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Eigenschaften

  • Reliktarten aus dem Tertiär
  • nickende Einzelblüten blühen blau bis lila
  • dekorative Blätter mit erhabenen Blattnerven
  • wechselfeuchte Pflanzen
  • bevorzugen halbschattige bis schattige Standorte

Felsenteller

Gattung Ramonda ab €0.00 kaufen
     
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Die Felsenteller (bot. Ramonda) stellen eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Gesneriengewächse (bot. Gesneriaceae) dar. Die Gattung umfasst drei Arten. Die Gattung gehört zu den wenigen innerhalb dieser Familie, die außerhalb der Tropen vorkommen. Der Gattungsname ist dem französischen Politiker und Naturkundler Ramond de Carbonnieres gewidmet. Er studierte zu Lebzeiten die Flora der Pyrenäen und beschrieb die Gattung als erster.

Felsenteller sind in besonderer Weise an lang anhaltenden Trockenperioden angepasst. Die Pflanzen trocknen vollständig aus, ohne abzusterben. Sie passen ihren Wasserhaushalt der Umwelt an. Die im Mittelmeer vorkommenden Arten sind Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Die Gattung entstammt einem Erdzeitalter, als in der mediterranen Region tropische Klimaverhältnisse vorherrschten. Durch ihre spezielle Lebensweise überlebten die Arten bis heute. Damit zählen Felsenteller zu den außergewöhnlichen Pflanzen, die das Pflanzenreich zu bieten hat. Sie leben ähnlich wie Farne, Moose, Flechten oder Pilze. Ihr Zierwert resultiert aus ihrer dekorativen Erscheinungsform. Felsenteller sind schöne Blattschmuckstauden und überzeugen durch auffällige Blüten.

Blatt

Felsenteller entwickeln eine grundständige Blattrosette, in der die Blätter dicht beieinander stehen. Die Rosetten liegen dicht am Boden an oder entfalten sich locker über dem Substrat. Die Blätter sind von Haaren übersät. Die Blattspreite ist kurz gestielt. Es gibt Arten, bei denen der Blattstiel geflügelt ist. Die Blattspreite verschmälert sich allmählich in den Blattstiel. Dadurch wirkt das Blatt ungestielt. Die Blattspreite ist eiförmig oder spatelförmig. Sie ist am oberen Ende stumpf abgerundet. Die Blätter erreichen Wuchslängen zwischen zwei und fünf Zentimeter. Der Blattrand ist grob gezähnt oder gekerbt. Die Blattspreite wirkt derb und ledrig. Sie erscheint durch die erhabenen Blattnerven runzelig. Auf der Blattunterseite wachsen bräunlich rote Haare. Die Haare sind lang und erinnern an einen Bart.

Blüte

Die großen Einzelblüten sitzen in einem traubigen Blütenstand zusammen. Ein Blütenstand besteht aus einer bis sechs Blüten. Der lange Blütenstandsschaft ragt über die Blattrosette hinaus. Sie entspringt aus einer Blattachsel. Die Einzelblüten folgen einem fünfzähligen Aufbau. Vereinzelte Pflanzen sind vierzählig aufgebaut. Die länglich bis runden oder schwach eiförmigen Kelchblätter sind frei. Sie bleiben während der Fruchtreife erhalten. Sie sind genauso lang wie die Kronröhre. Die Kronblätterformen eine radförmige Krone, die flach ausgebreitet ist. Die Blüten sind blau bis lila gefärbt. Der Schlund ist weißlich und endet im Zentrum in einem gelblich bis orange-farbenen Ring aus kleinen Höckern. Der Schlund ist behaart. Die Pflanzen blühen zwischen Mai und Juni. Felsenteller entwickeln lange Blütenstände, die bis zu 20 Zentimeter über die Blattrosette hinaus ragen.

Ramonda-Arten entwickeln nickende Pollenblüten. An der Basis sind die Kronblätter zu einer kurzen Kronröhre verwachsen. Aus dem Schlund ragt der Griffel deutlich heraus, der von den Staubfäden umgeben ist. Die auffallend gefärbten Staubbeutel sitzen am Ende der langen Staubfäden. Sie öffnen sich am oberen Ende mit Poren oder quer verlaufenden Schlitzen und setzen die Pollen frei. Die Pollen sind nicht klebrig sondern puderig. Sobald ein Insekt die Blüten besucht, streut die Pflanze ihre Pollen aus. Die süßlich duftenden Pollen dienen Wildbienen und Hummeln als gern gesehene Nahrung. Ramonda-Arten besitzen keine Drüsen, die Nektar produzieren. Sie locken die Bestäuber über ihre Blütenfarbe an.

