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Eigenschaften

  • Schatten- bis Halbschattenpflanze
  • Bodendecker
  • schnellwüchsig
  • anfällig für Schneckenfraß
  • winterhart

Meehania

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Sieben Arten umfasst die Gattung Meehania (bot.Meehania). Im deutschen Sprachraum ist sie als Scheintaubnessel oder Blaunessel bekannt. Sie gehört zur großen Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). Nathaniel Lord Britton, ein US-amerikanischer Botaniker und Geologe, benannte die Gattung im Gedenken an seinen verstorbenen Kollegen Thomas Meehan. Dieser aus England stammende Botaniker und Schriftsteller lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Philadelphia.

Aus den gemäßigten Klimazonen Asiens stammen sechs Arten. Diese sind im sumpfigem Flachland, den bewaldeten Mittelgebirgen bis in die Bergwälder des Himalaja verbreitet heimisch. Eine weitere Art gibt es in den nordöstlichen Bundesstaaten der USA mit ihren weitläufigen, ursprünglichen Waldgebieten. Scheintaubnesseln sind schnell- und starkwüchsige Bodendecker, die in in feucht-kühlen klimatischen Bedingungen am besten wachsen. Sie bilden dichte grüne Blättermatten unter höheren Gehölzen und verdrängen schwächere Pflanzen. In Asien sind Arten der Meehania in Gärten und Grünanlagen kultiviert und gepflanzt, beispielsweise in Japan- oder Zen-Gärten.

Blatt

Das sommergrüne Laub von Meehania erinnert optisch an Brennnesseln. Jedoch haben sie keine Brennhaare. Die kurz gestielten Blätter stehen gegenständig an den Langtrieben. Sie sind kräftig, blau-/dunkelgrün, artabhängig mit weißlichen Flecken gefärbt. Die Blattform ist breit-lanzettlich, herzförmig, mit grob-gezahnten Rändern und einer geäderten, runzeligen Blattoberfläche. Wie viele andere Lippenblütler, beinhaltet Meehania ätherische Duftaromen, die ihre Blätter beim Zerreiben freisetzen.

Blüte

An leicht gebogenen Sprossenden sitzen oberhalb des Laubes in lockeren, scheinwirteligen Ähren die für Lippenblütler typischen zweigeteilten Blüten. Diese sind zwittrig. Sie besitzen fünf röhrig verwachsene Kelchblätter, fünf Kelchzähne und zwei Kelchlippen, von denen die untere Lippe ab und an gesprenkelt/getupft aussieht. Mit ihrem spiegelsymmetrischen (zygomorphen) Erscheinungsbild ähneln sie den Blüten der Echten Taubnessel. Im Vergleich sind die Blüten von Meehania wesentlich größer und duften schwach-süßlich. Trotz dieser Eigenschaften macht sie das für nahrungssuchende Insekten mäßig attraktiv, weil die Blüten im Vergleich zur Echten Taubnessel eher geringe Mengen Nektar bieten. Die Scheintaubnessel blüht lange, artabhängig ab Mitte Mai bis in den August hinein.

Frucht

Die Pflanze entwickelt Zerfall-/Klausenfrüchte. Mithilfe ihrer Scheidewände spalten sich diese nach Reife in mehrere einsamige Teilfrüchte auf (Klausen). Meehania sind Bedecktsamer. Der Samen treibt zweikeimblättrig aus (dikotyl).

Wuchs

Die mehrjährige, ausdauernd krautige Staude wächst 20 bis 40 Zentimeter hoch. Ihre Sprossachse ist vierkantig und hohl. Sie breitet sich über meterlange Ausläufer ober- wie unterirdisch weitflächig aus. Ihren niederliegenden Trieben entsprießen eigenen Wurzeln, sobald sie Bodenkontakt bekommen. Hieraus entstehen Jungpflanzen, ebenso wie aus dem weitläufig kriechenden Wurzelwerk.

Standort

Scheintaubnesseln stehen bevorzugt in nahrhaftem, mäßig feuchtem Boden an absonnig-halbschattigen und schattigen Plätzen. Ideal gedeihen sie unterpflanzt zwischen höheren Stauden, Gehölzen, an schattenseitigen Mauern, Hecken, kühlen Teichufern sowie im Schatten lichter Bäume.

Verbreitung

Ihre natürlichen Hauptvorkommen liegen im Nordosten Chinas, über Korea bis Japan, sowie im Nordosten der USA. Die Pflanzen besiedeln fächendeckend feuchtes, schattiges Unterholz in Laubmisch- und Bergwäldern. Auch waldige Sumpfgebiete, wo sie mit leicht sauren Böden bestens zurechtkommen, sind ihr Zuhause.

Nutzung

Die Waldstaude ist eine gute Zierpflanze und Bodendecker für Gärten sowie Parkanlagen. Sie breitet sich an ihrem Standort rasch weitläufig aus. Wuchsschwächere Gewächse und Unkraut haben gegen sie keine Chance. Erwünschte niedrigwachsende Solitärpflanzen toleriert sie weniger. Oftmals überwuchert sie diese Pflanzen auf ihrem Siegeszug. Die Scheintaubnessel eignet sich bestens zum Abdecken und Begrünen von Schattenflächen unter Gehölzen, wo unbeliebte Unkräuter sind. Als Begleitstaude am Fuß von Rhododendren und Azaleen gedeiht sie prächtig in leicht saurem Substrat.

Pflege/Schnitt

Pralle Sonne und stehende Hitze verträgt Meehania schlecht, ihre Blätter erleiden schnell Brandflecken und welken. Für gesundes Wachstum braucht sie ein kühles, luftfeuchtes Umfeld. Zum Anpflanzen genügt humose, nahrhafte, locker-lehmige Gartenerde. Um diese gleichmäßig feucht zu halten, ist eine Deckschicht aus drei bis fünf Zentimeter Rindenmulch hilfreich. Diese Schicht ist alle zwei Jahre zu erneuern. Der Rückschnitt nach der Blüte ab Ende August fördert dichteren Wuchs. Das Laub färbt sich im Herbst fahl-gelblich und fällt mit den ersten Frösten ab.

Meehania ist hierzulande gut winterhart. Für den Kälteschutz reicht es, die alten Ranktriebe stehenzulassen und im zeitigen Frühjahr abzuschneiden. Als eine der ersten Pflanzen treibt die Scheintaubnessel im Frühling frisch aus. Neue junge Pflanzen lassen sich aus Absenkern sowie aus Samen gewinnen. Verbreitet sich die Staude unerwünscht stark, gebietet das Abstechen der Kriechwurzeln sowie Rückschnitt der langen Ausläufer ihr Einhalt. Schnecken fallen bevorzugt Jungtriebe und neu gesetzte Jungpflanzen an. Sie fressen diese radikal ab. Damit die Pflanze nicht abstirbt, benötigt die Scheintaubnessel entsprechenden Schutz, um sich gut zu entwickeln.

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