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Eigenschaften

  • wachsen einjährig oder ausdauernd
  • zeigen verholzenden Wuchs
  • bevorzugen warme, trockene Standorte
  • gelten als Heilpflanzen
  • immergrün, duftend

Gliedkräuter

Gattung Sideritis ab €0.00 kaufen
     
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Die Gattung der Gliedkräuter (bot. Sideritis) enthält krautige, ausdauernde Pflanzen. Einige Arten verholzen und sind kleine Sträucher. Es sind zweikeimblättrige Bedecktsamer der Gruppe Asteriden in der Untergruppe Euasteriden I. Sie sind Teil der Basisordnung Eudikotyledonen. Als Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ordnen sie sich in die Lippenblüterartigen (Lamiales) ein.

Sieben Unterfamilien mit rund 230 Gattungen bilden die Familie. Gliedkräuter gehören zur Unterfamilie Lamioideae, genauer zur Tribus Stachydeae. Die Gattung umfasst rund einhundertvierzig Arten. Sie gliedert sich in sieben Sektionen. Manche haben zusätzlich Untersektionen. Zugehörig sind jeweils Arten aus bestimmten Herkunftsregionen. Die Aufteilung der Gattung entspricht der neuen Pflanzensystematik. Im Jahre 2009 erfolgte die Veröffentlichung der neuen Ordnung durch die Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Die Laubblätter haben einen Blattstiel mit einer Blattspreite. Die Blattspreite ist überwiegend schmal, linealisch bis lanzettlich. Manchmal sind die Blätter grün. Überwiegend sind sie dicht mit grauen Haaren bedeckt und wirken wollig.

Blüte

Die Blüten sind zwittrig und die Krone ist zweiseitig symmetrisch (zygomorph) aufgebaut. Sie sind fünfzählig und haben eine doppelte Blütenhülle. Fünf Kelchblätter verwachsen zu einem Kelch und bilden eine Röhre in einer glockenartigen Form. Vorhanden sind fünf frei stehende Kelchzipfel oder Kelchzähne. Sie tragen als Besonderheit eine dornige Granne. Bei manchen Arten ist der obere Zahn größer als die vier seitlichen.

Zwei Lippen kennzeichnen die Blütenkrone. Zwei Kronblätter bilden die Oberlippe. Diese ist abstehend und flach. Manchmal hat sie einen kurzen Spalt oder ist ganzrandig. Drei Kronblätter verwachsen zum Teil und bilden eine dreispaltige Unterlippe. Der Mittellappen ragt lang über die beiden kurzen Seitenlappen hinaus. Die Blüte hat vier fertile (fruchtbare), unterschiedlich lange Staubblätter. Sie sind kürzer als die vom Kelch überragte Kronröhre. Oft bilden sechs Blüten, manchmal weniger, einen Scheinquirl. Die Blüten sitzen in den Blattachseln oder stehen endständig an den Stängeln. Die Blüten sind bei den meisten Arten gelb.

Frucht

Die Pflanze hat einen oberständigen Fruchtknoten und entwickelt Klausenfrüchte. Die Frucht zerfällt an den Scheidewänden in Teilfrüchte (Klausen). Sie enthalten jeweils einen Samen. Die Gliedkräuter haben an der Spitze abgerundete Samen. Manchmal ist eine gatte Oberfläche vorhanden. Auch raue bis warzige Oberflächen kommen vor.

Wuchs

Manche Arten sind einjährig. Meistens sind es mehrjährige Pflanzen und vereinzelt als Sträucher wachsend. In milden Regionen sind die Pflanzen immergrün. Die Pflanzen wachsen aufrecht, manchmal bogig. Sie bilden dichte Büsche oder entwickeln wenige lockere Sprosse. Die oberirdischen Pflanzenteile enthalten ätherisches Öl. Überwiegend befindet es sich in den Drüsenschuppen auf der Blattoberfläche. Das Öl setzt sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Unter anderem sind es Terpene, Flavanoide und Phenolsäuren.

