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Eigenschaften

  • Pflanzen der alpinen Regionen
  • bevorzugen boden- und luftfeuchte Standorte
  • rosettige Pflanzen mit glänzenden Blättern
  • seitenständige Blütenstände
  • wintergrüne Pflanzen

Wulfenien

Gattung Wulfenia ab €0.00 kaufen
     
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Wulfenien (bot. Wulfenia) bilden eine Pflanzengattung mit drei Arten. Sie gehört der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) an. Ein weiterer gebräuchlicher Name für die Gattung lautet Kuhtritt. Die Ähnlichkeit zu den Wegerichgewächsen ist kaum ersichtlich. Bis auf die rosettigen Blätter haben die Wulfenien scheinbar keine Gemeinsamkeiten zu anderen Arten aus dieser Familie.

Wulfenien wachsen an niederschlagsreichen Standorten, an denen eine hohe Luftfeuchte herrscht. Diese Präferenz gibt Aufschluss über die Geschichte der Gattung, denn Wulfenien existieren seit dem Tertiär. In diesem Erdzeitalter herrschten tropische bis subtropische Klimata auf der Erde. Zu dieser Zeit waren die Wulfenien weiter verbreitet, als heute. Die aktuellen Verbreitungsareale sind Relikte aus dieser Zeit, in denen die Wulfenien überlebten. Vor etwa 9.500 Jahren wanderten die Wulfenien bis nach Österreich.

Blatt

Die Wuchsform der Blätter ist bei den Pflanzen dieser Gattung verschiedenartig. Innerhalb einer Art variiert die Blattform kaum. Lediglich eine Art, die vergleichsweise geografisch weit verbreitet ist, bildet unterschiedlicher Blattformen, abhängig von ihrem Standort, aus. Alle Wulfenien haben gemeinsam, dass sie einfache und ungeteilte Blätter ausbilden. Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Blattrosette beieinander. Der Blattrand ist leicht eingekerbt bis unregelmäßig gesägt.

Die Blattoberseite ist glänzend. Die Blätter fühlen sich derb und ledrig an. Ihre Form ist umgekehrt eiförmig. Teilweise sind die Blätter behaart. Am Stängel entwickeln die Pflanzen kleine Blättchen, die aus einer ungestielten Blattspreite bestehen. Es sind Schuppenblätter, die in wechselständig am Stängel stehen. Die Rosettenblätter bleiben im Winter erhalten. Dadurch haben Wulfenien im Gegensatz zu anderen überdauernden Pflanzen einen Vorteil in der Vegetation. Die voll entwickelten Blätter verwerten nach der Schneeschmelze die Sonnenenergie, sodass die Pflanzen in der Lage sind, neue Blätter zu bilden.

Blüte

Die Blüten der Wulfenien sitzen in Blütenständen zusammen, die aus den Achseln der Blätter wachen. Sie sind einseitswendig. Die Blüten bilden sich an einer Seite des Blütenstandes und neigen nach unten. Die Einzelblüten sind fünfzählig aufgebaut. Sie bestehen aus einem Kelch, der aus fünf schmalen Blättern zusammengesetzt ist. Die Kelchblätter sind nicht miteinander verwachsen. Die fünf Kronblätter sind miteinander verwachsen, sodass sie eine Kronröhre bilden. Am oberen Ende sind die Kronblätter zu einer zweilappigen Oberlippe und einer dreilappigen Unterlippe ausgebildet.

In der Blüte sitzen zwei Staubblätter, die fast vollständig mit der Kronröhre verwachsen sind. Im Gegensatz zum Griffel ragen die Staubblätter nicht aus der Blüte heraus. Die Blüten der Wulfenien sind bläulich mit einem purpurfarbenen Ton eingefärbt. Der Schlund markiert den Eingang zum Blütenzentrum. Der Schlund ist steif behaart. Die Blütezeit der Wulfenien liegt zwischen Mai und September. In dieser Zeit sind Hummeln und Wildbienen häufige Besucher an den Blüten. Sie sorgen für das Bestäuben der Pflanzen.

Frucht

Wulfenien entwickeln Kapselfrüchte. Jede Kapsel besteht aus vier Fächern, die sich zur Fruchtreife öffnen. Die Kelchblätter bleiben zur Fruchtreife erhalten. Sie umschließen die Kapselfrüchte mit ihren schmalen Zipfeln. Die Kapselfrüchte sind kürzer als die Kelchzipfel. Die Kapseln färben sich zur Reife braun. Sie enthalten zahlreiche kleine Samen.

