

Schnecken gehören zum Stamm der Weichtiere (Mollusca) und werden in der Wissenschaft unter dem Namen Gastropoda (griechisch: Bauchfüßer) zusammengefasst. In deutschen Gärten lassen sich etwa 400 Arten von Schnecken finden, von denen allerdings etwa 50 als eingeschleppte Spezies gelten.
Diese Zahlen beziehen sich auf die sogenannten Landlungenschnecken. Wasserlungenschnecken, die in Gewässern zuhause sind, werden an dieser Stelle ausgeklammert.

Im Garten treten ganz unterschiedliche Arten auf. Dabei wichtig zu wissen: nicht alle Schnecken sind Schädlinge! Viele Schneckenarten sind willkommene Nützlinge, die schädliche Schnecken und deren Gelege vertilgen. Zudem zersetzen sie abgestorbene Pflanzenteile und verbessern damit die Bodenqualität. Schneckennützlinge sind zum Beispiel:
Zugegeben, Weinbergschnecken sind als Salat-Gourmets bekannt und werden auch in Deinem Garten nicht davor Halt machen. Es gibt allerdings tierfreundliche Maßnahmen, um den Schnecken den Zugang zu Deinem Salat zu verwehren. Für Garten und Landwirtschaft schädliche Arten sind häufig Nacktschnecken. Sie können Pflanzen in großer Zahl befallen und komplett kahl fressen. Im Garten und auf dem Feld verursachen zum Beispiel folgende Schnecken Schwierigkeiten:
Schnecken gehören zum natürlichen Ökosystem. Ein vollständiges Ausrotten ist weder realistisch noch ökologisch sinnvoll. Allerdings gibt es effektive und tierfreundliche Methoden, um große Befälle im Garten auf schonende Art zu vermeiden.
Schnecken fressen bevorzugt zarte Pflanzenteile. Besonders gefährlich ist das für:
Wird ein zu großer Teil der Blattfläche zerstört, kann die Pflanze nicht weiter wachsen und geht unter Umständen vollständig ein. Zusätzlich können durch Fraßstellen Krankheitserreger eindringen. So sterben Pflanzen eventuell nicht durch Schnecken, sondern durch später einsetzende Infektionen. Davon abgesehen ist es optisch nicht schön, angefressene Gemüsepflanzen zu ernten. Obendrein können die Pflanzen mit Schneckenschleim oder Schneckenkot verunreinigt sein.

