
Das Gießen gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen im Garten- und Pflanzenbereich – und wird dennoch häufig unterschätzt oder falsch durchgeführt. Mit dem fortschreitenden Klimawandel und seinen Begleiterscheinungen wie längeren Trockenperioden, plötzlichen Starkregen und anhaltender Hitze steigt die Bedeutung einer durchdachten, wassersparenden und pflanzengerechten Bewässerung. In diesem Ratgeber erfährst Du, worauf beim Gießen zu achten ist, welche Methoden sich bewährt haben und wie Du Deine Pflanzen optimal unterstützt – ob im Garten, auf dem Balkon oder im Innenbereich.
Die häufigste Fehlerquelle ist oberflächliches, häufiges Gießen. Pflanzenwurzeln passen sich dem Wasserangebot im Boden an. Wenn nur oberflächlich gewässert wird, wachsen die Wurzeln flach – was die Pflanze anfällig für Trockenstress macht. Besser ist es, seltener, dafür aber durchdringend zu gießen, sodass das Wasser in tiefere Bodenschichten eindringen kann. So werden die Wurzeln angeregt, in die Tiefe zu wachsen, was die Trockenresistenz erhöht.
Die beste Tageszeit zum Gießen ist frühmorgens zwischen 4 und 9 Uhr. In dieser Zeit ist die Verdunstung gering, das Wasser kann gut in den Boden eindringen und die Pflanzen starten gestärkt in den Tag. Abends zu gießen ist zwar ebenfalls verbreitet, birgt aber Risiken: Die Pflanzen bleiben länger feucht, was Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Grauschimmel fördern kann – besonders bei empfindlichen Arten wie Tomaten, Rosen oder Gurken.
In besonders heißen Perioden können zusätzliche Gießgänge am späten Nachmittag nötig sein aber nur bei sehr durchgetrocknetem Boden.
Der Klimawandel bringt längere Trockenphasen, aber auch plötzlich auftretende Starkregen. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen:
a) Gießkanne oder Schlauch (klassisch)
b) Tropfbewässerung
c) Perlschläuche (Sickerschläuche/Tröpfchenschläuche)
Ein Perlschlauch wird an einen Wasseranschluss angeschlossen und entweder oberirdisch auf die Erde gelegt oder leicht mit Mulch oder Erde bedeckt. Sobald das Wasser aufgedreht wird, sickert es über die mikroskopisch kleinen Poren des Schlauchs über die gesamte Länge sanft und kontinuierlich in den Boden ein – direkt im Wurzelbereich der Pflanzen.
d) Wasserreservoirs & Olla-Töpfe
Eine Olla (Auch einfach Tonkegel genannt) ist ein längliches Töngefäß ohne Glasur. Es wird in die Erde eingesetzt, sodass nur die Öffnung sichtbar bleibt. Über diese füllst Du Dein Gießwasser ein. Durch die unglasierten Wände und die poröse Struktur entweicht das Wasser aus dem Inneren nach und nach in die umliegende Erde. Der Vorteil: Ist die Erde nass, strömt kein Wasser aus der Olla nach. Ist sie zu trocken, gibt die Olla mehr Wasser ab.
e) Automatische Bewässerungssysteme
Topfpflanzen sind besonders empfindlich gegenüber Wassermangel, da das Erdvolumen und die darin enthaltene Feuchtigkeit begrenzt ist. Zudem variiert der Wasserbedarf je nach Standort (Sonne/Wind) stark. Folgende Punkte sind entscheidend:
Viele Pflanzen vertragen hartes Leitungswasser schlecht (z. B. Hortensien, Rhododendren, Orchideen). Regenwasser ist fast immer die bessere Wahl. Alternativ kann abgestandenes Leitungswasser verwendet werden.
Kaltes Wasser direkt aus der Leitung vermeiden – es kann besonders empfindliche Pflanzenwurzeln schädigen. Ideal ist lauwarmes Wasser. Du kannst bei Bedarf kaltes Wasser bei Zimmertemperatur in der Gießkanne stehen lassen, um das Gießwasser auf Temperatur zu bringen.
Ein guter Gießrhythmus, angepasst an Standort, Pflanze und Klima, ist entscheidend für gesunde und vitale Pflanzen. Im Zeichen des Klimawandels rückt der bewusste, ressourcenschonende Umgang mit Wasser in den Fokus. Wer richtig gießt, spart nicht nur Wasser, sondern schützt auch die Pflanzen langfristig vor Stress und Krankheit.
Erfahre noch mehr über die faszinierende, bunte Welt der Pflanzen in unserem großen und stetig wachsenden Ratgeberbereich!
Kaufberatung, Gartenplanung und mehr: Flora unterstützt Dich sofort.
Stell jetzt deine Frage:
