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Eigenschaften

  • dickfleischiges, meist stachelbewehrtes Laub
  • kräftig gefärbte Einzelblüten am Segmentrand
  • Nutz- und Zierpflanze mit teilweise essbaren Früchten
  • in Trockengebieten und in den Tropen verbreitet
  • beliebte Zierpflanzen

Opuntien

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Opuntien (bot. Opuntia) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kakteengewächse. Sie teilt sich in 190 Arten und ist damit die artenreichste Gattung innerhalb dieser Pflanzenfamilie. Die Opuntien wachsen vor allem in Nord- und Südamerika sowie in der Karibik. Die größte Artenvielfalt, knapp die Hälfte aller Opuntien-Arten, wachsen in Mexiko.

Durch den enormen Artenreichtum und die aztekische Legende, spielt die Opuntia in Mexiko eine bedeutende Rolle. Auf einer Opuntie sitzend, kämpften laut Überlieferung ein Adler und eine Schlange. Diesen Legendenauszug hat Mexiko in sein Wappen übernommen. Einige Arten sind seit der Zeit der Paracas-Kultur als Nutzpflanze geschätzt. Die Triebe sind als Nähr- und Futtermittel bedeutend. Aus Opuntien lässt sich der rote Farbstoff Cochenille gewinnen und kultivieren. Die meist stachelbewährten oder behaarten Pflanzen wachsen als Strauch oder Baum. Sie bilden Matten oder Haufen und erreichen eine Höhe von bis zu zehn Metern. Ihre starke Verzweigung ist ein typisches Merkmal der Opuntia. Die einzelnen Triebabschnitte sind gliederartig miteinander verbunden und bestehen aus blattähnlichen, abgeflachten Segmenten.

Blatt

Opuntia bilden kleine, dickfleischige und ungestielte Laubblätter aus. Diese sitzen vermehrt an den Außenkanten oder endständig an den blattähnlichen Segmenten der Pflanze. Das Laub der Opuntien ist konisch bis zylindrisch geformt und fällt frühzeitig ab. Bei vielen Arten wächst das Laub büschelförmig, seltener in einzelnen Blättern. Die Laubblätter sind mittel- bis dunkelgrün oder olivgrün. Da sie frühzeitig abfallen, sind sie unbedeutend.

Opuntien bilden 15 und mehr bis zu 17 Zentimeter lange Dornen. Nur wenige Arten sind unbewehrt oder auf ihrer Blattoberfläche nicht bestachelt, sondern behaart. Die meist gelben bis braunen Dornen sind nadelförmig spitz und verfärben sich im Alter. Während die jungend Dornen dunkel sind, weisen ältere Dornen eine graue bis dunkelbraune Farbe, oftmals mit hellerer Spitze, auf.

Blüte

Bei den meisten Arten ist die Blüte zweigeschlechtig und wächst an den Rändern der Triebabschnitte. Meist stehen sie einzeln, seltener in gruppiert angeordnet. In der Farbe sind die Blüten der Opuntia variabel. Im Außenbereich sind die Blüten gelb bis grün, an den Rändern färben sie sich orange, rosa, blassgelb oder violett. Seltener bilden Opuntien weiße oder andersfarbige Blüten aus.
Die Blüte ist kugel- bis kreisförmig und mit blattähnlichen Schuppen besetzt. Eine Blütenröhre ist nicht vorhanden. Die meist gelben oder grünen Staubblätter ordnen sich kreis- bis spiralförmig um den Griffel an. Beim Berühren krümmen sich die Staubblätter und richten sich zum einfachen, hohlen und meist grün oder gelben Griffel aus. Die Nabe ist breitblättrig und ragt über den Griffel hinaus.

Frucht

Opuntien bilden beerenförmige Scheinfrüchte. Die bekannteste essbare Frucht dieser Pflanzen ist die Kaktusfeige. Die Früchte sind meist gestielt und stehen einzeln. Seltener sind sie in kleinen Gruppen angeordnet. Die beerenartigen Früchte platzen nicht auf und erreichen eine Länge von einem bis zu zwölf Zentimetern.
Im Durchmesser erreichen die Früchte artabhängig zwischen knapp einem und bis zu zwölf Zentimeter. Sie sind keulenförmig, zylindrisch, eiförmig oder verkehrt-eiförmig bis rund. Die Oberfläche der Früchte ist glatt oder höckerig und bei einigen Arten auf der Schale bedornt. Die Frucht der Opuntien ist entweder fleischig saftig oder trocken. Fleischige Früchte sind grün, gelb, rot oder violett. Trockene Früchte sind an ihrer gelblich braunen bis grauen Farbe erkennbar.

