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Eigenschaften

  • mehrjährige, ausdauernde Pflanzen
  • krautiger, buschiger Wuchs
  • intensives Pilzaroma der Blätter
  • nicht winterhart
  • geringer Pflegeaufwand

Rungia

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Die Pflanzengattung Rungia, bot. Rungia, gehört zur Familie der Akanthusgewächse (bot. Acanthaceae) und der Ordnung der Lippenblütlerartigen, bot. Lamiales. Sie umfasst mehr als 70 Arten, deren Vorkommen sich auf Gebirgslagen in Papua-Neuguinea und begrenzte Gebiete Australiens beschränkt. Rungia-Gewächse sind mehrjährige, ausdauernde Kräuterpflanzen. Ihre Blätter besitzen einen pilzähnliches Aroma. Sie sind für das Zubereiten von Salaten und anderen Gerichten beliebt.

Das typische Pilzaroma gab den exotischen Gewürzpflanzen den Beinamen Pilzkraut (englisch Mushroom Plant). Pflanzen der Gattung Rungia stellen bei entsprechenden klimatischen Bedingungen keine hohen Ansprüche an den Standort. Kulturformen sind in vielen Gebieten Südostasiens anzutreffen. In Asien tragen die Gewächse die Namen Kenkaba, Moku, Malomalo, Shombay und Tani. Im mitteleuropäischen Raum lassen sich Rungia-Pflanzen unter sorgfältigem Frostschutz im Garten und in Töpfen kultivieren.

Blatt

Die glänzenden Blätter der Rungia-Gewächse sind lanzettlich und glattrandig. Sie erreichen eine Länge von sechs bis acht Zentimetern und wachsen kreuzgegenständig. In direkter Sonne bleibt das Laub kleiner als in schattigen Lagen. Ein hoher Chlorophyll-Gehalt ist der Grund für die dunkelgrüne Farbe der Blätter, die sich in der Mitte durch eine kräftige, gelbe Hauptader teilen. Die Dicke des knackigen, zart-fleischigen Laubes erinnert an Sukkulente. Rungia-Blätter besitzen einen typischen Pilzgeschmack, der dem Aroma von Champignons ähnelt. Sie sind reich an Beta-Carotinen, Vitamin C, Vitamin A, Eiweißen und Eisen.

Blüte

Pflanzen der Gattung Rungia blühen in der Kurztagsperiode, von Anfang Oktober bis in den Januar. Die anmutigen, zarten Blüten sind hellblau, tiefblau und violett gefärbt. Sie bilden am Ende der Sprossachse einen einseitwendigen Blütenstand mit zopf-förmig verschachtelten Blütenknospen aus. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus zwei Fruchtblättern. Rungia-Blüten erreichen eine Größe von zwei bis vier Zentimeter und sind zwittrig. Sie haben die Form von Lippenblüten mit deutlich verlängerter Unterlippe. Zauberhaft ist die intensivere, streifenförmige Färbung in der Blütenmitte. Rungia-Pflanzen bilden zygomorphe Blüten aus, die aus zweiseitig symmetrischen, spiegelgleichen Hälften bestehen.

Frucht

Nach Ende der Blütezeit bilden Rungia-Gewächse sogenannte Klausen-Früchte aus. Das bezeichnet eine spezielle Form der Zerfall-Früchte, die vor allem bei Lippenblütlern vorkommen. Nach dem Reifen zerfallen die Früchte durch das Spalten der Scheidewände. Es fallen einsamige Teilfrüchte, die Klausen, heraus. Die Klausen-Früchte von Rungia-Pflanzen enthalten wenige Teilfrüchte.

Wuchs

Die krautigen, buschigen Gewächse der Gattung Rungia sind ausdauernd und mehrjährig. Sie bilden einen kriechenden Wurzelstock aus. In ihrer subtropischen Heimat gelten die langsam wachsenden Pflanzen als Bodendecker. Kultur-Pflanzen erreichen in Mitteleuropa bei aufrechtem, wenig sparrigem, zum Teil überhängendem Wuchs eine Höhe von 40 bis 80 Zentimetern.