Wuchs

Die Arten der Gattung Wulfenia wachsen als ausdauernde Rosettenpflanzen. Sie besitzen einen Haupttrieb, der sich abhängig von der Temperatur kontinuierlich weiterentwickelt. Die Arten entwickeln ein unterirdisches Rhizom, das horizontal im Boden liegt und Ausläufer ausbildet. Dadurch sind die Wulfenien in der Lage, innerhalb kurzer Zeit eine große Fläche zu besiedeln. Die Blätter sind wintergrün. Die alten Blätter bleiben über den Winter erhalten. Im Frühjahr entwickeln die Pflanzen frische Blätter. Wulfenien erreichen eine Wuchshöhe zwischen 30 und 40 Zentimeter.

Standort

Wulfenien sind stark an niederschlagsreiche Regionen gebunden. Die Pflanzen wachsen bevorzugt an Standorten mit einer hohen Luft- und einer gleichbleibenden Bodenfeuchte. Ideal ist ein gut durchlüfteter Boden. Wulfenien brauchen zum Gedeihen viel Licht, sie wachsen im lichten Schatten oder auf sonnigen Standorten.
Die Arten gedeihen auf einem Boden mit einem hohen Anteil an Mineralien und Nährstoffen. Ihre Ansprüche an den pH-Wert sind variabel. Wulfenien leben in Substraten mit einem pH-Wert zwischen 4,0 und 7,3. Wulfenien sind charakteristisch für Hochstaudenflure und Weiderasen. Sie prägen das Vegetationsbild der subalpinen Höhenstufen. Die Arten wachsen in Höhenlagen bis 2.000 Meter. Sie steigen bis auf 1.000 Meter herab.

Verbreitung

Die Wulfenien sind in zerstreuten Gebieten heimisch. Eine Art wächst im Gebiet Parun im nördlichen Albanien. Ein anderer Vertreter dieser Gattung ist im Balkan heimisch und erobert Lebensräume in den Alpenregionen von Österreich und Italien. Nördlich von Antakya im Amanus-Gebirge gibt es ein weitere Standorte der Wulfenien. In Österreich ist eine Art ausschließlich auf einer Fläche von zehn Quadratkilometern verbreitet. Insgesamt sind die Areale der einzelnen Arten vergleichsweise klein.

Nutzung

Aus den drei Wulfenien-Arten sind zahlreiche Kreuzungen entstanden. Die Hybride besiedeln unterschiedliche Lebensräume in Gärten. Sie sind typische Gewächse, die in alpinen Gärten und in Steingärten vorkommen. Sie eignen sich für die Dekoration von Gehölzrändern und lichten Baumgruppen.

Pflege/Schnitt

Wulfenien sind pflegeleichte Gewächse, die keinen großen Pflegeaufwand benötigen. Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, da die Pflanzen rosettig wachsen und ihre Blätter im Winter nicht verwelken. Da sich die Pflanzen als wuchsfreudig erweisen, breitet sie sich schnell über eine große Fläche aus. Breiten sich die Pflanzen unkontrolliert aus, empfiehlt es sich, den Bestand einzudämmen.

Wulfenien sind an dauerhaft feuchte Standorte mit einer hohen Luchtfeuchte angepasst. Sie benötigen in Trockenzeiten eine regelmäßige Wassergabe, sodass der Boden feucht ist. Staunässe vertragen die Wurzeln der Wulfenien nicht. Sie gedeihen optimal auf einem nährstoffreichen Boden. Ein regelmäßiges Düngen schafft Verhältnisse, die den natürlichen Standorten nachempfunden sind. Die Pflanzen sind an das Klima in subalpinen Regionen gewöhnt. Daher sind Wulfenien winterhart und vertragen die Minustemperaturen der mitteleuropäischen Winterzeit ohne Probleme.

Krankheiten/Schädlinge

Wulfenien zeigen sich als robust gegenüber Pilzerkrankungen. Da sie an Standorte mit hoher Luft- und Bodenfeuchte angepasst sind, haben die Pflanzen keine Probleme mit einem Pilzbefall. Schädlinge, wie Schnecken, Blattläuse oder Spinnmilben gehören nicht zu den zeigen sich nicht an den Wulfenien. Mangelhaftes Wachstum ist auf einen falschen Standort zurückzuführen.

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