Ein Schneckenbefall macht sich meist schnell bemerkbar. Besonders gefährdet sind junge Gemüsepflanzen wie Salat, Kohl, Gurken und Zucchini. Typische Anzeichen sind:
Schnecken sind überwiegend nachtaktiv und bevorzugen feuchte, milde Witterung. Besonders im Frühjahr und Herbst können sie sich stark vermehren. Auch milde Winter können große Schneckenpopulationen hervorbringen. Schnecken sind besonders oft in Deinem Garten zu finden, wenn folgende Bedingungen herrschen:
Nach regenreichen Perioden oder bei langanhaltender Taubildung steigt das Risiko deutlich. In trockenen, heißen Phasen ziehen sich Schnecken hingegen in schattige Verstecke zurück.
Nein. Ohne Gegenmaßnahmen können sich Schneckenpopulationen stark vermehren. Ein einzelnes Tier kann je nach Art mehrere Hundert Eier pro Saison ablegen. Diese überwintern im Boden und schlüpfen bei geeigneten Bedingungen im Frühjahr. Je früher Du handelst, desto besser lässt sich ein Schneckenbefall kontrollieren.
Es gibt ein paar Handgriffe, die Du im Garten eh erledigen solltest und die gleichzeitig abschreckend auf Schnecken wirken. Folgendes kannst Du tun:
Besonders tierfreundlich ist es natürlich, wenn Du den Schnecken lediglich den Zugang zu Deinen Pflanzen erschwerst, ohne sie zu verletzen. Ein paar schonende Varianten haben wir hier für Dich aufgelistet.
Schneckenzaun
Ein Schneckenzaun ist eine geschlossene Umzäunung für Deine Beete aus Metall oder Kunststoff. Sie weist am oberen Ende eine nach außen umgeknickte Kante auf. Diese verwirrt Schnecken, lässt sie beim Überklettern zurück auf die Erde fallen oder bringt Schnecken dazu, das Überklettern gar nicht erst zu versuchen.
Damit der Schneckenzaun eine effektive Maßnahme bleibt, solltest Du das Innere des eingezäunten Bereichs regelmäßig auf bereits eingeschlossene Schnecken überprüfen. Es kann immer passieren, dass unabsichtlich Schnecken bzw. deren Eier in Deinem Beet landen.
Außerdem solltest Du darauf achten, dass keine Pflanzenteile am Schneckenzaun herabhängen. Sonst können Schnecken diese als Kletterhilfe vorbei an der Zaunkante nutzen.
Kupferbänder & Kupferfolie
Kupferbänder und -folien können an Hochbeeten oder Töpfen angebracht werden. Eine andere Nutzungsform ist Cortenstahl. Dieser enthält einen geringen Anteil Kupfer. Kupfer oxidiert bei Kontakt mit dem Schneckenschleim. Diese Reaktion empfinden Schnecken als unangenehm und sie werden den Zaun meiden. Ernsthaft verletzt werden die Schnecken dabei nicht.
Die Oberfläche Deiner Kupferumrandungen muss sauber gehalten werden, da Verschmutzungen die Wirkung reduzieren.
Wenn Du eine möglichst dekorative Methode suchst, um Schnecken fernzuhalten, dann probiere es mit den passenden Pflanzen! Einige Gewächse werden von Schnecken gemieden. Dazu zählen:
Wenn du sie in der Nähe von empfindlichen Pflanzen setzt oder Reste von ihnen als Mulch verwendest, werden Schnecken dadurch abgeschreckt. Alternativ kannst Du auf Pflanzen setzen, die als schneckenresistent angeboten werden.
Einen vollständigen Schutz bieten die Pflanzen nicht. Sie sind allerdings hübsch anzusehen und können teils zusätzlich als Küchenkräuter verwendet werden. So erfüllen sie gleich mehrere Zwecke.
Ideal ist es natürlich, gemeinsam mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten. Fördere also natürliche Feinde der Schnecken in deinem Garten. Sie helfen, die schleimigen Gartengäste effektiv und schonend aus dem Garten zu vertreiben. Folgende Tierchen haben Schnecken wörtlich zum Fressen gern:
Am ehesten werden sich die Fressfeinde der Schnecken in Deinem Garten wohlfühlen, wenn Du passende Lebensbedingungen für sie schaffst. Folgende Maßnahmen machen Deine Beete für Igel und Co. attraktiv:
Es gibt allerdings einen wichtigen Punkt: Nicht alle Fressfeinde mögen jede Schnecke. Besonders knifflig ist hier die Beseitigung der Spanischen Wegschnecke. Sie ist so derartig schleimig und teils wohl ungenießbar, dass sie von Igeln oder Kröten verschmäht wird. Das ist wohl auch der Grund, warum sie sich als eingeschleppte Art so schnell in Deutschland verbreiten konnte.
Du hast alles probiert und die Schnecken haben trotzdem in großer Zahl den Garten besetzt? Wenn vorbeugende Maßnahmen nicht ausreichen, kannst Du folgende Methoden einsetzen.
Absammeln
Das regelmäßige Absammeln ist eine der effektivsten Methoden, wenn auch ziemlich anstrengend. Dafür müssen die Schnecken immerhin nicht getötet werden. Tierfreunde nehmen die Anstrengung also gerne auf sich. Folgende Punkte gibt es zu beachten:
Achte darauf, sie nicht in fremden Gärten oder gar in Schutzgebieten auszusetzen! Informiere Dich am besten vorab, wo Deine Schnecken ein neues Zuhause finden können.
Nematoden gegen Schnecken
Spezielle Fadenwürmer können gegen bestimmte Nacktschneckenarten eingesetzt werden. Sie sind hilfreich, wenn andere Methoden nicht mehr gegen die Schneckenausbreitung helfen. Eine Variante ist die Nematodenart Phasmarhabditis hermaphrodita. Sie verschont Bänderschnecken und Weinbergschnecken, befällt aber die Genetzte Ackerschnecke und die Garten-Wegschnecke.
Die Nematoden dringen in die Schnecken ein und geben Bakterien ab. Letztere zersetzen die Schnecke von innen - die Schnecke stirbt meist im Zeitraum von 6 bis 10 Tagen. Diese Methode ist nicht die sanfteste für die Schnecke, gilt aber als gezielt und schont andere Gartenbewohner. Die Nematoden werden wie folgt eingesetzt:
Halte Dich genau an die Herstellerangaben bezüglich Dosierung und Anwendungszeitpunkt. Nur so erzielst Du den besten Effekt!
Schneckenkorn
Wenn nichts anderes mehr hilft, gibt es noch Schneckenkorn. Achte hier aber unbedingt auf den Wirkstoff. Produkte auf Basis von Eisen-III-Phosphat gelten als vergleichsweise umweltschonend. Sie führen dazu, dass Schnecken die Nahrungsaufnahme endgültig einstellen und sich in den Boden zurückziehen. So setzt Du Schneckenkorn richtig ein:
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