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Eigenschaften

  • immergrüne Sträucher
  • wenig oder nicht winterhart
  • Tiefwurzler
  • duftende Blüten
  • seltene Ziergehölze

Steinlinden

Gattung Phillyrea ab €0.00 kaufen
     
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Die Gattung der Steinlinden (bot. Phillyrea) enthält immergrüne Sträucher. Sie gehören als bedecktsamige Zweikeimblättrige zu den Euasteriden I in der Gruppe Asteriden der Basisordnung Eudikotyledonen. Eudikotyledonen enthalten nach der Pflanzensystematik von 2009 sechs genau definierte Ordnungen sowie die Kerneudikotyledonen. In den Kerneudikotyledonen waren Pflanzen mit unklaren Verwandtschaftsverhältnissen versammelt. Steinlinden zählten dazu.

In der weiteren Struktur ordnen sich die Steinlinden in die Familie Ölbaumgewächse (Oleaceae) ein und sind Teil der Ordnung Lippenlütlerartige (Lamiales). Die Pflanzengattung besteht aus zwei Arten. Die neue Pflanzensystematik wurde 2009 von der Angiosperm Phylogeny Group veröffentlicht. Ergänzungen und Korrekturen gab es in den nachfolgenden Jahren, zuletzt im Jahr 2015.

Blatt

Die Sträucher bilden ihre Laubblätter an einem kurzen Stiel. Die Blätter einer Art unterscheiden sich in Jugend- und Altersblätter. Die Blattspreite der Jugendblätter hat eine Länge von zwei bis sieben Zentimeter und ist von ein bis vier Zentimeter breit.
Ihre Form ist leicht herzförmig bis eiförmig, lanzettlich und teilweise gesägt, breit oder spitz gezähnt. Altersblätter sind zwischen einem und sechs Zentimeter lang, wenige Millimeter bis zwei Zentimeter breit. Die Blattspreite ist ungeteilt und ganzrandig bis fein gezähnt. Am Stielansatz hat das Blatt manchmal eine keilförmige Basis. Bei der zweiten Art zeigen Jugend- und Altersblätter keine Unterschiede. Ihre Länge beträgt zwischen drei und sechs Zentimeter und sie sind bis 1,5 Zentimeter breit.

Das Blatt wirkt ledrig und hart. Hartlaubige Blätter reduzieren die Verdunstung und schützen die Pflanze vor dem Vertrocknen. Die Oberseiten der Blätter sind olivgrün oder dunkelgrün und meistens glänzend. Ihre Unterseiten haben einen behaarten oder kahlen Mittelnerv. Die Farbe ist gelbgrün oder hellgrün. Vier bis sechs oder sieben bis elf Nervenpaare entspringen paarig in engem Winkel zum ausgeprägten Mittelnerv. Manchmal ist der Winkel von Seitennerven zur Mittelrippe fast rechtwinklig. Die Blätter stehen gegenständig. Manchmal bestehen große, manchmal geringere Blattabstände.

Blüte

Die Blüten sind zweihäusig und getrenntgeschlechtig. Männliche und weibliche Blüten stehen auf unterschiedlichen Sträuchern (diözisch). Die Blüte ist klein, weiß und duftet. Sie ist vierteilig. Ihr Kelch ist dick und braun oder dünn und gelblich. Vorhanden sind vier rundlich geformte oder drei spitze Zipfel. Die dreieckigen Kelchblätter sind gelblich mit rötlicher Abtönung. Kelche mit rundlichen Kelchblättern sind bis zu einem Viertel, andere bis zu drei Viertel eingeschnitten.
Die vierzipfelige Krone ist rund zwei Millimeter lang. Manchmal haben Kronblätter und Kelchblätter die gleiche Länge. Die zwei Griffel der Blüte sind kürzer als die Staubblätter mit ihren großen Staubbeuteln. Die Einzelblüten sind in kleinen Trauben geordnet und stehen in den Blattachseln an vorjährigen Zweigen. Die Kronblätter sind schwefelgelb, manchmal weißlich oder grün-weiß. Die Blütezeit der Steinlinden dauert von März bis Mai.