Standort

Sideritis-Arten lieben es warm und sonnig. Trockene und kiesige Standorte sind günstig. Berglagen, Hänge und steinige Untergründe bieten ideale Wachstumsorte. Viele Arten gedeihen in Ebenen, auf Trockenrasen und in Felsensteppen. Einjährige wachsen auf Schuttplätzen und in Weinbergen. Einige Arten gedeihen bis in 1200 Meter Höhe.

Verbreitung

Sideritis kommen auf den Azoren, Madeira, den Kanaren, den Capverden und im Mittelmeergebiet vor. Sie sind in Russland, bis Tibet und in West-China verbreitet. Der Schwerpunkt bei der Artenentwicklung liegt auf den Inseln und rund um das Mittelmeer. In der Türkei sind rund 46 Arten Zuhause. In Mitteleuropa wächst nur eine einheimische Art, Sideritis montana. Sie ist in den Weingegenden zu finden.

Nutzung

Sideritiskraut ist ein traditionelles pflanzliches Heilmittel und dient in verschiedenen Anwendungsgebieten. Verbreitet ist die Nutzung als Tee. Mehrere Arten Sideritis sind Bestandteil des Bergtees aus Griechenland. In weiteren Regionen ergeben die Gliedkräuter aus getrockneten Blättern und Blüten schmackhaften, leicht herben Tee für den Alltag. Sideritis ist Bestandteil in Kräutermischungen gegen Erkältungen und Husten. Die verwendeten Pflanzen stammen überwiegend aus Wildsammlungen. Bisher gehören nur wenige Arten zur regelmäßigen landwirtschaftlichen Nutzung. Dazu zählt das Balkan-Gliedkraut.

Wegen der Bestandteile des ätherischen Öls sind Sideritis für Dufthersteller interessant. Die Gliedkräuter ergeben Duftnoten der Gruppe Grüne Noten, Kräuter und Fougère-Noten (Farne). Sideritis ergänzt oder betont in einigen grünen Parfüms die Herznote.

Gliedkräuter haben in Kräutergärten und Ziergärten ihren Platz gefunden. In Deutschland sind sie als einjährige Pflanzen im Freiland bekannt. Graufilzige, mehrjährige Pflanzen setzen silbrige Farbtupfer in eine sommerbunte Rabatte. Ausdauernde Arten, beispielsweise das Balkan-Gliedkraut und das Syrische Gliedkraut, bringen interessante Effekte bei Terrassen- und Balkonbepflanzungen. Im Weinbauklima sind ungewöhnliche Bepflanzungen möglich. Eine Mischung aus niedrigen und halbhohen sowie grünen und graulaubigen Arten als Bodendecker vor Reben und Baumschlingen (Periploca). Auch Beete mit verschiedenen Arten Salbei und Gliedkräutern entwickeln eine würzige Duftmischung und sind für Hummeln und Schmetterlinge anziehend. Pflanzen auf Mauerkronen und in Mauerlücken verstecken unschöne Abgrenzungen. Die silbrigen Gliedkräuter mit ihren gelben Blüten verstärken blau blühenden Lavendel und violette Bergminze.

Pflege/Schnitt

Die Gliedkräuter benötigen einen warmen, sonnigen Standort und durchlässigen Boden. Ein gut drainiertes Beet, eine Böschung oder ein steiniger Abhang bieten sich an. Für die Aussaat einjähriger Arten reicht eine gelockerte Fläche. Zum Keimen ist ein Wärmevlies hilfreich. Pflanzen ausdauernder Arten finden in nährstoffreichen Sand-Lehmböden einen idealen Platz. In wintermilden Lagen sind sie meistens frosthart. Einen sicheren Winterschutz bietet Fichtenreisig. In weniger begünstigten Regionen überwintern die Pflanzen in einem kühlen Raum. Sie vertragen einen Rückschnitt. Ausdauernde Arten sind als Kübelpflanzen geeignet.

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