Standort

Die Pflanzengattung Rungia bevorzugt halbschattige bis sonnige, geschützte Standorte mit hoher Luftfeuche. An halbschattigen Plätzen gedeiht das Laub der Gewürzkräuter besser und entwickelt sich größer. Ideal ist ein feuchter, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden mit einem pH-Wert unter 6,7. Die kalkintolanten Rungia-Gewächse gedeihen auch auf sandigem Boden. Kalkhaltige Böden behindern die Nährstoffaufnahme der Pflanzen. Pflanzen der Gattung Rungia vertragen keinen Frost. Bei einer Temperatur von unter 12°C stellen sie das Wachstum ein. Sie werfen das Laub ab, sobald die Temperatur Gefrierpunkt-Nähe erreicht. In Mitteleuropa ist wegen der Frostgefahr eine Kultur der Gewürzkräuter in Töpfen und Kübeln von Erfolg gekrönt. Bei Freilandkulturen ist wegen des buschigen Wuchses ein Mindestabstand von 30 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen einzuhalten.

Verbreitung

Ursprungsgebiet der Pflanzengattung Rungia ist Papua-Neuguinea. Im subtropischen Klima des Landes wachsen die Kräuter auf dem Hochland in einer Höhe von 1.000 bis 2.000 Metern. Sie sind dort als Gemüse auf großflächigen Feldern angebaut. Bedingt durch ihre Anpassungsfreude an unterschiedliche Bodenverhältnisse breiteten sich die Pflanzen nach Australien und Südostasien aus. Durch die in Mitteleuropa winterlichen Fröste, sind Rungia-Gewächse vornehmlich in Topfkulturen erfolgreich zu kultivieren.

Nutzung

Wegen des pilzartigen Geschmacks der Blätter sind Rungia-Arten vorzugsweise als Küchenkraut genutzt. Frische, knackige Rungia-Blätter dienen dem Verfeinern von Salaten, Suppen, Wok-Gerichten und zum Garnieren von Sandwiches. Empfehlenswert ist ein spinatähnliches Zubereiten der fleischigen Blätter, deren Pilzaroma sich beim Kochen intensiviert. In getrocknetem Zustand verlieren sie ihr delikates Pilzaroma. Der hohe Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen macht die Pilzkräuter zum wertvollen Nahrungsmittel beim Heilfasten. Der gesteigerte Chlorophyll-Anteil des Laubes hat eine blutreinigende und blutbildende Wirkung. Bestimmte Rungia-Arten sind in der asiatischen Medizin als Heilkräuter bei der Pocken-Therapie von Nutzen. Andere Arten dienen zum Kühlen nach Insektenstichen und als harntreibendes Mittel. Hierbei sind Pflanzen- und Wurzelteile von Nutzen. Die anmutigen Blüten der Rungia-Gewächse machen sie zu einer beliebten Zierpflanze. In Töpfen und Kübeln verleihen sie Garten, Balkon und Terrasse ein zauberhaft exotisches Flair.

Pflege/Schnitt

Hauptbestandteil der Pflege von Rungia-Pflanzen ist das regelmäßige Bewässern. Die Erde in Pflanztöpfen und Kübeln ist feucht zu halten. Die Pflanzen vertragen keine Staunässe. Ein Zusatz von Blähton zum Substrat beeinflusst den Wasserhaushalt der Gewächse positiv. Vorteilhaft sind regelmäßige Gaben von Kräuterdünger. Dafür kommen Flüssigdünger und Kompost in Betracht. Ausgewachsene Pflanzen düngt der sorgsame Gärtner im regelmäßigen Turnus von drei bis vier Wochen. Rungia-Gewächse tolerieren keinen Frost und sind nicht winterhart. Die kalte Jahreszeit verbringen sie in Gewächshäusern, Wintergärten oder hellen Kellerräumen. Ein guter Platz zum Überwintern von Topf-Kulturen sind Fensterbretter in Wohnräumen. Zierpflanzen überwintern idealerweise an Südfenstern, um die Blüte im Folgejahr zu sichern. Der Rückschnitt erfolgt durch die Ernte der fünf bis zehn Zentimeter langen Triebspitzen. Das fördert einen buschigen Wuchs der Pflanzen und ein schnelles Nachwachsen der Blätter. Besteht kein Bedarf zur Ernte, empfiehlt sich ein Rückschnitt bis auf 15 Zentimeter über dem Boden. Das Überwintern auf dem Fensterbrett ermöglicht das Ernten der schmackhaften Blätter auch im Winter. Rungia-Arten lassen sich nach dem Überwintern durch Stecklinge aus dem Rückschnitt nach dem Überwintern und durch Teilen des Wurzelstockes vermehren.

Krankheiten/Schädlinge

Rungia-Gewächse sind robust und widerstandsfähig. Es sind keine Krankheiten und Schädlinge bekannt, die die Pflanzen angreifen. Der aufmerksame Gärtner wirft einen sorgfältigen Blick auf die Unterseite der Blätter, an der sich von Zeit zu Zeit Läuse und Fliegenlarven festsetzen.

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