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Eigenschaften

  • Gattung mit rund 190 Arten
  • wachsen krautig oder als Sträucher
  • ein- bis mehrjährig
  • anpassungsfähige Pflanzen
  • Nutz- und Zierpflanzen

Wegeriche

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Wegeriche sind krautige, ein- oder mehrjährige Pflanzen. Ihren wissenschaftlichen Namen Plantago erhielten sie 1753 von dem schwedischen Botaniker Linné. Sie sind Mitglieder in der Ordnung Lippenblütlerartige (Lamiales). Miteinander verwandte Arten bilden die Gattung der Wegeriche, die Teil der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) ist.

Die Struktur entspricht der aktuellen Pflanzensystematik. Phylogenetische Untersuchungen ermittelten die Entwicklung und Verwandtschaften von Blütenpflanzen. Die aus Biologen und Botanikern bestehende internationale Angiosperm Phylogeny Group veröffentlichte 2009 die neue Pflanzensystematik.
Rund 190 Arten bilden die Gattung der Wegeriche. Sie wachsen an unterschiedlichen Standorten und unter verschiedenen Bedingungen. Die Pflanzen bilden grundständige Blattrosetten mit variablen Blattformen und Blattgrößen. Überwiegend sind die Pflanzen niedrig und wenig auffällig. Einzelne Arten sind seit der Antike als Medizinpflanzen bekannt.

Blatt

Die Laubblätter sind grün gefärbt. Manche wirken weich und saftig, andere sind hart und haben eine derbe Blattoberfläche. Die Blattspreiten besitzen eine unterschiedlich stark ausgeprägte Spindelform und kommen in der Grundrosette und an den Blattstängeln vor. An den Blattstängeln sitzen sie gegenständig oder wechselständig. Die Blätter der Grundrosette und an den Stängeln sind lineal, seltener linealisch-lanzettlich oder breit-oval mit einer angespitzten oder einer abgestumpften Spitze. Der Blattrand ist ganzrandig oder bei manchen Arten leicht gezähnt. Blattnerven liegen parallel oder bogenförmig. Bei einigen Arten bedecken bis zu fünf Millimeter lange, steife oder dicht stehende Haare die Blattoberfläche.

Abhängig von der Regenmenge, sind Blattgrößen und Behaarung innerhalb der Arten variabel. Blattlängen der Grundrosette variieren zwischen zwei und mehr als zehn Zentimeter. Die Blätter sind zwischen einem Millimeter und mehreren Zentimeter breit. Manche umgangssprachliche Bezeichnung, Breitwegerich oder Spitzwegerich, verweist auf Größe und Art der Blätter.

Blüte

Aus der grundständigen Blattrosette sprießen kurze oder längere Blütenstandschäfte. Der Stängelquerschnitt ist bei manchen Arten rund, bei anderen gefurcht. Ihre Länge variiert nach Art, Standort und Lebensraum. Die Pflanzen bilden zwischen fünf Millimeter und mehr als fünf Zentimeter lange Blütenköpfchen oder Blütenähren mit dicht stehenden Blüten. Fast ausschließlich kommen vierzählige Blüten mit abstehenden oder zurückgebogenen Kronzipfeln vor.
Ihre langen Staubfäden entspringen der wenige Millimeter langen Kronröhre. Die Blüten öffnen sich von unten nach oben zur Spitze der Ähre. Bei einigen Arten entfalten sich die Blüten erst nach einem Regenguss. Die kleinen Blüten sind weißlich, braun oder schwarz, rosa oder rötlich und in vielen Fällen lila. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Überwiegend bestäubt der Wind die Blüten. Eine Art duftet und erhält Besuch durch Insekten, die die Blüten bestäuben.

Frucht

An der Pflanze entstehen Fruchtknoten mit zwei oder vier Kammern. Aus ihnen entwickeln sich Kapselfrüchte. Die Früchte einiger Arten sind elliptisch. Ihre Länge beträgt bis zu drei Millimeter und sie sind meistens kahl (ohne Behaarung). Die Samenkapseln enthalten zwei oder mehr gelbe oder braune Samen. Ihre Gestalt ist eiförmig, länglich, rundlich und seltener bootförmig. Die Samen verbreiten sich durch das Anhaften an Schuhen, Kleidung oder Tierhaaren.

Wuchs

Wegeriche wachsen auf dem Boden aufliegend und bleiben niedrig. Im Durchschnitt liegt die Höhe unter 20 Zentimeter. Ausnahmen von 60 Zentimeter sind bekannt. Neben krautigen Arten kommen kleine Sträucher vor. Es gibt einjährige und mehrjährige Arten und sie sind zwittrig. Die Arten besitzen überwiegend fleischige Pfahlwurzeln und verankern sich damit tief in der Erde. Ein verzweigtes System feiner Wurzeln ergänzt die Pflanzenversorgung dicht unter der Erdoberfläche.

Standort

Unter den vielen Arten der Wegeriche haben sich Gruppen mit besonderen Vorlieben gebildet. Arten mit niedrigen flachen Blattrosetten und breiten Blättern wachsen überwiegend auf frei liegenden Flächen und Wegen. Menschen und Tiere betreten die Pflanzen. Andere Arten mit weichen Blättern gedeihen zwischen Gras. Viehweiden und Wiesen mit höherem Staudenanteil sind ideale Standorte. Der Untergrund darf sandig, kiesig und felsig sein. Verdichtete Böden durchstoßen die Pflanzen mit ihrer Pfahlwurzel bis in lockere und fruchtbare Schichten. Manche Art ist spezialisiert auf salzhaltigen Boden. Auf fruchtbarem Ackerland und auf feuchten und lockeren Schichten in Wiesen wachsen üppigere und höhere Pflanzen mit mehr Blüten.

Verbreitung

Wegeriche sind anpassungsfähig. Ihre Arten sind in Europa, von der nördlichen Tiefebene bis in die Alpen sowie an den Küsten von Ost- und Nordsee, verbreitet. In Südeuropa, Nordafrika, auf Mittelmeerinseln und in Westasien und Asien sind Wegeriche heimisch. Neuseeland, Australien, Südamerika und Amerika sind Heimat- oder Verbreitungsländer für Plantago.

Nutzung

Nur wenige Arten haben landwirtschaftlichen Nutzen. Zusätzlich gezüchtete Sorten liefern Lebensmittel, Tee oder Samen. Einige Arten wirken lindernd und heilend und haben ihren Platz im Medizinbereich. Wegeriche enthalten schleimlösende und astringierende Substanzen sowie das entzündungshemmende Aucubin. Teile der Pflanze oder Produkte daraus sind für Atemwegserkrankungen oder Wunden erprobt.
Blütenpollen lösen bei Allergikern Reaktionen aus. Blüten und Samen, Blätter und Wurzeln sind essbar. Manche Samen ersetzen das Eiweiß in kleberarmen Mehlarten. Einige Sorten sind als Gemüseergänzung und als Teepflanze geeignet.

Pflege/Schnitt

Wegerich belebt im naturnahen Garten die Wiesen- und Randbereiche und die Wege. Er benötigt keine besondere Pflege. In den Wiesen erhält Wegerich einen Rückschnitt zusammen mit den Gräsern. Wegerich verbreitet sich über Samen. Wird der Samen vor der Reife entfernt, bleibt der Bestand bei einer konstanten Größe.

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