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Eigenschaften

  • Lippenblütler
  • schnellwüchsig
  • kaum anfällig für Schädlinge
  • winterhart
  • Heilpflanze

Andorn

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Die Pflanzengattung Andorn (bot. Marrubium) gehört mit ihren circa 47 Arten zur großen Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Woher genau sie entstammt, ist unklar. Vermutlich liegt ihr Ursprung in Mittel- und Zentralasien sowie im südlichen Mittelmeerraum. Inzwischen ist sie global weit verbreitet. Ihre verschiedenen Arten sind Endemiten: Ihr Vorkommen ist regional begrenzt auf einzelne Länder, Inseln oder Kontinentalzonen. Dieses uralte Heilkraut ist heutzutage zu Unrecht in Vergessenheit geraten.

Im Mittelalter herrschte der Aberglaube, dass Andorn Hexen oder böse Geister vertreiben kann. Frauen nahmen das Kraut während der Geburt ein, um die Schmerzen zu lindern. Seit Jahrtausenden kennen und nutzen die Menschen dieses Gewächs wegen seiner heilenden Wirkstoffe. In der Antike kultivierten bereits die Ägypter, Griechen und Römer Marrubium als Medizinalpflanze. Seine Inhaltsstoffe wirken auf unterschiedlichste Weise und unterstützen bei Beschwerden der Atemwege sowie des Verdauungstraktes. Die häufigste naturheilkundlich verwendete Andorn-Art Marrubium vulgare wählte die Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2018. Woher der botanische Name Marrubium herrührt, ist unklar. Eventuell aus dem Althebräischen mar und rob. Zusammen bedeutet dies in etwa 'reichlich bitterer Saft'. Der Volksmund kennt die Gattung unter vielen weiteren Namen wie beispielsweise Mariennessel, Berghopfen, Antonitee, Lungendank, Gottvergess, Weißleuchtkraut oder weißer Dorant.

Blatt

Die dunkel- bis silbrig-grünen Blätter sehen denen von Minze oder Melisse ähnlich. Das Laub steht gegenständig am Stängel. Je höher am Stängel, desto kleiner wird das Blatt. Dessen Form wirkt art-abhängig breit, rundlich-oval bis herzförmig, mit grob-zahnigen Rändern. Die Blattoberfläche erscheint geädert und derb-runzelig, die Unterseite filzig behaart. Vornehmlich sprießen Deckblätter (Brakteolen) am Stängel, die am Blattgrund abwärts gebogen sind. Der Blattrand krümmt sich dagegen aufwärts. Direkt in ihren Blattachseln tragen die Deckblätter die Blütenstände.

Blüte

Mit Beginn der Blütezeit von Juni bis September zeigen sich kugelig-dicht gedrängt in Scheinquirlen die Blütenstände zumeist in den oberen Stängelabschnitten. Jede der kleinen, zweigeschlechtlichen (zwittrigen) Einzelblüten ist fünfzählig und besitzt eine doppelte Blütenhülle (Perianth). Ihr Kelch ist röhrig oder kegelförmig und umschließt die zweilippige Krone. Im Inneren sitzen haarähnliche Strukturen (Trichome). Der Kelchrand läuft in fünf bis zehn hakenförmig gebogenen Zähnchen aus. Wie alle Lippenblütler haben Andorn-Blüten ein spiegelsymmetrisches (zygomorphes) Aussehen.

Frucht

Die nach der Blüte reifenden Zerfall- oder Klausenfrüchte spalten sich mithilfe von Scheidewänden in ihrem Innern in viele einsamige Teilfrüchte. Zum Verbreiten tragen die hakenförmigen Spitzen und Härchen an den Klausenfrüchten bei. Die ermöglichen, dass sie wie Kletten an vorbeistreifenden Tieren hängenbleiben und diese sie verbreiten.

Wuchs

Die ausdauernd krautige Pflanze wächst bis 60 Zentimeter hoch. Ihr Stängel ist hohl, vierkantig und filzig-rau behaart. Andorn wächst buschig und dicht. Sein Wurzelwerk ist faserig, verholzend. Einmal festgesetzt, breitet er sich bei idealen Verhältnissen rasch aus.

Standort

Wilde Vorkommen des Andorn besiedeln karge, aufgelassene Flächen, Magerwiesen, Schutthalden, Weg- und Waldränder. Der Lippenblütler bevorzugt mäßig trockenes, nährstoffreiches Erdreich.

Verbreitung

Vorkommen von Andorn gibt es in allen gemäßigten Zonen in Europa, Asien bis Nordafrika. Die bereits im Altertum in Mitteleuropa gezielt angebaute Pflanze fand sich nahezu in jedem Klostergarten und im Laufe der Zeit ebenso in bäuerlichen Hausgärten. Sie wilderte mit der Zeit aus und ist heute vornehmlich in wärmeren Gegenden Bestandteil der örtlich heimischen Flora. In den USA und Australien mit Neuseeland gehört sie zu den Neophyten, die sich übermäßig ausbreiten.

Nutzung

In Ihren Schriften aus dem zwölften Jahrhundert empfiehlt Hildegard von Bingen (1098-1179) Andorn aufgrund seiner heilenden und wohltuenden Wirkweise. Medizinisch wertvoller Inhaltsstoff ist der Bitterstoff Marrubiin. In der Naturheilkunde kommt die ganze Pflanze im blühenden Stadium, vornehmlich als Tee sowie in Tinkturen und Extrakten zum Einsatz. Hierzulande zählt Andorn zu den stark gefährdeten Arten.

Pflege/Schnitt

Andorn lässt sich leicht im heimischen Garten anbauen. Die Pflanze ist anspruchslos und pflegeleicht. Ideal gedeiht sie in lockerem, durchlässigem Boden an halbschattigen, besser noch vollsonnigen Plätzen. Ab April direkt im Beet ausgestreute Samen keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen aus. In hiesigen Breiten ist Andorn gut winterhart. In sehr frostreichen Winterphasen schützt eine Decke aus Laub oder Vlies die Pflanze. Nennenswerte Schädlinge gibt es nicht.

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