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Eigenschaften

  • auf der Mittelrippe des Blatts aufsitzende Blüten
  • dunkle Beerenfrüchte
  • wachsen als Sträucher oder kleine Bäume
  • verbreitet im Himalaya und Ostasien
  • bevorzugen Halbschatten bis Schatten, winterhart

Helwingie

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Helwingia stellen die einzige Pflanzengattung in der Familie der Helwingiaceae dar. Sie steht innerhalb der Ordnung der Stechpalmenartigen (bot. Aquifoliales). Die Gattung Helwingia umfasst vier verschiedene Arten, die ihren Ursprung in Ostasien und im Himalaya haben. Ihren Namen erhielt die Gattung Helwingia zu Ehren des Botanikers Georg Andreas Helwing aus Ostpreußen.

Das Charakteristikum der Gattung sind die außergewöhnlichen Blütenstände, die direkt auf der Blattspreite erscheinen. Hier präsentieren sich nach der Reife tiefschwarze, auffällige Beeren. Die Helwingien sind damit aufsehenerregende Raritäten. Die in unseren Breiten bekanntesten und beliebtesten Arten sind die Japanische Helwingie (Helwingia japonica) und die Chinesische Helwingia (Helwingia chinensis). Sie bereichern mit ihrer einzigartigen Optik nicht nur ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete, sondern auch unsere heimischen Gärten.

Blatt

Die Laubblätter der Helwingia stehen wechselständig. Sie bestehen aus Blattstiel und Blattspreite (Lamina). Die Lamina ist einfach; ihr Rand besitzt kleine Drüsen und ist gekerbt oder gesägt. Die Adern der Blätter sind fiederförmig verzweigt. Pro Blatt bilden Helwingien zwei Nebenblätter aus. Diese sind kleiner als die Hauptblätter, weisen einen gefransten Rand auf und fallen früher von der Pflanze ab. Die Blätter erreichen eine Länge bis sechs Zentimeter und eine Breite zwischen zwei und drei Zentimetern.

Blüte

Ausschlaggebend für den Umstand, dass die Pflanze stetig beliebter wird, sind ihre einzigartigen Blüten, die auf der Mittelrippe der Blätter aufsitzen. Dadurch zeigen die Blätter ein charakteristisches Bild, das in der Natur äußerst selten ist. In den Blattachseln der Tragblätter entwickeln Helwingien ihre Blütenstände. Das Anordnen der Blüten beginnt mit dem Verwachsen in den Primordien der Blätter und Blüten. Das Primordium ist das Pflanzengewebe, aus dem sich Blätter, Blüten oder Wurzeln einer Pflanze entwickeln. Die Blüten versorgt ein Gefäßbündel, das der Sprossachse zugewandt sitzt (adaxial) und aus der Basis des Stiels herauswächst.

Alle vier Helwingien Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Ihre Blütenstände sind Zymen. Wenn ein bestimmter Verzweigungsmodus an Blütenständen auftritt und die jeweilige Hauptachse in einer Blüte zuläuft, nennt der Blütenstand sich zymös oder Zyme. Helwingien bilden drei bis vier, seltener fünf Kelchzähne und jeweils genau so viele Kronblätter. Diese sind in der Farbe grün bis purpur-grün. Die männlichen Blüten der Helwingia wachsen zu mehreren (drei bis zwanzig) in einem Blütenstand. In ihnen stehen drei bis vier Staubblätter in einem Kreis zusammen. Sie stehen abwechselnd zu den Kronblättern. Das Öffnen der Staubbeutel erfolgt durch deren Längschlitze.

Die weiblichen Blüten der Helwingien entwickeln sich einzeln oder zu viert und stehen in einem Blütenstand zusammen. Sie besitzen zwei bis vier Fruchtblätter, die zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Blüten haben auffällig kurze Griffel. Jedes Fruchtblatt ergibt später eine unvollkommene Samenanlage. Diese besitzt einen schwach ausgeprägten Nucellus (Kern), der zur Zeit der des Befruchtens geschwunden ist. Das ist charakteristisch für diese Form von Samenanlagen (tenuinucellate). Helwingia Blüten besitzen eine trockene Narbe mit drei bis vier, seltener fünf Narbenlappen.

Frucht

Helwingien bilden als Frucht Beeren aus, die Steinfrüchten ähnelt. Sie sind leicht rund und in der Farbe grün, wenn sie unreif sind. Zur Zeit der Reife erreichen sie eine rote bis tiefschwarze Farbe. Die Früchte besitzen wenig Steine oder Kerne und weisen eine dünne Samenschale auf. Das Endosperm des Samens erscheint durch faltenartiges Gewebe des Kerns der Samenanlage zerfurcht. Das Endosperm ist einer der drei typischen Teile eines Samens. Es umgibt den Embryo und ist umgeben von der Samenschale. Die Früchte sitzen - wie zuvor die Blüten - auf den Mittelrippen der Helwingien-Blätter. Sie sind damit ein Blickfang zur Reife im Herbst und dienen Vögeln als Nahrungsquelle.

Wuchs

Alle Arten aus der Gattung Helwingia sind immergrün oder laubabwerfend. Sie wachsen als Sträucher oder kleine Bäume. Sie erreichen eine Wuchshöhe zwischen einem und zwei Metern, seltener bis zu acht Metern. Sie erreichen eine Wuchsbreite zwischen 80 und 120 Zentimetern. Die Pflanzen wachsen in einem Jahr zwischen zehn und fünfzehn Zentimeter. Helwingien sind winterhart und vertragen Temperaturen bis -23° C.

Standort

Helwingien-Arten bevorzugen einen halbschattigen Standort. Auch kommen sie an einem schattigen Standort gut zurecht. Sie wachsen gerne auf frischen Böden, die sandig-lehmig, sandig-tonig oder kiesig-lehmig sind.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich zwischen dem Himalaya und dem östlichen Asien. Die vier Arten von Helwingia zeigen ihr Vorkommen in China, Nordindien, Japan, Bhutan, Thailand, Südkorea, Nepal sowie im nördlichen Myanmar und Vietnam. In europäischen Breiten finden sich die Pflanzen in kultivierter Form. Dabei handelt es sich lediglich um die Japanische und die Chinesische Helwinigie.

Nutzung

Helwingien finden in heimischen Gärten und Parks immer öfter Einsatz als Zierpflanze in Gehölzrabatten oder als Solitärpflanze. Sie weisen einen hohen Seltenheitswert auf. Durch ihre auffallenden Blüten und ihren beeindruckenden Fruchtstand bieten sie einen besonderen Anblick. Im Herbst sind sie bei heimischen Singvögeln beliebt, denen die gut sichtbaren Beeren als Nahrung dienen.

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