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Eigenschaften

  • anspruchslos, pflegeleicht
  • schnellwüchsig
  • benötigt viel Wasser und Nährstoffe
  • mehrjährig ausdauernd
  • mäßig winterhart

Arundo

Gattung Arundo ab €9.20 kaufen
     
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Die Pflanzengattung Arundo (deutsch: Riesenschilf, Pfahlrohr, Spanisches Rohr) ist der Familie Süßgräser (bot. Poaceae) zugehörig. Arundo steht in einer Verwandtschaftsgruppierung mit der Unterfamilie der Gräser (botanisch: Arundinoideae), zu welcher beispielsweise auch Schilfgras (Gattung Phragmites) zählt.

Innerhalb der Gattung Arundo gibt es lediglich eine Art. Von dieser sind drei Varietäten (Unterarten/-formen) definiert. Woher die Pflanzengattung stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Als wahrscheinliche Ursprungszonen gelten die gemäßigten bis tropisch-warmen Gebiete Asiens, Indien sowie der Mittelmeerraum. Insbesondere die Griechen trugen zur Verbreitung des Riesenschilfs bei. Anfang des 19. Jahrhunderts schleppten Seefahrer die Pflanze auf den amerikanischen Kontinent ein. Von Kalifornien aus verbreitete sie sich rasant. Arundo zählt heute in den USA zu den weltweit schädlichsten invasiven (nicht heimische, durch menschliches Zutun angesiedelte) Pflanzen.

Blatt

Die kahlen Laubblätter haben eine lanzettlich-lineale Form mit rauem, scharfkantigem Rand. Sie sind grau- bis blaugrün gefärbt und längsgestreift. Jedes Blatt liegt zweilagig direkt am Halm. Die stängelumfassenden Öhrchen am Blattgrund besitzen eine gelbe, keilförmige Zone. Das Blatthäutchen (Lingua) auf der Innenseite der Blattscheide ist 0,7 bis 1,5 Millimeter lang. Die Blattspreite (Lamina) können 70 Millimeter bis drei Zentimeter Breite sowie eine Länge von dreißig bis sechzig Zentimeter erreichen.

Blüte

Arundo benötigt zuverlässig hohe Temperaturen, um ab August bis in den Spätherbst zu blühen. Ihre dicht verzweigten, rispigen Blütenstände mit einer Länge von dreißig bis siebzig Zentimetern stehen zu Blühbeginn aufrecht. Später hängen sie leicht über. An ihnen sitzen Ährchen, die je zwei bis fünf unscheinbare Einzelblüten enthalten. Alle Blüten sind zwittrig. Ihre lanzettlichen Deckspelzen haben eine grannenartig verlängerte Mitte. Sie sind mit seidigen, langen Härchen besetzt, die den Samen später als Flughilfe dienen. Die großen, anfangs rötlich-bräunlichen Rispen erscheinen zum Ende der Blütezeit cremefarben bis weiß.

Frucht

In der Natur vermehrt sich Arundo mithilfe des kriechenden Rhizoms oder ihrer eiförmigen, braunen Samen. Diese kornartigen Schließfrüchte (Karyopsen) sind einsamig und streuen sich mithilfe des Windes aus. Zuchtsorten, wie sie der Fachhandel anbietet, vermehren sich ausschließlich vegetativ über Wurzelteilung. Fällt der Sommer bei uns nicht warm genug aus, kommt die Pflanze gegebenenfalls nicht zur Blüte und entwickelt keine Samen.

Wuchs

Arundo ist eine krautige, ausdauernde Pflanzengattung mit kräftigem Wachstum. In Europa ist sie die größte der Süßgräser. Wuchshöhen von zwei bis über vier Meter sind möglich. In ihrem Erscheinungsbild erinnert die Pflanze an Schilf oder Bambus. Ihre Sprossachse ist einfach, straff aufrecht und erreicht Durchmesser von einem bis vier Zentimetern.

Nach der Wachstumsphase im ersten Jahr beginnen die Rohrstängel zu verholzen. Sie bildet (ähnlich wie Bambus) büschelige, kleine Zweige aus. Arundo besitzt ein dicht unter der Erdoberfläche kriechendes, knotiges und verholztes Rhizom (Sprossachsensystem). Über dieses breitet sich die Pflanze schnell weiter an ihrem Standort aus. In unseren Breiten sterben die oberirdischen Teile mit Beginn des Winters ab. Das Wurzelrhizom treibt im Frühling neue Halme aus.

