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Eigenschaften

  • immergrün oder sommergrün
  • krautig wachsend
  • mäßig winterhart
  • lieben Trockenheit, Sonne, Wärme
  • Insektenweide

Brandkräuter

Gattung Phlomis ab €3.70 kaufen
     
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Die Pflanzen der Gattung Brandkräuter (bot. Phlomis) sind meistens ausdauernde krautige Pflanzen. Manchmal wachsen sie als Halbsträucher oder Sträucher. Als zweikeimblättrige Bedecktsamer gehören sie zur Klasse Eusteriden I in der Basisordnung der Eudikotyledonen.

Ihre Familie sind Lippenblütler (Lamiaceae) in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Sie sind zusätzlich untergliedert in die Tribus Lamieae der Unterfamilie Lamioideae. Nach den alten Systematiken zählen zwischen neunzig und einhundertsiebzig Arten zur Gattung. In der aktuellen Ordnung gehören einundneunzig Arten mit Unterarten dazu. Einige Arten wurden anderen Gattungen zugeordnet oder sind keine eigenständigen Arten mehr. Die neue Ordnung stammt aus dem Jahre 2009, veröffentlicht von der Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Die Blätter sind ungeteilt und überwiegend eiförmig. Das obere Ende ist mehr oder weniger deutlich zugespitzt. Die Ränder sind entweder ganz, gekerbt oder gezähnt. Die Blätter sind gegenständig angeordnet. Ihre Oberseite wirkt manchmal wellig oder gefurcht. Der Mittelnerv ist ausgeprägt. Bei manchen Arten treten die Blattnerven auf der Unterseite deutlich hervor. Je nach Art sind die Blätter unterschiedlich filzig behaart.

Die Struktur besteht aus sternartigen oder bäumchenartigen Gebilden (Trichome). Sie sind hohl und entstehen aus den epidermalen Zellen. Je trockener der Standort ist, desto dichter stehen die Trichome. Die verzweigten Haare sorgen für eine erhöhte Lichtbrechung. Dadurch reduziert sich die Temperatur im Blatt. Einige Arten besitzen zusätzlich Drüsenhaare. Die Blätter wirken durch diese Haare oft graugrün. Silbrig-graue Blätter sind verbreitet. Manche Arten entwickeln Blattlängen von bis zu dreißig Zentimeter.

Blüte

Die Blütenkrone ist spiegelbildlich (zygomorph) aufgebaut. Die Blüten sind fünfzählig und haben eine doppelte Blütenhülle. Fünf Kelchblätter sind glockenförmig zur Röhre verwachsen. Die Kronblätter bilden eine zweilippige Krone. Die Oberlippe ist helmförmig aufgeblasen. Die Unterlippe besteht aus drei Lappen und steht ab. Der Mittellappen ist deutlich größer als die zwei Seitenlappen. Die Seitenlappen sind klein und wirken stumpf. Die Blüte hat vier fruchtbare Staubblätter. Auffallend ist das abwärts gerichtete Zähnchen an den Staubblättern.

Die Blüten stehen in Scheinquirlen mit wenigen oder vielen Blüten. Bei einzelnen Arten setzen sich die Quirle aus bis zu vierzig Blüten zusammen. Die Blüten sitzen direkt am Stängel. Die Quirle bestehen zusätzlich aus Halbquirlen, die ungestielt am Stängel sitzen. Die Scheinquirle stehen bei manchen Arten dicht beieinander, bei anderen Arten sind weit voneinander entfernt. Manchmal sind eiförmige Vorblätter vorhanden. Die Blüten sind überwiegend groß und auffällig in den Farben rosa, lila oder gelb. Hauptblütezeit sind Juli und August.

Frucht

Der Fruchtknoten ist oberständig und besteht aus zwei Fächern. Eine falsche Scheidewand trennt ihn in vier Kammern (Klausen). Die dreikantige Klausenfrucht hat ein stumpfes Ende und eine kahle oder behaarte Oberfläche. Sie zerfällt entlang der Scheidewände in vier einsamige Teilfrüchte. Die Früchte bleiben über Winter am Stängel.

Wuchs

Die ausdauernden Pflanzen sind immergrün oder laubabwerfend. Manche Arten bilden Ausläufer, manche wachsen flach und bilden Teppiche. Ihre Höhe variiert. Die krautigen Arten entwickeln aus ihren Wurzelstöcken behaarte Stängel bis zu einem Meter. Manche Sträucher wachsen bis zu zwei Meter hoch.