Frucht

Aus einem oberständigen Fruchtknoten entsteht eine Steinfrucht. Sie enthält zwei Samenkammern. Die Steinfrüchte haben einen Durchmesser von sechs bis zehn Millimeter. Die Griffel bleiben an der Frucht stehen. Bei den runden Früchten fallen sie eher ab. Der Stein ist verholzt und dünnwandig. Die Form der Frucht ist länglich, eiförmig oder kugelig. Ihre Außenhaut ist blauschwarz oder dunkel purpur gefärbt. Die Fruchtreife fällt in den Zeitraum von September bis Oktober.

Wuchs

Je nach Standort und Art erreichen die Sträucher der Steinlinden drei Meter, manchmal vier und bis zu zehn Meter Höhe. Es sind immergrüne Sträucher mit kahlen oder mit schwach flaumigen jungen Trieben. Durch eine enge Verzweigung bilden sich oft dichte Sträucher. Meistens ist ihre Form breit und sitzend. Es kommen Sträucher mit lichter Zweigbildung und hoher, ovaler Form vor. Die Pflanzen sind Tiefwurzler.

Standort

Steinlinden bevorzugen frischen, schwach sauren Boden. Gerne ist er alkalisch, kalkhaltig, lehmig, sandig-lehmig und nährstoffreich. Die Standorte sind mäßig trocken bis leicht feucht ideal. Wachstumszonen sind lichte und sonnige Plätze oder halbschattige Lagen. Beide Arten Phillyrea lieben Wärme und sind nicht zuverlässig frosthart.

Verbreitung

Beide Arten, die Schmalblättrige und die Breitblättrige Steinlinde, wachsen an ihren Ursprungsstandorten in Italien, Frankreich, Portugal und Spanien. Steinlinden haben sich in Kleinasien, einem Teil der Türkei, entwickelt. Das Verbreitungsgebiet beider Arten deckt sich weitgehend. Es erstreckt sich über die nordafrikanischen Staaten Algerien, Marokko und Tunesien. Auf der Krim sind Schmalblättrige Steinlinden angesiedelt. Die Arten wachsen verbreitet in Macchien Südeuropas. Es ist eine typische Strauchart dieser Pflanzengesellschaft. Steinlinden gedeihen zudem in lichten Wäldern.

Nutzung

Die beiden Arten der Steinlinden haben keinen wirtschaftlichen Nutzen. Ihr wichtigstes Einsatzgebiet ist die Begrünung der Hänge im Mittelmeergebiet. Je nach Region wächst die Steinlinde im Verband mit anderen hartlaubigen Pflanzen, wie wildem Olivenbaum, Mastix, Steineichen, Baumheide oder Lorbeer. Durch ihre tiefen Wurzeln festigt sie lockere Erde und Geröll und reduziert die Bodenerosion.

Bisher finden Steinlinden in geringem Umfang Verwendung als Ziersträucher. In Mitteleuropa wachsen sie in mildem Weinklima als attraktive Mittelmeerpflanzen im Freien. Meistens sind sie Kübelpflanzen. Ihre duftenden Blütenbüschel erhöhen zunehmend ihre Beliebtheit.

Pflege/Schnitt

Die Sträucher benötigen an ihrem Naturstandort keine besondere Pflege. In Mitteleuropa bevorzugen sie als Freilandpflanzen einen warmen, sonnigen und geschützten Standort. Gut drainierte Erde aus Sand, Lehm, Kalkstein und Nährstoffen bietet gute Wachstumsbedingungen. Als Kübelpflanzen wachsen sie in guter Pflanzenerde, mit Ton und grobem Sand angereichert. Notwendig ist ein guter Wasserabzug. Zum Vegetationsstart benötigen sie Dünger. In Pflanzgefäßen brauchen sie regelmäßig Wasser. Ein Schnitt ist nicht notwendig, zur Erziehung einer schönen Form aber möglich. Strenge Schnitte sind weniger gut verträglich. Die Pflanzen überwintern in einem frostfreien und hellen Raum. Häufiges Lüften fördert die Stabilität und Gesundheit.

Krankheiten/Schädlinge

Wie bei anderen hartlaubigen Pflanzen, sind Schild- und Schmierlaus oder Weiße Fliege im Winterquartier problematisch. Ein Schnitt der nicht verholzten Triebe vor dem Winterquartier reduziert den Befall mit Schadinsekten. Eine regelmäßige Kontrolle der Zweige und Blätter ist notwendig.

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