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Eigenschaften

  • ausdauernde Gräser
  • oft halbkugelige Horste
  • tolerieren extreme Hitze und Trockenheit
  • karge Standorte, Sand, Sand-Magerrasen
  • wichtige Pionierpflanzen

Silbergräser

Gattung Corynephorus ab €0.00 kaufen
     
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In der Gattung Silbergräser (bot. Corynephorus) versammeln sich ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind Blütenpflanzen. Die einkeimblättrigen Bedecktsamer bleiben im Winter grün. Sie zählen zur Gruppe der Commeliniden in der Grundordnung der Monokotyledonen. Die Gräser gehören zur Familie der Süßgräser (Poaceae) in der Ordnung Süßgrasartige (Poales).

Süßgräser enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Formen und teilen sich deshalb in Unterfamilien. Corynephorus gruppieren sich in die Unterfamilie Pooideae ein. Zwischen acht und zehn Arten bilden die Gattung. Einzelne Arten sind unter verschiedenen Synonymen bekannt. Die aktuelle Liste enthält ausschließlich definierte Arten. Sie entspricht damit der neuen Pflanzensystematik, die 2009 von der Angiosperm Phylogeny Group veröffentlicht wurde.

Blatt

Silbergräser haben Blätter mit Blattspreiten und Blattscheiden. Sie sind lineal, haben parallel liegende Nerven und einen glatten Rand. Die Blattspreiten wirken auffällig steif. Rund sechs Zentimeter beträgt ihre Länge und die Breite fünf Millimeter. Sie rollen sich borstenförmig zusammen und es entsteht eine sehr scharfe Spitze.

Die Spaltöffnungen des Blattes sind durch das Einrollen verdeckt. Dadurch reduziert sich die Wasserverdunstung der Pflanze. Gleichzeitig entsteht eine Rinne, durch die Regenwasser oder Tau direkt an die Wurzeln gelangt. Ihre Oberfläche ist rau und die Farbe der Blattspreiten ist silbrig und grau-grün. Der Blattgrund, Blattscheide genannt, umfasst die Sprossachse. Er ist rötlich oder purpurfarben, etwas rau und ohne Haare.

Blüte

Silbergräser besitzen einen rispenartigen Blütenstand. Er ist fein und vielfach verzweigt und zwischen zwei und acht Zentimeter lang. Die Rispe ist länglich und schmal und Purpur, manchmal weiß oder bunt gefärbt. In Ausnahmen zeigt der Blütenstand eine fahlgrüne Farbe.
Zwischen Aufblühen und verwelken, botanisch Anthese genannt, ist die Rispe ausgebreitet. Sie besteht aus vier Millimeter langen Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig, sehr schmal und etwas zusammengedrückt. Ihre Hüllspelzen verdecken die Deckspelzen fast komplett. Eine hellbraune, feine Granne sitzt auf der Deckspelze. Typisch für Silbergräser ist die keulenförmige Verdickung der Granne und ein fast mittig ansetzender Borstenkranz. Je nach Standort und Lage sowie Art dauert die Blütezeit von Juni bis August oder Oktober.

Frucht

Silbergräser entwickeln Karyopsen. Das sind nussähnliche Schließfrüchte. Sie entstehen aus einem oberständigen Gynoeceum, den weiblichen Blütenorganen. Die Früchte der Silbergräser sind Körnerfrüchte. Ausgeformt sind sie als Spelzfrucht. Ihre Deck- und Hüllspelzen spreizen sich bei Trockenheit.
Die Haare und Grannen reagieren dagegen auf Feuchtigkeit und strecken sich. Sie sind hygroskopisch. Durch die Kombination dieser Eigenschaften bewegt sich die Frucht kriechend auf dem Boden. Sie bohrt sich zudem selbst in den Boden ein. Mit ihren Grannen und Haaren klebt sie im Fell von Tieren und hat so eine zweite Verbreitungsform.

Wuchs

Corynephorus sind Intensivwurzler. Botaniker bezeichnen damit Pflanzen, die vergleichsweise flache, gut verzweigte und ausgebreitete Wurzelsysteme bilden. Wurzeln von Silbergräsern dringen bis zu fünfzehn Zentimeter in den Boden ein. Die Wurzelfläche ist durch eine feine, samtartige Behaarung vergrößert. Damit ist eine bessere Wasseraufnahme verbunden und die Pflanze gelangt an Wasser in größeren Tiefen. Die Silbergräser wachsen sehr langsam, bilden dichte, kleine und oft halbkugelige Horste. Durch die Eigenaussaat entstehen mit der Zeit locker bedeckte Flächen.

