an und wirken entkrampfend. Mittlerweile raten viele Ärzte davon ab, getrocknetes oder frisches Schöllkraut zu verzehren. So erhärtete sich nach mehreren Studien der Verdacht, dass diese Tees die Leber schädigen.

Bereits in der Antike schrieben Gelehrte der zierlichen Staude große Heilkräfte zu. Äußerlich angewendet, stärken sie die Augen, sodass auch im Alter die Sehkraft erhalten bleibt. Das Schöllkraut dient zum Behandeln von Warzen, was ihm den Namen Warzenkraut einbrachte. Täglich direkt auf die erkrankte Hautstelle aufgetragen, wirkt der ätzende gelb- bis orangefarbene Milchsaft stark hautreizend.

Pflege/Schnitt

Einer besonderen Pflege bedarf das Schöllkraut nicht. Während ihm kurze Trockenphasen nichts ausmachen, ist bei länger anhaltender Trockenheit eine großzügige Wassergabe erforderlich. Um das erhöhte Nährstoffverlangen zu decken, erfolgt im Frühjahr stickstoffbetontes Düngen. Da die oberirdischen Pflanzenteile absterben und die Pflanze den Winter über ihr reich verzweigtes Rhizom überdauert, ist ein Überwinterungsschutz nicht notwendig.

Krankheiten/Schädlinge

Fraßfeinde hat das Kraut aufgrund des enthaltenen Milchsaftes nicht zu fürchten.

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