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Eigenschaften

  • kammförmige Blütenstände
  • siedeln an semiariden bis feuchten Orten
  • auf der Nordhalbkugel verbreitet
  • Pflanzengesellschaften offener, halbruderaler Standorte ...
  • einige salztolerante Arten

Kammquecken

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Die Gattung der Kammquecken (bot. Agropyron) ist eine Pflanzengattung der Familie der Süßgräser (bot. Poaceae). Innerhalb der Gruppe existieren 13 bis 16 Arten der Kammquecken. Die Gewöhnliche Kammquecke (bot. Agropyron cristatum) ist die einzige Art der Gattung Agropyron, die in Mitteleuropa heimisch ist.

Die Abgrenzung der Agropyron-Arten zu anderen Quecken der Gattung Elymus ist umstritten. Die Gattung Agropyron ist eine alte Pflanzengattung in der Systematik der Pflanzen. Früher zählten alle Elymus-Arten zu ihr. Nach neueren Forschungen ist der Großteil der Arten in der Gattung Elymus aufgeführt. Kammquecken zeichnen sich durch unterschiedliche Ansprüche aus, was den Standort betrifft. Sie wachsen auf den verschiedensten Böden und sind typisch für Lebensräume, die an eine Halbwüste erinnern. Auffällig sind ihre kammförmigen Blütenstände, die namensgebend für die Gattung sind.

Blatt

Als Süßgräser besitzen die Kammquecken grasartige Blätter, die aus einer Blattspreite und einer Blattscheide bestehen. Die Blattscheide an der Basis der Laubblätter legt sich um die Sprossachse. Sie ist bei den Kammquecken kahl und geöffnet, sodass die Ränder übereinanderlappen. Die Arten haben eingerollte oder flach ausgebreitete Blattspreiten. Sie erreichen eine Länge zwischen fünf und 15 Zentimeter. Einige Exemplare haben Blätter, die bis zu 20 Zentimeter lang sind. Die Blätter erscheinen dünn, da sie zwischen 20 und 90 Millimeter breit wachsen. Die Blattoberseite ist glatt und kahl. An der Basis sind die Blätter oberseits leicht flaumig behaart. Die Blattunterseite ist glatt und glänzt in einem frischen Grün.

Blüte

Kammquecken entwickeln Blütenstände, in denen die Ährchen dicht beieinander sitzen. Der Blütenstand erreicht eine Länge zwischen zwei und sechs Zentimeter. Er ist länger als breit und hat eine länglich-ovale Form. Die Ähren sitzen auf kurzen, bis einen Millimeter langen Ährenästen. Sie breiten sich in einem weiten Winkel von der Hauptachse ab und sind zweizeilig angeordnet. Dadurch erinnert der Blütenstand an die Form eines Kamms. Die Ährchen tragen zwischen drei und elf Blüten.

Jede Blüte hat an ihrer Basis eine Hüllspelze. Sie ist bei den Kammquecken einnervig und lanzettlich oder länglich bis elliptisch ausgeprägt. Sie ist behaart oder unbehaart und selten stachelig. Die Hüllspelzen tragen Grannen, die so lang sind wie die Hüllspelzen selbst. Jedes Ährchen besitzt an seiner Basis eine Deckspelze. Sie ist behaart oder kahl. Ihre Spitze läuft zweispitzig aus. Auf der Rückseite der Deckspelze ist ein Kiel geformt, der bewimpert ist. Die Deckspelzen besitzen Grannen, die zwischen zwei und vier Millimeter lang wachsen. Zwischen Juni und September öffnen sich die Ährchen, sodass die männlichen und weiblichen Blütenorgane frei liegen. Der Wind sorgt für die Verbreitung der Pollen und für die Befruchtung der weiblichen Organe.

Frucht

Im Herbst entwickeln sich die Karyopsen-Früchte. Kammquecken bilden nussähnliche Schließfrüchte aus, die als Getreidekörner bekannt sind. Die Früchte liefern Vögeln im Herbst eine wertvolle Nahrungsquelle.

Wuchs

Kammquecke wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Die Gräser erreichen Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimeter. Einige Vertreter wachsen bis zu 80 Zentimeter hoch. Die Stängel der Kammquecken sind kahl oder spärlich behaart. Die Agropyron-Arten wachsen horstförmig. Sie bilden ein flaches Wurzelwerk aus. Einige Arten gelten als Ackerunkräuter, da sie sich innerhalb kurzer Zeit durch unterirdische Ausläufer massig ausbreiten. Die Samen bleiben im Boden über viele Jahre keimfähig.