Frucht

Zur Fruchtreife entwickeln Ramonda-Arten eine trockene Kapselfrucht. Die Früchte sind drüsig behaart und neun bis 15 Millimeter lang. Die vier bis fünf Fächer öffnen sich nach dem Eintrocknen der Fruchtwände und geben die Samen frei. Wind und Regen sorgen für das Verbreiten der winzigen Samen.

Wuchs

Felsenteller sind ausdauernde und krautige wachsende wechselfeuchte Pflanzen. Durch ihren besonderen Zellaufbau sind Felsenteller nicht in der Lage, ihren Wasserhaushalt während Hitzeperioden aufrecht zu erhalten. Sie haben keine Mechanismen, die dem Verdunsten entgegenwirken. Dadurch trocknen die Pflanzen ähnlich wie Moose und Flechten vollständig aus. Sobald die Luftfeuchte steigt, passen sich die Pflanzen den Bedingungen an. Daher tragen die planzen mit dieser Überlebensstrategie auch Auferstehungspflanzen. Die Gattungsarten der Ramonda wachsen fünf bis 15 Zentimeter hoch. Ihre grünen Pflanzenteile sind behaart.

Standort

Ramonda-Arten wachsen auf halbschattigen Standorten mit frischen Untergründen. Einige Arten bevorzugen einen schattigen Platz. Ein gut durchlässiger Boden mit einem neutralen pH-Wert ist optimal. In Kultur wachsen die Felsenteller auf humusreichen oder moorigen Böden. Auf einem Untergrund aus Tuffstein wachsen die Pflanzen optimal. Ihr natürlicher Standort beschränkt sich auf Felshänge und Kalkfelsspalten. Sie bilden die Vegetation der Fels- und Schutthalden und wachsen mit Hauswurz-Arten (bot. Sempervivum) und Steinbrech-Arten (bot. Saxifraga) zusammen.

Verbreitung

Pflanzen der Gattung Ramonda sind im Mittelmeergebiet heimisch. Hier herrschen milde Wintermonate mit vielen Niederschlägen. Die Felsenteller verbreiten sich über Mazedonien, Griechenland, Serbien, Albanien und Bulgarien. Sie wachsen in den Pyrenäen und auf den Balkanhalbinseln. Diese Pflanzenbestände sind Reliktarten, die aus dem Zeitalter Tertiär stammen. Während dieses Erdzeitalters herrschten im Mittelmeergebiet tropisches Klima. Heute bilden Felsenteller Pflanzen-Gesellschaften auf beschatteten und feuchten Felsen. Felsenteller kommen in Höhenlagen zwischen 500 und 2.000 Metern vor.

Nutzung

Felsenteller besitzen einen hohen Zierwert. In den Gärten unserer Breiten sind sie beliebte Pflanzen in Steingärten und im Alpinarium. Sie werten Fels-Arrangements optisch auf und fügen sich optimal in halbschattige und schattige Standorte im Garten ein. Einige Sorten eignen sich für das Bepflanzen von Töpfen und Kübeln.

Pflege/Schnitt

Felsenteller erweisen sich als pflegeleichte Pflanzen. Ihre Überlebensstrategie in trockenen Zeiten ermöglicht es den Pflanzen, ohne zusätzliches Wasser auskommen. Um das Austrocknen zu verhindern, empfiehlt sich ein regelmäßiges Gießen. Die Pflanzen wachsen optimal, wenn der Boden frische Verhältnisse aufweist. Staunässe vertragen die Wurzeln nicht. Eine Zugabe von Kompost vor dem Einpflanzen unterstützt ein kräftiges Wachstum. Die Pflanzen erfordern keinen Rückschnitt. Als Rosettenpflanzen ohne Ausläufer breiten sie sich nicht unkontrolliert aus. Sie besiedeln einen optimalen Standort über viele Jahrzehnte und vermehren sich über ihre Samen. Möglich ist ein manuelles Vermehren über Stecklinge oder durch das Teilen der Pflanzen. Felsenteller sind mäßig winterhart, da sie aus Regionen mit milden Wintern stammen. In der kalten Jahreszeit schützt eine Isolation aus Reisig oder Stroh die Pflanze vor Schäden durch Frost.

Krankheiten/Schädlinge

Felsenteller zeigen sich resistent gegenüber Krankheiten. Sie sind keine Nahrung für Schnecken, denn ihre behaarten Pflanzenteile schützen sie vor Fraßschäden.

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Pflanzen innerhalb der Gattung Felsenteller Ramonda

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