
Spinnmilben gehören, wie der Name korrekt andeutet, zu den Milben. Es gibt ca. 1.200 Arten von Spinnmilben, die weltweit verbreitet sind. Sie nisten sich vor allem an der Unterseite von Blättern ein, wo sie sich vom Saft der Pflanzenzellen ernähren. Sie sind extrem klein und mit dem bloßen Auge schlecht zu erkennen. Die Spinnmilben werden je nach Spezies nur 0,25 bis 0,8 Millimeter groß. Trotz ihrer geringen Größe können die kleinen Tierchen einen beachtlichen Schaden anrichten. Durch ihre große Zahl befallen sie schnell komplette Pflanzen und können bei einem großen Ausbruch sogar wirtschaftliche Einbußen verursachen. Besonders bekannt sind folgende Arten:
Die rote Spinne gehört trotz ihres Namens biologisch gesehen nicht zu den Spinnen. Wer besonders korrekt sein möchte, kann alternativ die passenderen Namen Rote Spinnmilbe oder Obstbaumspinnmilbe verwenden.
Obwohl die kleinen Milben schwer zu sehen sind, macht sich ein Befall deutlich bemerkbar. Im Garten ist die wahrscheinlichste Zeit für einen Befall zwischen Frühling und Herbst, da hier die erwachsenen Milben aktiv sind. Hier ein paar Hinweise darauf, ob Du es mit einem Spinnmilbenbefall zu tun hast:
Je nach Milbentyp können die Schäden leicht unterschiedlich aussehen. Die Rote Spinne bzw. Obstbaumspinnmilbe verursacht im Gegensatz zu ihren Artgenossen deutlich weniger Gespinste. Die Nadelholzspinnmilbe (Oligonychus ununguis) befällt besonders oft Tannen, Fichten und Thujen. Ihre Einstichstellen verfärben sich meist gelblich oder im Fall von Thuja zu einem dunklen, stumpfen Grün.
Spinnmilben lieben trockene und warme Umgebungen. Deshalb sind sie oft als ungebetene Gäste in Gewächshäusern zu finden. Im Winter finden sich die Spinnmilben häufig in Innenräumen, da sie gut in der trockenen und warmen Heizungsluft überleben können. In diesen Fällen befallen sie vor allem Zimmerpflanzen.
Aber wie kommen sie an diese Orte? Da Spinnmilben sehr klein sind (und ihre Eier noch kleiner), ist die Frage nicht mit Sicherheit zu beantworten. Allerdings sind folgende Szenarien wahrscheinlich:
Spinnmilben sind somit kein Anzeichen für einen Fehler beim Gärtnern. Der Befall kann jeden Garten treffen. Leider machen Spinnmilben vor kaum einer Pflanze halt und befallen ganz unterschiedliche Pflanzentypen. Vorne mit dabei sind Rosen, Gurkenpflanzen und Obstbäume.
Wie erwähnt, ernähren sich Spinnmilben vom Saft innerhalb der Blattzellen. Um an diesen zu gelangen, stechen die Spinnmilben mehrfach in die Blattzelle und saugen den Zellsaft aus. Das hat mehrere Nachteile:
Leider lautet die Antwort: Nein. Spinnmilben werden sich so lange auf der befallenen Pflanze aufhalten und vermehren, bis diese irgendwann eingeht. Darum ist es wichtig, dass Du befallene Gewächse möglichst zügig von Spinnmilben befreist.
Diese Maßnahme ist besonders für die Vorbeugung relevant, kann aber auch bei akutem Befall benutzt werden. Der starke Geruch dieser Pflanzen ist für die Spinnmilben unangenehm. Sie werden dadurch vertrieben.
Anwendung: Lege die Komponenten wie Brennnessel, Knoblauch und Co. entweder über Nacht in Wasser ein oder koche sie heiß in Wasser aus. Sprühe die abgeseihte und vollständig abgekühlte Flüssigkeit auf Deine betroffene Pflanze.
Das musst Du beachten: Die Flüssigkeit darf beim Auftragen wirklich nicht mehr heiß sein. Sonst riskierst Du Schäden an Deiner Pflanze.
