
Vertikales Gärtnern, auch Vertical Gardening genannt, bezeichnet eine Gartenform, bei der Pflanzen nicht nebeneinander auf dem Boden, sondern senkrecht an Wänden, Rankhilfen oder speziellen Modulsystemen wachsen. Ziel ist es, begrenzten Raum effizient zu nutzen und mehr Natur in dicht bebaute Nachbarschaften zu bringen. Neben der Platzersparnis ist auch die ansprechende Optik grün bewachsener Wände ein Argument für das Vertical Gardening.
Vertical Gardening wird vor allem dort eingesetzt, wo wenig Platz zur Verfügung steht, etwa in kleinen Gärten, auf Balkonen, Terrassen oder in Innenhöfen. Pflanzen wachsen dabei vor allem in die Höhe oder in übereinander gestapelten Beeten.
Neben der platzsparenden Nutzung haben vertikale Gärten auch gestalterische und ökologische Vorteile: Sie verbessern das Mikroklima, können als Sicht- oder Schallschutz dienen und bieten Lebensraum für Insekten und Vögel. Je nach System erfolgt die Bewässerung manuell oder über integrierte Bewässerungssysteme. Wichtig für den Pflanzerfolg sind eine stabile Befestigung sowie die Berücksichtigung von Lichtverhältnissen und Wasserbedarf.

Um Deine Pflanzen in die Höhe zu bringen, hast Du unterschiedliche Möglichkeiten. Ein paar davon stellen wir Dir hier kurz vor:
Wenn Du nach Kletterpflanzen suchst, wirst Du auf Begriffe wie „kletternd“, „rankend“, „selbstklimmend“, „spreizklimmend“ oder „schlingend“ stoßen. Tatsächlich handelt es sich hier um verschiedene Dinge. Alle selbstständig vertikal wachsenden Pflanzen sind unter dem Begriff „Kletterpflanze“ vereint. Selbstklimmer, Spreizklimmer, Rankpflanze und Schlingpflanze sind hingegen unterschiedliche Wuchstypen.
Welche Pflanzen sich für Deinen vertikalen Garten eignen, hängt von der Art Deines Gartensystems, den Umwelteinflüssen und Deinen Ansprüchen ab.
Ich würde gern ein Vertikalbeet oder einen Pflanzturm verwenden
Entscheide Dich in diesem Fall am besten für Pflanzen, die nicht zu sehr wuchern, damit diese anderen Beetbewohnern nicht den Platz streitig machen. Außerdem ist es wichtig, die Platz- und Lichtbedürfnisse Deiner Pflanzen zu kennen. Ein Beispiel sind stark wachsende Gemüsepflanzen wie etwa Tomaten. Sie mögen es nicht, in zu kleine Töpfe oder Tröge gepflanzt zu werden. Hier ist ein Vertikalbeet mit ausreichend großen Pflanzgefäßen wichtig.
Lichtbedürftige Pflanzen sollten eher in den oberen Pflanzgefäßen stehen. Dort bekommen sie am meisten Sonne ab. Gewächse, die im Halbschatten und Schatten zurechtkommen, können die unteren Pflanzkästen besetzen.
Weil die Tröge der Beete oft nicht sonderlich tief sind, sind Flachwurzler am besten geeignet. Hier ein paar Möglichkeiten:
Setze Pflanzen mit ähnlichen Bodenbedürfnissen auf die gleiche Ebene und gib ihnen angepasstes Substrat. Z. B. Kräutererde für Kräuter, torffreie Erde für Stauden usw.

Ich möchte Pflanzen an Rankhilfen ziehen
In diesem Fall eignen sich Kletterpflanzen am besten. Sie wachsen selbstständig an den gebotenen Rankhilfen empor. Pflanze Deinen Favoriten in ein Beet oder einen Topf und setze die Pflanze in die direkte Nähe der Kletterhilfe. Eine genaue Anleitung zum Setzen von Kletterpflanzen findest Du in unserem Ratgeber. Zu den Favoriten unter den Kletterpflanzen zählen unter anderem:
Ich möchte ein Wandsystem nutzen
Wer ein Wandsystem mit einzelnen Töpfchen verwendet, hat die Möglichkeit, nicht kletternde Pflanzen auf Augenhöhe zu bringen. Besonders beliebt sind hierfür stark wuchernde oder bunte Pflanzen. Beliebte Optionen sind
Sie alle fallen vor allem durch ihre aufregende Optik und die interessanten Texturen auf. Ideal für eine optisch ansprechende Wandbegrünung.

Ich möchte Blumenampeln oder Hanging Baskets bepflanzen
Am besten eignen sich Pflanzen, die nicht zu tief wurzeln. So haben sie im begrenzten Topf ausreichend Platz. Was du in die Ampel pflanzt, ist ein wenig davon abhängig, wie hoch deine Ampel hängt.
Wichtig: Vermeide beim Aufhängen Plätze über Sitzgruppen oder nahe empfindlichen Gartenmöbelpolstern. Auch Oberflächen, die bei andauerndem Wasserkontakt beschädigt werden, sollten sich nicht unter Blumenampeln befinden. Sonst bekommt alles und jeder, der unter den Ampeln sitzt, fallende Blütenblätter und Tropfwasser von der letzten Wassergabe ab.
Hier ein paar Beispiele für beliebte Ampelpflanzen:
Im Trend und für Küchenfreunde eine interessante Alternative: Kräuterampeln! Diese liefern leckere Küchenkräuter und sind gleichzeitig ein attraktiver Blickfang.
Mische Substrate wie Blähton in deine Ampelerde. So kann trocknet das Substrat nicht so schnell aus.
Erfahre noch mehr über die faszinierende, bunte Welt der Pflanzen in unserem großen und stetig wachsenden Ratgeberbereich!