Standort

Die Pflanzen stehen auf trockenen sandigen Flächen an sonnigen Stellen. Sie bewachsen Geröllhänge und Gehölzränder.

Verbreitung

Phlomis haben sich in trockenen Klimazonen Europas und Kleinasiens entwickelt. Verbreitet sind Arten in Syrien. Einzelne Arten sind in Tibet oder im Maghreb oder auf der Sinai-Halbinsel Zuhause. Mehrere Arten stammen aus dem östlichen Mittelmeerraum. Aus der Türkei sind verschiedene heimische Arten bekannt. Phlomis amanica oder Phlomis angustissima kommen nur in bestimmten Regionen der Türkei vor. Das Verbreitungsgebiet für das Kaschmir-Brandkraut ist sehr groß. Es reicht von Afghanistan bis zum Himalaja.

Bei einzelnen Arten sind Unterarten anerkannt. Das Wind-Brandkraut hat fünf Unterarten. Jede Unterart hat sich in einer anderen Region entwickelt. Das Filzige Brandkraut ist in Portugal, Spanien und Frankreich in den trockenen Regionen Zuhause. Eine Art des Brandkrauts kommt ausschließlich auf Zypern, eine andere auf Kreta vor. Als Kulturflüchtlinge aus dem Zierpflanzenanbau hat sich das Strauchige Brandkraut auf der Krim und in Transkaukasien sowie in Spanien verbreitet.

Nutzung

Das Brandkraut ist als Zierpflanze in die Gärten gekommen. Wenige Arten zieren häufig die Staudenbeete. So wie das Russel Brandkraut. Dessen Blüten sind hellgelb bis zu kräftigem Gelb. Die Scheinquirle sind in fast gleichmäßigen Abständen entlang der Stängel angeordnet. Das Filzige Brandkraut überzeugt mit lockerem Aufbau und sattgelben Blütenständen. Das Purpurfarbene Brandkraut hat elegante lange Stängel mit schön behaarten Blättern. Die Blüten stehen in Scheinquirlen mit wenigen rosa Blüten in größerem Abstand. Das Wind Brandkraut bietet interessant genarbte Blattoberflächen, verzweigte Stiele und kräftig rosafarbene Blüten. Das Samos Brandkraut wirkt filigran mit dichten, rosafarbenen Blütenständen. Die Blüten öffnen sich nach und nach. Einige Sorten betonen die Blütengröße oder die Blütenfarbe.

Durch ihre unterschiedliche Gestalt sind Brandkräuter vielfältig einsetzbar. Arten mit großem, dichtem Blattwerk ergeben schöne Randgestaltungen an großen Rabatten. Als kleine Gruppen übernehmen sie im August den Blütenaspekt in den lichter bewachsenen Staudenbeeten. Zwischen Obstbäumen und Ziersträuchern übernehmen sie die Rolle des Bodendeckers. Auf lockeren, steinigen Flächen wachsen unterschiedliche Arten Phlomis. Mit verschiedenen Blattformen und -größen, unterschiedlicher Gestalt und rosa oder gelben Blüten bilden sie ein schönes Beet. Die Samenstände der Arten haben einen hohen Zierwert in den Wintermonaten und sind in Trockensträußen interessant. Zusätzlich bieten solche Pflanzungen ein gutes Nahrungsangebot für Bienen und Hummeln.

Pflege/Schnitt

Die gärtnerisch verwendeten Arten stammen aus wärmeren Klimazonen. Vor allem die Winter sind dort mild. Auch in den Gärten bevorzugen die Brandkräuter warme und sonnige Plätze. Notwendig ist ein guter Wasserabzug. Unter diesen Voraussetzungen benötigen die Pflanzen keine weitere Hilfe. An günstigen Stellen vermehren sich die Brandkräuter durch Ausläufer. Manche Sorten entwickeln reichlich Samen. Sie verbreiten sich auf schlecht zugänglichen Stellen selbst.

In wintermilden Zonen, im milden Weinklima, überstehen die Pflanzen den Winter unbeschadet. In ungünstigen Lagen ist ein Winterschutz notwendig. Trockene Laubblätter und Fichten- oder Tannenreisig schützen vor starkem Frost und vor Austrocknen. Der Rückschnitt trockener Stängel und Blätter erfolgt im Frühjahr. Etwas Kompost vor dem Saisonstart unterstützt das Wachstum.

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