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Eigenschaften

  • meist krautige Pflanzen
  • keimfreudig, bilden Kapselfrüchte
  • teilweise leicht toxisch
  • unauffällige Blüten
  • anspruchslos

Bingelkräuter

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Die Bingelkräuter bot. (Mercurialis) stellen eine Pflanzengattung in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales) dar. Die Gattung umfasst acht bis zehn Arten, die in Eurasien, im Wesentlichen aber im Mittelmeerraum verbreitet sind. Der wissenschaftliche Name der Gattung Mercurialis hat seinen Ursprung im Namen des römischen Gottes Mercurius. Er soll einer Sage nach auf die Heilkräfte der Bingelkräuter aufmerksam geworden sein.

In Deutschland tragen Bingelkräuter die Volksnamen Hundskohl, Wintergrün oder Schuttbingel, weil einige Vertreter der Gattung sogar auf Schutthaufen gedeihen. Der Name Bingelkraut leitet sich wahrscheinlich vom frühneuhochdeutschen bingeln (urinieren) ab und bezieht sich auf die Anwendung des Einjährigen Bingelkrautes ( Mercurialis annua) als harntreibende Arzneipflanze. Der bekannteste Vertreter ist das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), welches bestandsbildend in krautreichen Wäldern vom europäischen Mittelmeerraum bis ins südliche Skandinavien gedeiht.

Blatt

Die Laubblätter der Bingelkräuter wachsen gegenständig an verzweigten oder unverzweigten, kantigen oder runden Stängeln. Sie sind in der Form lanzettlich-eiförmig, eiförmig bis breit und weisen je nach Art einen gewellten oder gezähnten Rand auf. Die Blätter haben die Farbe von frischem Grün. Mercurialis bilden teilweise kleine Nebenblätter aus.

Blüte

Die meisten Vertreter der Gattung Bingelkräuter sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Seltener sind Mercurialis einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten wachsen in mehreren Knäueln und stehen in Ähren in den Blattachseln. Die Blütenähren überragen die Laubblätter meist auffällig, da die Blätter im oberen Teil der Pflanze dicht gedrängt stehen. Dadurch entsteht der Eindruck endständiger Ähren. Die Blüten der Bingelkräuter sind unauffällig grün bis gelbgrün. Sie besitzen einen drei- bis vierzähligen Blütenhüllblattkreis. Die männlichen Blüten weisen acht bis 15 (seltener bis 20) Staubblätter auf. Die weiblichen Blüten beherbergen einen zwei- bis dreiteiligen Fruchtknoten und Staminodien.

Frucht

Bingelkräuter bilden höckrige Kapselfrüchte aus. Die beiden darin enthaltenen Samen haben einen Arillus (Samenmantel), der mit seiner fleischigen Hülle die Samen schützend umgibt. Jede Pflanze entwickelt bis zu zweitausend Samen. Diese überleben in der Erde bis zu zehn Jahre und sind enorm keimfreudig, weshalb Mercurialis sich schnell und stark als Gartenunkraut verbreiten.

Wuchs

Vertreter der Gattung Bingelkräuter sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Seltener weisen Arten einen verholzende Wuchs auf. Im Gegensatz zu ihren Verwandten aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, enthalten Bingelkräuter keinen weißen Milchsaft und sind weniger giftig. Die Pflanzen der Gattung erreichen eine Wuchshöhe von bis zu vierzig Zentimetern und sind schnellwachsend.

Standort

Bingelkräuter stellen wenige Ansprüche an ihren Standort. Einige Arten, wie das das Einjährige Bingelkraut, bevorzugen Licht und Wärme, gedeihen aber im Gegenzug auf jeder Art von Boden. Andere Arten lieben einen nährstoffreichen und lockeren Untergrund.

Verbreitung

Die verschiedenen Arten der Bingelkräuter kommen vorwiegend im westlichen Mittelmeerraum vor. Drei Arten sind in den gemäßigten Breiten Europas heimisch (Mercurialis annua, Mercurialis perennis und Mercurialis ovata). Eine weitere Art (Mercurialis leiocarpa) gedeiht in Süd- und Ostasien.

Nutzung

Bingelkräuter dienten in der Antike und im Mittelalter als Heilpflanzen. Ihre abführende und harntreibende Wirkung gilt auch heute als belegt. Dennoch finden sie als Arzneipflanze wenig Verwendung. Dem Wald-Bingelkraut ist leicht toxisch. Der Höhepunkt ist während der Fruchtreife erreicht. Vergiftungen bei Menschen sind wenig bekannt. Wiederkäuer, Pferde und Schweine zeigen eine erhöhte Sensibilität für Vergiftungen. Das liegt an der Tatsache, dass sie versehentlich größere Mengen bei der Futtersuche aufnehmen. Im getrockneten Zustand verlieren die Kräuter ihre Giftigkeit und wirken laut naturheilkundlichen Beschreibungen entzündungshemmend, harntreibend, abführend, schleimlösend und bei lindernd bei Menstruationsbeschwerden. Bingelkräuter finden in der Naturheilkunde als Tee, Salbe oder Badezusatz Verwendung.

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