Wuchs

Die Opuntia wächst strauch- bis baumförmig und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zehn Metern. Je nach Art ist der Wuchs kriechend oder aufrecht, verzweigt oder haufenbildend. Baumartig wachsende Vertreter bilden einen hohen Stamm in länglich-runder Form aus. Bei strauchförmigen Arten gibt es keinen Stamm und die fleischigen Laubblätter wachsen direkt über dem Erdreich.

Standort

Opuntien bevorzugen einen hellen, sonnenverwöhnten und luftigen Standort. Der nährstoffreiche Boden ist während der Wachstumsphase feucht, während der winterlichen Ruhephase trocken von Vorteil. Staunässe schätzt die Pflanze nicht. Trockene Wärme ist ideal, wodurch Opuntia vor allem in den Trocken- und Halbtrockengebieten Nord- und Südamerikas wächst.
Je geringer die Luftfeuchtigkeit ist, umso häufiger blühen die Arten der Opuntia. Die natürlichen Vorkommen sind in tropischen und gemäßigten Zonen besonders artenreich, da sie dort die besten Lebensbedingungen vorfinden.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Opuntien erstreckt sich vom Süden Kanadas bis in die südlichen Lagen Argentiniens. In der Karibik, auf den Galapagos-Inseln, im Mittelmeerraum, in Südafrika und in Australien wachsen Opuntien. Von der Höhe des Meeresspiegels bis in Höhen 4700 Metern über dem Meeresspiegel finden die Pflanzen optimale Verhältnisse. Besonders artenreich ist Opuntia in Mexiko vertreten. Hier sind 75 Arten zu finden.

Nutzung

Vor allem in Mexiko sind die Pflanzen der Opuntia eine vielseitig verwendete Nutzpflanze. Die Früchte und Pflanzentriebe vieler Arten sind essbar. Opuntien sind Lebens- und Futtermittel sowie eine traditionelle Färberpflanze. Die jungen Triebabschnitte spielen in der Naturheilkunde eine nicht zu unterschätzende Rolle. In Mitteleuropa haben sich Arten der Opuntia als Zierpflanze etabliert und wächst in Blumentöpfen und Pflanzkübeln.

Pflege/Schnitt

An die Pflege stellen Opuntien keine großen Anforderungen. Während der Wachstumsphase benötigt die Pflanze regelmäßig und ausreichend Wasser. In den Wintermonaten ruhen Opuntien und schätzen einen trockenen Boden. Die sonnenliebende Pflanze bevorzugt die hellen Bereiche. Beim Überwintern in der Garage oder im Keller ist zusätzliches Licht nötig. Ein Rückschnitt oder Formschnitt ist nicht nötig. Lediglich abgestorbene Pflanzenteile entfernt der Gärtner vorsichtig, ohne die intakten Segmente der Pflanze zu verletzen.

Krankheiten/Schädlinge

Bei richtiger Pflege ist die Opuntia nicht krankheitsanfällig. Probleme durch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten entstehen, wenn zu viel bewässert und der Boden zu feucht gehalten wird. Blattläuse und Spinnmilben siedeln sich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit auf den Segmenten und in den Blattachseln an. Blattlausbefall erkennt der Gärtner an einem schmierigen, klebrigen oder watteartigen Belag.

Bei zu feuchtem Bodengrund neigen Opuntien zur Wurzelfäule. Tropft Feuchtigkeit von den fleischigen Blättern oder verfärben sich die Segmente braun, sind faulende Wurzeln die Ursache. Bei einem durchlässigen und nicht zu nassen Boden besteht diese Gefahr nicht. Die stachelbesetzten Segmente halten Fressfeinde fern. Häufiger treten Pilzerkrankungen oder Pflanzenschäden, die durch die Eiablage von Fliegen entstehen, auf. Regelmäßige Kontrolle hält die Opuntia gesund.

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