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Eigenschaften

  • ausdauernd, teilweise verholzend
  • immergrün, silbrige Blätter
  • viele Blüten
  • keine Fressfeinde
  • Würz- und Heilmittel, Tee, Duftstoff

Heiligenkraut

Gattung Santolina ab €5.00 kaufen
     
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Pflanzen der Gattung Heiligenkraut (bot. Santolina) sind ausdauernde Halbsträucher und zählen zu den Bedecktsamern. Sie sind Teil der größten Pflanzengruppe der Eudikotyledonen in der Untergruppe der Euasteriden II. Nach der Pflanzenentwicklung gehören sie in die Ordnung der Asternartigen (Asterales). Ihre Familie sind die Korbblütler (Asteraceae). Die umfangreiche Familie gliedert sich weiter auf in Unterfamilien. Das Heiligenkraut zählt zur Unterfamilie Asteroideae. Bei der genaueren Eingrenzung der Korbblütler hilft ein Tribus. Diese Zwischenstufe zwischen Unterfamilie und Gattung gliedert Santolina in den übergeordneten Tribus Anthemideae ein.

Es sind eine Vielzahl von Santolina-Arten bekannt. Anerkannt sind rund 24 Arten. Ein großer Teil ist in zwei Sammelarten zusammengefasst. Außerhalb der Sammelarten sind zwei Arten aus Marokko und drei Arten aus Spanien aufgeführt. Die Sammelart Santolina chamaecyparissus agg. umfasst zwölf Arten. Darunter sind das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus L.) und das Santolina virens Mill. Die Sammelart Santolina rosmarinifolia agg. steht für sieben Arten. Darunter befindet sich das Rosmarinblättrige Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia L.).

Blatt

Die Arten der Santolina bilden Laubblätter. Manchmal snd sie mit Stiel, manchmal nicht. Die Blattspreite ist überwiegend gefiedert und wirkt bei allen Arten filigran. Manche Blätter sind fein, schmal und leicht gezähnt. Oft sind Stängel und Blätter leicht behaart. Die Blattfarbe reicht von silbrig bis grün. Die Blätter stehen wechselständig und bleiben ganzjährig am Stängel. Das Grüne Heiligenkraut oder Olivenkraut (Santolina rosmarinifolia ssp. Rosmarinifolia) schmückt sich ganzjährig mit graugrünen Blättern. Das Rosmarinblättrige Heiligenkraut hat sehr schmale, nadelartige Blätter. Sie verströmen einen leicht süßlichen Duft. Alle Heiligenkräuter besitzen duftende Blätter. Überwiegend ist der Duft herb aromatisch.

Blüte

Die Blütenstände sind Körbchen. Sie sind scheibenförmig und erreichen einen Durchmesser von sechs bis zehn Millimeter. In Ausnahmefällen haben sie eine Breite von zwölf Millimetern. Die Blüten bilden sich aus 18 oder mehr ungleichen Hüllblättern. Manche Arten haben 45 Hüllblätter. Sie stehen überwiegend in drei Reihen. Manchmal sind es bis zu fünf oder mehr Reihen. In den Blütenkörben sind ausschließlich Röhrenblüten enthalten. Sie sind zwittrig und fertil (fruchtbar). Meistens besitzen sie geflügelte Kronröhren, die leicht zusammengedrückt erscheinen. Das Farbspektrum reicht von weißlichem Gelb bis zu leuchtendem Sonnengelb. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und Ende August.

Frucht

Die Früchte (Achänen) bilden sich aus dem unterständigen Fruchtknoten und sind drei- bis fünfrippig. Sie ähneln kleinen Nüssen, sind unbehaart und besitzen keinen Pappus (Haarschopf). An der Spitze sitzt ein einseitiger Anhang. Er bildet sich aus der Kronröhre.

Wuchs

Heiligenkräuter erreichen bis sechzig Zentimeter Höhe. Sie sind ausdauernd, wachsen meist aufrecht und stark verzweigt. Manche Arten entwickeln sich überhängend oder liegen mit ihren Trieben auf der Erde. Die neuen Triebe sind weich. Während die unteren Teile der Stängel verholzen, sterben die oberen, weichen Sprossteile zum Vegetationsende ab.

