Klassifikation

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  • Ordnung: Buchenartige
  • Familie: Gagelstrauchgewächse
  • Gattung: 2 Einträge
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Eigenschaften

  • ährige Blütenstände, die an Kätzchen erinnern
  • meist einfache und ganzrandige Blätter
  • Ölzellen und Drüsenhaare enthalten ätherische Öle
  • kommt sowohl in Feuchtgebieten als auch auf Trockenhängen vor
  • vielfältige Nutzungen als Nahrungsmittel und Gewürzpflanzen

Gagelstrauchgewächse

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Die Gagelstrauchgewächse (bot. Myricaceae) stehen in der Ordnung der Buchenartigen (Fagales). Insgesamt zählt die Familie drei Gattungen und rund 57 Arten. Der Gagelstrauch (Myrica gale) ist eine in Deutschland vorkommende Art dieser Familie.

Da die Gagelstrauchgewächse als Habitate an Feuchtgebiete wie Moore und Sumpflandschaften gebunden sind, geht ihr Bestand zurück. Größere Bestände gibt es in Mitteleuropa nur noch in geschützten Feuchtgebieten, ihr Lebensraum ist stark gefährdet. Innerhalb der Myricaceae wachsen die Pflanzen häufiger als Sträucher. Sie erreichen circa zwei Meter Wuchshöhe oder als seltenere Bäume Höhen von bis zu acht Metern. Sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Arten sind in der Familie zu finden.

Blatt

Die Laubblätter der Gagelstrauchgewächse sind entweder wechselständig oder spiralförmig angeordnet. Sie enthalten Ölzellen, in denen sich aromatisch duftende ätherische Öle einlagern. Die gestielten Blätter haben eine einfache Blattspreite.
Selten sind die Blätter unregelmäßig gesägt oder gelappt. Nur bei der Gattung der Farnmyrten (Comptonia) sind die Blätter tief fiederspaltig eingebuchtet und erinnern in ihrer Optik an ein Farnblatt. Der Blattrand ist ganzrandig. Meist bilden die Pflanzen keine Nebenblätter aus.

Blüte

Die Arten bilden getrenntgeschlechtliche Pflanzen aus, die entweder einhäusig oder zweihäusig sind. Die Verteilung der Geschlechter ist sehr variabel und kann sich innerhalb eines Individuums von Jahr zu Jahr ändern. Die männlichen und weiblichen Organe sind normalerweise auf verschiedene Blüten verteilt. Selten entwickeln die Pflanzen zwittrige Blüten.
Die Blüten sind zu mehreren gruppiert und ähneln den Kätzchenblütenständen der Buchengewächse, sind aber ährig aufgebaut. Nur in einigen Merkmalen unterscheiden sich die unscheinbaren Blütenstände von den Kätzchenblütenständen anderer Familien. Die Blüten sind stark reduziert. Die Pflanzen entwickeln keine Kronblätter.

Die Blütenstände sitzen seitlich an den Zweigen. An der Basis der männlichen Blüten sitzt ein Tragblatt. Die männlichen Blüten stehen einzeln. Die Anzahl der Staubblätter variiert zwischen 1 und 20. Die Staubfäden sind meist frei und in wenigen Fällen miteinander verwachsen. An der Basis der weiblichen Blüten sitzen ein Tragblatt und mehrere Deckblätter, die eine kelchähnliche Form ausbilden. Sie stehen alleine oder zu zweit bis zu viert in der Achsel eines Tragblattes. Der Fruchtknoten besteht aus zwei Fruchtblättern. Er hat eine Kammer, in der sich später der Same entwickelt. Myricaceaen sind windbestäubt, was die reduzierte Blütenstruktur erklärt.

Frucht

Gagelstrauchgewächse entwickeln Steinfrüchte. Einige Arten bilden Nüsse aus. Die Früchte sind entweder glatt oder mit Warzen bedeckt. Subtropische Vertreter dieser Familie bilden fleischige, mit einer Wachsschicht bedeckte Früchte aus. Arten der Nordhalbkugel produzieren trockene Früchte ohne Wachsschicht. Sie enthalten ein mit Luft gefülltes Gewebe, das sie zum Schwimmen befähigt. Dadurch sind die Samen in der Lage, sich über das Wasser zu verbreiten.
Die Tragblätter der Blüten sind bei vielen Arten zur Fruchtreife vorhanden und umschließen die Früchte. Der Embryo besitzt keine Nährschicht, sondern zwei fleischige Keimblätter.

Wuchs

Myricaceaen sind bis zu zwei Meter hohe Sträucher, die immergrün oder laubabwerfend sind. Manche Arten kommen als niedrige Bäume mit einer Höhe zwischen sechs und acht Metern vor.

Sie bilden Ölzellen in der Rinde und auf den Blattspreiten aus. In den Zellen lagern ätherische Öle ein. Die Pflanzen bilden mehrzellige gelbe Drüsenhaare. In den Kopfzellen der teilweise verholzenden Drüsenhaare sind würzig riechende Harze eingelagert. Die Myricaceaen bilden Wurzelknöllchen aus. Sie gehen eine Wechselbeziehung mit Bakterien ein, die den im Boden vorkommenden Stickstoff für die Pflanzen verfügbar machen.

Verbreitung

Gagelstrauchgewächse kommen im gemäßigten und subtropischen Klima auf der ganzen Welt vor. Schwerpunktmäßig sind sie an Feuchtgebiete wie Moore und Sumpflandschaften gebunden. Einige Arten besiedeln sehr unterschiedliche Standorte und kommen an Trockenhängen, sandigen Küsten oder Lavahängen vor. Trotz ihrer zerstreuten Verbreitung fehlt die Familie in Australien. Nur mit einer Art, dem Gagelstrauch (Myrica gale), ist sie in MItteleuropa vertreten. vertreten.

Nutzung

Schon im Mittelalter nutzten die Menschen die Arten der Gagelstrauchgewächse in vielfältiger Weise. Blätter, Wurzeln und Rinde von verschiedenen Arten dienten zum Färben und Gerben. Einige Arten dieser Familie bilden essbare Früchte aus. In Asien sind die Früchte der Myrica-Arten wegen ihres säuerlich erfrischenden Geschmacks beliebt. Sie dienen der Verarbeitung zu Limonaden.

Die Früchte dienen zur Herstellung des Myrica-Wachses, wobei es sich hier um ein Fett handelt. Das Fett lässt sich aus dem dicken bläulichen Wachsüberzug der Früchte gewinnen. Die abgeschöpfte Fett von mit Wasser aufgekochten Fruchtständen dient der Herstellung von Kerzen. Die ätherischen Öle liefern Düfte für die Parfumherstellung.

Die Blätter einiger Arten sind für die Herstellung und Würzung von Bier beliebt. Außerdem sind sie ein Bestandteil von Kräuterlikören. Getrocknete Blätter und Blüten haben ein lorbeerähnliches Aroma und verfeinern verschiedene Speisen. In der Floristik ist der Gagelstrauch ein beliebtes Element, um Sträuße zu binden.

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Comptonia (Comptonia)
Comptonia

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Myrica (Myrica)
Myrica

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