Standort

Ideal für die Kultivierung im Garten sind sonnige bis vollsonnige Plätze. Vorteilhaft ist ein windgeschützter Standort in normalem bis leicht lehmigem, gleichmäßig feuchtem Boden. Kurzfristig wird Staunässe toleriert. Arundo ist ausdauernd mehrjährig und in unseren Breiten nur mäßig frosthart. Auf entsprechenden Winterschutz ist daher zu achten. Die Pflanze wird sich über ihr kriechendes Rhizom schnell auszubreiten. Sie hat im Garten daher einen entsprechend größeren Platzbedarf, der bei der Planung zu berücksichtigen ist.

Verbreitung

Die Gattung Arundo ist weit verbreitet in tropischen und subtropischen Klimazonen Amerikas, Europas und Ozeaniens zu finden. Südeuropäische Länder bauen sie als Nutzpflanze an. Vereinzelte Bestände kommen in freier Natur in Mitteleuropa vor.
Küstenstriche, Ufer von Weihern, Seen und Flüssen sowie Sümpfe zählen zu ihren bevorzugten Standorten. Einmal festgesetzt, breitet es sich rasch weitflächig über ihr Wurzelnetzwerk aus. In manchen Gebieten kommt die Pflanze sogar mit trockenem Boden zurecht und greift auf Kulturflächen über. In tropenwarmen Zonen mit bleibt das Riesenschilf ganzjährig grün.

Nutzung

In der Gartengestaltung ist Arundo beliebt, da sie leicht zu kultivieren und dekorativ ist. Am besten kommt die Pflanze in Kombination mit Gartenteichen oder Wasserelementen zur Geltung. Sie eignet sich als Dekorations-, Hintergrund- oder Begrenzungspflanze. Im Fachhandel finden sich Züchtungen mit Farbvarianten der Blätter und Blütenrispen.

Die starken Rohrhalme bieten vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, beispielsweise als Baumaterial, Wind-/Sichtschutzwände, Schilfrohrmatten, Stützstangen oder zum Zaunbau. Die Blätter eignen sich zum Flechten von Matten oder Körben. Musikinstrumente wie die Panflöte sind aus den stabilen Rohrstangen geschnitzt. Ebenso auch das Luftblatt im Mundstück zahlreicher Holzblasinstrumenten-Arten.

In der Landwirtschaft dienen die ganz jungen Blätter als Futtermittel. In jüngster Zeit steht sie aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit in der Diskussion über die Eignung zur Energiepflanze. Das Riesenschilf ist bedingt für die Papierherstellung brauchbar. Der getrocknete Wurzelstock von Arundo findet Anwendung in der Homöopathie, unter anderem zur Behandlung von Heuschnupfen.

Pflege/Schnitt

Arundo ist anspruchslos und pflegeleicht. Ideal für kräftiges, gesundes Wachstum ist nährstoffreicher, humoser Boden, der stets gleichmäßig feucht ist. In trockenen Phasen unterstützt regelmäßiges Gießen die Pflanze. Während des Winters ist für das Überleben entscheidend, dass das Wurzelwerk (Rhizom) nicht über längere Zeit durchfriert.

Die braunen, trockenen Halme bleiben als Kälteschutz über den Winter stehen. In sehr kalten Frostphasen schützen Reisig-, Mulch- oder Laubauflagen vor zu starkem Abfrieren. Geschnitten werden die Halme erst im Frühjahr nach den letzten Frösten. Die Zugabe von Kompost und organischem Dünger (beispielsweise Hornspäne) regen den Neuaustrieb der Pflanze an.

Etwa von März bis April ist der ideale Zeitpunkt für eine Neuanpflanzung. Eine Wurzelsperre bis mindestens fünfzig Zentimeter Tiefe ist empfehlenswert. Diese dämmt unkontrolliertes Ausbreiten zuverlässig ein. Alternativ ist regelmäßiges Abstechen mit dem Spaten möglich. Nennenswerte Krankheiten oder Schädlinge sind nicht bekannt.

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