Standort

Der Habitus der Pflanzen gibt Aufschluss über ihre Lieblingsstandorte. Die oft grauen, filzig behaarten, schmalen Pflanzenteile lieben die volle Sonne. Sie bevorzugen die trockenen, warmen bis heißen Plätze, karge Böden mit sandigem und steinigem Untergrund. Auch kalkhaltige Böden sind beliebt. Feuchte Stellen und humose Böden behagen den Pflanzen nicht. Im Halbschatten entwickeln sie keine Blüten. Aufgrund ihrer Vorlieben eignen sie sich sehr gut zur Bepflanzung von trockenen Lagen und Dachgärten.

Verbreitung

Die Heiligenkräuter sind in der Mittelmeerregion beheimatet. Das Rosmarinblättrige Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia L.) stammt aus Portugal und Spanien. Das Grüne Heiligenkraut (Santolina virens oder Santolina viridis) wächst ursprünglich in Spanien und Frankreich. Auf Ibiza, Mallorca und Menora hat sich eine eigene Art entwickelt. Auf Sardinien und Korsika oder in Italien und Portugal sind weitere Unterarten entstanden. Ihre natürlichen Vorkommen liegen in den trockenen Vegetationszonen, der Macchia. Das Heiligenkraut, Santolina, steht neben Stechginster, Disteln, Lavendel, Myrte oder Baumheide in duftenden Pflanzenteppichen zusammen. Die Verbreitung erfolgt durch Samen. Manchmal entwickeln sich am Standort aus Absenkern neue Pflanzen. Im Anbau entstehen die Pflanzen häufig aus Stecklingen der Triebspitzen.

Nutzung

Heiligenkräuter sind seit dem 18. Jahrhundert bekannt und beschrieben. Seit dem 19. Jahrhundert sind sie beliebte Zierpflanzen in Gärten. In England formten die kleinen Halbsträucher lange Zeit blühende und duftende Beeteinfassungen. Sie lieferten gleichzeitig reichlich Material für Tee und Aufgüsse. Häufig waren sie der grau- oder silberfarbene Akzent in den Knotenbeeten. Dafür wurden Kräuter oder kleine Sträucher mit unterschiedlichen Blattfarben so angepflanzt, dass sie knotenartige Muster ergeben.

Häufig anzutreffen ist das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus). Auch nennt es sich Silberblättriges Heiligenkraut oder Zypressen-Heiligenkraut. Das würzige Aroma von Blüten und Blättern verleiht Salaten oder salzigen und süßen Brotaufstrichen eine pikante Note. Frische oder getrocknete Blätter und Blüten ergeben einen anregenden Tee.

Alle Arten der Heiligenkräuter halten ungeliebte Insekten von der Kleidung fern. Vor allem die Blüten vertreiben Mehlmotten und Obstfliegen aus Küchen. In Räumen sorgen Trockensträuße für dezenten Duft.

Die Pflanzen sind in keinem Teil giftig. Heiligenkraut enthält in Blättern und Blüten ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe und Harze. Der Anteil der Inhaltsstoffe ist in den oberen, frischen Sprossteilen am höchsten. Die Ernte liegt in der Blütezeit. Tee aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen löst Magenkrämpfe. Als Badezusatz wirkt der Tee beruhigend auf die Haut. Die ätherischen Öle mildern den Juckreiz bei Insektenstichen. Als Aufstrich dient ein Brei aus zerstoßenen oder gemahlenen Pflanzenteilen. In der Naturheilkunde sind weitere Anwendungen des Heiligenkrauts, einschließlich der Samen, in Gebrauch.

Pflege/Schnitt

Am idealen Standort benötigt die Pflanze wenig Pflege. Zur Erhaltung eines buschigen Wuchses erfolgt ein Rückschnitt nach der Blüte. Die Pflanzen vertragen einen starken Rückschnitt zur Verjüngung. Dieser erfolgt im Frühjahr nach den Eisheiligen und vor der Wachstumsperiode. In die bereits verholzten Triebe ist nicht zu schneiden. In weniger milden Regionen benötigt die Pflanze bei Kahlfrösten einen Winterschutz aus Reisig.

Krankheiten/Schädlinge

Alle Arten von Heiligenkraut sind von Schnecken gemieden. Zu nasse und dunkle Standorte führen zum Verkümmern und Absterben der Pflanze. Sie ist gegen Stadtluft immun und wächst ausreichend an stark befahrenen Straßen.

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