Wer landwirtschaftlich im großen Stil arbeitet, muss einige Begrenzungen beim Einsatz von Brennnessel beachten. Der Sud ist als Mittel gegen Spinnmilben nur für den Einsatz auf Bohnen und Weinreben im Freiland genehmigt.
Hast Du diese Schritte eingeleitet, kannst Du die Bekämpfung mit den folgenden Maßnahmen weiterführen:
Vorab eine wichtige Information: Es kursiert im Internet eine Vielzahl von Hausmitteln, die effektiv gegen Schädlingsbefall helfen sollen. Sie beinhalten Stoffe wie z. B. Backpulver und andere Mittel aus dem Haushalt. Aber nicht alle davon dürfen legal in Deutschland als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Darum beschränkt sich dieser Ratgeber auf die rechtlich zugelassenen Grundstoffe.
Grundstoffe sind Substanzen, die nicht für den Pflanzenschutz gedacht sind, aber legal dafür eingesetzt werden können. Ein Beispiel: Talkum darf laut Gesetz gegen die Obstbaumspinnmilbe (wiss. Panonychus ulmi) genutzt werden, andere Grundstoffe nicht. Welche Hausmittel genutzt werden dürfen und in welchem Umfang, kann bei der Europäischen Kommission in der digitalen Wirkstoffdatenbank eingesehen werden.
Wir haben hier als Beispiel ein zugelassenes Brennnessel-Mittel für den Einsatz gegen Spinnmilbenbefall für Dich aufgeführt:
Mittel, die als Blattspritzung verwendet werden, sollten unbedingt am frühen Morgen oder nachmittags eingesetzt werden. Sonst sorgt das direkte Sonnenlicht in der Mittagshitze bei nassen Blättern für Verbrennungen.
Du darfst das Gemisch im großen Stil gegen Spinnmilben auf Bohnen und Weinreben folgendermaßen einsetzen:
Bohne (Freiland)
Weinrebe (Freiland)
Die Wartezeit definiert die Mindestanzahl an Tagen zwischen der letzten Pflanzenschutzanwendung und der Weiterverarbeitung der Pflanze (z. B. Ernte).
Wenn Du Deine Pflanze besonders schonend von den Schädlingen befreien willst, kannst Du es auch mit Nützlingen versuchen. Folgende eignen sich für den Einsatz gegen Spinnmilben:
Es gibt noch viele weitere Mittel, die im Handel zu haben sind. Zu den bekanntesten gehört etwa Spruzit, das nicht nur gegen Spinnmilben, sondern gleich eine Reihe von Schädlingen hilft. Spruzit gibt es beispielsweise auch mit Neemöl-Anteil.
Auch gibt es im Handel professionelle Mittel auf Brennnesselbasis. Sie eignen sich ebenfalls zur Herstellung von Stärkungsmitteln wie zum Beispiel dem oben erwähnten Sud. Beachte, dass bei diesen Mitteln die Mischungsverhältnisse abweichen können. Halte dich für die besten Ergebnisse bei professionellen Mitteln an die mitgelieferte Gebrauchsanweisung.
Vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss immer eine fachliche Beratung erfolgen, um einen falschen Einsatz des Mittels auszuschließen. Das ist durch den Gesetzgeber so festgelegt.
Die Antwort auf diese Frage hängt von Deiner Behandlungsmethode ab. Natürliche Helfer wie die Raubmilben brauchen mehrere Wochen, da sie die Spinnmilben auf der Pflanze finden, fressen und sich selbst vermehren müssen. Allerdings ist diese Behandlung besonders schonend für Deine Pflanzen und mit wenig Aufwand verbunden.
Wenn Du ein gekauftes Mittel oder Hausmittel anwendest, das etwas effizienter arbeitet, kannst Du den Befall in ca. 2 bis 4 Wochen in den Griff bekommen. Bei schweren Fällen kann die Behandlung länger dauern.
Erfahre noch mehr über die faszinierende, bunte Welt der Pflanzen in unserem großen und stetig wachsenden Ratgeberbereich!