Standort

Arten der Kammquecken wachsen auf unterschiedlichen Standorten. Es gibt Gräser, die salzhaltige Mineralböden auf Dünen und in Küstenregionen tolerieren. Andere Vertreter dieser Gattung wachsen auf feuchten bis überfluteten Böden, während weitere Arten auf trockene Substrate in Steppengebieten angewiesen sind. Kammquecken tolerieren verschiedenste Böden von locker bis steinig, humusreiche bis magere Substrate und kalkhaltige bis neutrale Untergründe. Die Gräser wachsen sowohl in warmen, als auch in kühleren Lagen. Kammquecken sind die Kennarten von Pflanzengesellschaften der offenen und halbruderalen Standorte. Diese Standorte erinnern an die Lebensräume einer Halbwüste.

Verbreitung

Kammquecken wachsen in der gemäßigten Zone von Asien. Hier liegt das Zentrum der Artenvielfalt, denn die Mehrzahl der Agropyron-Arten wächst in China, in der Türkei oder im Iran. Sie wachsen in den endlosen Steppen der Mongolei und in Sibirien. Auch in Osteuropa, wie in der Ukraine, in Rumänien und Bulgarien wachsen Vertreter der Gattung. Im übrigen Europa wächst die Art Agropyron cristatum, die im Deutschen ebenfalls den Namen Kammquecke trägt. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt im westlichen und östlichen Mittelmeerraum und in Mitteleuropa. Wenige Arten kommen im Norden des afrikanischen Kontinents vor. Die Art Agropyron thomsonii kommt im Westen des Himalaya vor. Auf dem amerikanischen Kontinent gilt die Gattung als eingebürgert. Agropyron cristatum ist eine häufig genutzte Getreideart, die aus angepflanzten Beständen verwildert. Heute kommt die Art in den USA vor, mit Schwerpunkt in Idaho, Kansas, Minnesota, Lousianna, Oklahoma und Washington.

Nutzung

Die Kammquecken sind von landwirtschaftlichem Nutzen. Sie dienen als Futtergräser auf Wiesen und Weiden. Die Gräser sind nicht nur für Weidetiere eine gern genutzte Nahrungsquelle. Zwischen den Pflanzen und samenfressenden Tieren besteht eine enge Beziehung. Die Kammquecken bieten Vögeln eine wichtige Futterquelle. Kammquecken stehen in natürlichen Gesellschaften des Graslandes.

Pflege/Schnitt

So unterschiedlich wie die Standortansprüche dieser Gräser sind, so verschieden sind auch die Pflegemaßnahmen. Während sich einige Arten über zusätzlichen Dünger erfreuen, kommen andere Vertreter gut ohne Düngezugaben aus. Ein Bewässern empfiehlt sich nur bei Arten, die natürlicherweise in feuchten Lebensräumen wachsen. Pflanzen der trockenen Standorte kommen problemlos mit lang anhaltenden Trockenperioden zurecht. Die Gräser sind schnittverträglich. Spätestens vor dem Neuaustrieb empfiehlt sich ein Rückschnitt der abgestorbenen Pflanzenteile, damit die frischen Triebe ungestört wachsen.

Krankheiten/Schädlinge

Kammquecken sind anfällig für verschiedene Pilze wie dem Mutterkorn, die sich auf Getreide ausbreiten. Diese Pilzerkrankung befällt bevorzugt die Blütenstände von Getreidepflanzen. Ein Befall äußert sich durch schwärzliche bis purpurfarbene Sklerotiten zwischen den Ähren. Das sind verhärtete Gebilde, in denen die Pilze Sporen bilden. Sie parasitieren auf ihrer Wirtspflanze und entziehen den Kammquecken Energie. Der Pilz breitet sich in den gemäßigten Klimazonen aus, wenn feuchtes Wetter herrscht. Der Schwarzrost ist ein weiterer Pilzbefall, der sich auf den Kammquecken ausbreitet. Ein Befall äußert sich durch schwarze Flecken auf den Blattscheiden und auf der Sprossachse. Um sich auf Kammquecken auszubreiten, benötigt der Schwarzpilz eine Berberitze als Zwischenwirt. Während der Pilz weltweit als gefährlicher Parasit gilt, ist er in Deutschland nur wenig gefährlich für den Bestand.

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