Silbergräser sind ganzjährig grün. Ihre Halme sind sehr dünn. Von der Mitte abwärts verfügen sie über zwei oder maximal sieben Knoten. Die Halme stehen abgespreizt in den Horsten. Sie besitzen keine Behaarung, sind jedoch angeraut. Corynephorus erreicht Höhen zwischen zehn und fünfunddreißig Zentimeter. Die Pflanzen zeichnen sich durch eine hohe Hitzeverträglichkeit aus. Sie wachsen bei Temperaturen bis zu sechzig Grad Celsius. Bei hartem Frost sterben sie ab.

Standort

Der ideale Standort ist ein Boden mit geringen Feinanteilen und ohne Humus. Er ist grob sandig bis steinig, trocken und warm, locker und möglichst tiefgründig. Der Boden ist nährstoffarm und ohne Kalkanteile, neutral oder sauer. Das Gras wächst auf Flugsand an Küsten oder in Birken- und Kiefernwäldern, auf Dünen und auf Brachflächen. Silbergräser besiedeln als Erste neue Flächen, vorrangig in trockenen Lagen oder solchen, die zeitweise austrocknen.

Silbergräser haben ihre umgangssprachliche Bezeichnung wegen der silbrigen Blütenstände. Die botanische Namensgebung Corynephorus bezieht sich auf die keulenartigen Grannen. In Deutschland gelten Silbergräser insgesamt als nicht gefährdet. Standorte in einigen Bundesländern sind gefährdet und das Gras ist regional vom Aussterben bedroht. Ähnliche Befunde gelten für Österreich. Gründe für den Rückgang sind die vermehrte Bebauung von Sand- und Magerstandorten und der Eintrag von Dünger durch die Landwirtschaft.

Verbreitung

Die Pflanzen der Gattung Corynephorus haben sich überwiegend in Europa entwickelt. Das Gras kommt von den südlichen Regionen in Skandinavien, Nordwesteuropa bis in den Mittelmeerraum vor. Silbergras ist zudem in Marokko Zuhause. In Nordamerika hat es sich als Einwanderer weit verbreitet. Seine Wachstumsregionen liegen überwiegend in küstennahen, vom atlantischen oder mediterranen Klima beeinflussten Zonen. Einen sehr großen Anteil haben die Gräser bei der Entstehung von Silbergrasfluren und Sand-Trockenrasen. In diesen Pflanzengesellschaften bilden sie als Blütenpflanzen den Hauptbestand.

Nutzung

Als Pionierpflanze zur Befestigung von Dünen, Flugsandauflagen oder Wegen spielen die Arten Corynephorus eine entscheidende Rolle. Mit Silbergräsern entwickeln sich auf vegetationsarmen neuen Standorten erste lockere Rasen. Ihre Hitzetoleranz macht sie zu einer idealen Pflanze für heiße, trockene Lagen in Städten. Verkehrskreisel, Straßenränder, Grünflächen in Neubauvierteln bekommen mit Silbergräsern einen grünen Touch. Als Intensivwurzler eignen sich die Pflanzen für Dachbegrünungen.

Silbergräser wachsen als Ziergräser hervorragend als Bepflanzung von sonnigen, heißen Böschungen und steinigen Randlagen. Eine interessante Kombination gehen sie mit Freilandkakteen ein, beispielsweise Opuntien. Sie wachsen gut in Gesellschaft von Zwiebelblumen und anderen, niedrigen Steppenpflanzen. Sie ergänzen den Blütenflor durch ihre zarten Blütenrispen. Im lichten Schatten von Bäumen und Sträuchern bilden sie einen silbrigen Bodenbewuchs.

Pflege/Schnitt

Wichtig ist ein sonniger, warmer, tiefgründiger und gut drainierter Standort. Nur nach harten Frostperioden ist eine Kontrolle der Pflanzen notwendig. Ein Schnitt ist überflüssig. Die Silbergräser sind extrem pflegeleicht.

Krankheiten/Schädlinge

Sie benötigen kein zusätzliches Wasser. Dünger ist schädlich. Durch den extrem geringen Nährstoffgehalt ist Silbergras für Grasfresser uninteressant. Tiere verschmähen die Gräser.

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Pflanzen innerhalb der Gattung Silbergräser Corynephorus

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